Australien: Laerer Hannes Medding tourt durch den fünften Kontinent
Corona-Langeweile statt Weltreise

Laer -

Der Corona-Virus hat dem Laerer Hannes Medding seine Work-and-Travel-Reise in Australien etwas vermasselt. So musste der 19-jährige Fußballer vorzeitig zu seiner Familie ins Ewaldidorf zurückkehren. Mitte Oktober war der Sportler gestartet. Vor Ort kaufte er sich einen SUV mit eingebautem Bett.

Donnerstag, 09.04.2020, 15:34 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 15:56 Uhr
Hannes Medding (r.) kann es kaum abwarten, wieder für den TuS Laer zu spielen. In Australien besuchte der 19-Jährige unter anderem das berühmte Surfers Paradise.
Hannes Medding (r.) kann es kaum abwarten, wieder für den TuS Laer zu spielen. In Australien besuchte der 19-Jährige unter anderem das berühmte Surfers Paradise. Foto: Alex Piccin/privat

Zwangsweise zwei Wochen früher als geplant ist Hannes Medding von Thailands Trauminseln auf den Boden der Realität zurückgeholt worden: Wenn der Laerer wenigstens im heimischen Deutschland das treiben könnte, was ihm auf seiner fünfmonatigen Work-and-Travel-Reise nach Aus­tralien so gefehlt hat: Freunde treffen oder mal wieder für seinen Heimatverein TuS Laer 08 kicken. Das Coronavirus bereitete dem 19-Jährigen ein plötzliches Ende des Selbstfindungstrips und gleichzeitig einen eingeschränkten Start in den neuen Lebensabschnitt.

„Trotzdem war es die beste Zeit und die beste Entscheidung meines Lebens“, bereut der Abiturient keinen Penny und keine Sekunde. „Ich hatte mich schon nach Stellen für ein freiwilliges soziales Jahr umgeschaut, als mich ein Kumpel fragte, ob ich ihn nach Down Under begleiten würde. Aufgrund von guten Erfahrungsberichten einiger Freunde musste ich nicht allzu lange überlegen und habe zugesagt.“

Mitte Oktober ging es los: Erster Stopp auf dem fünften Kontinent war Adelaide. Ein SUV mit eingebautem Bett wurde gekauft, die ersten australischen Dollar mit Jobs auf verschiedenen Farms wurden verdient. Geld sparen für das Highlight der Reise: Auf eigene Faust die aus­tralische Ostküste bis hin zum tropischen Norden zu erkunden. Sydney, Brisbane und Fraser Island waren nur einige Hotspots der Sunshine-Route. Schlussendlich noch die östlichen Trauminseln Thailands. Der ebenso traumhafte Westen sowie ein Kurztrip nach Malaysia blieben dem Schalke-Fan verwehrt, denn die aktuelle Situation um Covid-19 zwang ihn zu einer verfrühten Abreise.

„Ich bin froh, wieder bei meiner Familie zu sein, in meinem eigenen Bett zu schlafen und einen großen Schrank anstatt des am Ende müffelnden Backpacks zu haben“, nennt Medding einige Vorteile der Heimat. „Gleichzeitig habe ich aber große Lust aufs Reisen entwickelt, würde gerne noch nach Südafrika und Südamerika.“

Danach will der A-Liga-Fußballer Sport und Geschichte auf Lehramt studieren. Dafür muss er jedoch durch den oftmals gefürchteten Sporttest. Auch hier stellt ihm Corona ein Beinchen. „Ich muss vor allem das Turnen üben, doch ich komme momentan in keine Sporthalle rein“, ärgert sich der Laerer. „Zudem sollte ich mich im Schwimmen verbessern, doch auch alle Schwimmbäder haben zu.“

Bevor es nach Australien ging, hatte sich Medding längst einen Platz in der Startformation des TuS Laer gesichert. Sein Coach Ron Konermann schätzt ihn vor allem wegen seiner „Größe, guten Technik und Ruhe am Ball“. „Hannes kannst du im zentralen Bereich so gut wie immer anspielen, ohne dass er den Ball verliert.“

„Natürlich möchte ich auch mal höher spielen, am liebsten mit Laer“, wünscht sich der junge Mann. Ganz nach seinem langjährigen Vorbild Andres Iniesta sieht der Mittelfeldstratege seine Stärken im Passspiel, der Ballkontrolle und in seiner Übersicht.

Torgefährlicher und schneller würde er jedoch gerne noch werden. „Entspannt, hilfsbereit und gutlaunig“, so beschreibt sich der Australien-Rückkehrer abschließend selbst in drei Worten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7364195?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686834%2F
Nachrichten-Ticker