Im Brautmodensalon „Seidenweiss“ rattern die Nähmaschinen
Mundschutz statt Hochzeitskleid

Laer -

Wer Hochzeitskleider nähen kann, für den ist ein Mundschutz eine Kleinigkeit. Im Brautmodengeschäft „Seidenweiss“ wird derzeit im Akkord genäht, weil die Nachfrage riesig ist. Für den guten Zweck werden die Produkte auch kostenlos abgegeben.

Donnerstag, 26.03.2020, 17:22 Uhr
Im Brautmodengeschäft
Im Brautmodengeschäft Foto: Salon Seidenweiss

Die Nähmaschinen im Braut- und Abendmodenmodensalon „Seidenweiss“ von Karin Decker rattern den ganzen Tag. Allerdings nähen die Mitarbeiter aktuell nur noch sehr selten Brautkleider, dafür aber Mundschutze – und das im Akkord. „Auch wir mussten unser Geschäft wegen der Corona-Pandemie schließen“, berichtet die Inhaberin.

An einigen Brautkleidern, für Paare, die ihre Hochzeit nicht verschieben wollen oder können, musste noch gearbeitet werden. Aber mehr war nicht zu tun. „Weil wir immer wieder gehört haben, dass es, insbesondere für die sogenannten systemrelevanten Berufe, keine Mundschutze mehr gibt, haben wir beschlossen, diese selbst zu nähen“, berichtet Karin Decker. Nähen können ihre Mitarbeiter schließlich perfekt. Und wer Brautkleider nähen kann, für den ist ein Mundschutz eine Kleinigkeit.

Schnittmuster

Das Schnittmuster und die Nähanleitung hat die Stadt Essen dem Brautmodengeschäft zur Verfügung gestellt. Und los ging es. Aus schlichtem Baumwollstoff werden die Mundschutze gefertigt. „Dieser Mundschutz hält Tropfen vom Niesen, Husten oder Sprechen ab“, sagt Karin Decker. Sie seien kein absoluter Schutz vor Viren, das könnten nur echte Atemschutzmasken leisten. Aber der Stoff halte die virenbehaftete Feuchtigkeit erst einmal fest und sei als Schutz im Alltag gut geeignet und unterbinde das Verteilen der Tröpfchen. Für die Mitarbeiter der örtlichen Supermärkte hat Karin Decker die ersten produzierten Mundschutze gespendet. „Es war uns ein besonderes Anliegen die Beschäftigten im Lebensmitteleinzelhandel auf diese Weise zu unterstützen.“ Auch Mitarbeiter in Praxen von Physiotherapeuten durften sich über Spenden freuen. „Gratis geben wir die Mundschutze allerdings nur für den medizinischen Bereich, Lebensmittelläden und sonstige systemrelevante Einrichtungen ab.“ Natürlich nimmt Decker auch Bestellungen aus diesen Berufsgruppen an.

Waschbar

Für Privatpersonen oder sonstige Betriebe nähen die Hochzeitsexperten selbstverständlich auch Mundschutze. „Die verkaufen wir dann allerdings zum Preis von fünf Euro“, sagt die Geschäftsführerin. „Der Mundschutz kann über einen längeren Zeitraum getragen werden, wenn er regelmäßig gewaschen wird“, sagt Karin Decker.

Die Nachfrage nach den Mundschutzen ist enorm, berichtet die Salonbesitzerin. Deshalb werde auch weiter eifrig produziert. Rund 300 sind bereits fertiggestellt. „Für uns ist die derzeitige Situation ein Kampf ums Überleben“, sagt Karin Decker, die froh ist, dass sie ihre Mitarbeiterinnen auf diese Weise erst einmal weiterbeschäftigten kann.

Die Preisliste sowie die Lieferzeit für die Mundschutze werden auf Anfrage kurzfristig mitgeteilt. Der Brautmodensalon „Seidenweiss“ ist unter Telefon 0 25 54/9 40 75 54 oder per E-Mail an info@seidenweiss.com zu erreichen.

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