Gemeinde befragt Bürger zur Alten- und Sozialplanung sowie zum Mobilitätskonzept
Laerer sollen Wünsche äußern

Laer -

Mobilität, Wohnen, Freizeitangebote, pflegerische Versorgung: Es sind diese Themen, mit denen sich rund 2000 Laerer in den kommenden Wochen beschäftigen sollen. Sie erhalten von der Gemeinde per Post zwei Fragebögen, mit denen ihre Meinung zur Alten- und Sozialplanung sowie zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs abgefragt wird. „Wir hoffen auf eine hohe Motivation der Bürger“, sagt Hedi Overhoff, die die Gemeinde bei dem Projekt berät. Die Befragungen seien „sinnvoll und eine Chance“ für die Laerer. Die Wünsche der Bürger sollen bei der Bearbeitung der beiden wichtigen kommunalen Themen berücksichtigt werden.

Freitag, 08.05.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 16:32 Uhr
Stellten die zwei Fragenbögen vor (v.l.): Daniel Matlik, Klimaschutzbeauftragter der Gemeinde Laer, Hedi Overhoff, Projektberaterin, und Matthias-Holger Reher, Bürgerdienste, Soziales und ordnende Verwaltung der Gemeinde Laer
Stellten die zwei Fragenbögen vor (v.l.): Daniel Matlik, Klimaschutzbeauftragter der Gemeinde Laer, Hedi Overhoff, Projektberaterin, und Matthias-Holger Reher, Bürgerdienste, Soziales und ordnende Verwaltung der Gemeinde Laer Foto: Vera Szybalski

 

Der Seniorenbeirat hatte angeregt, eine breit angelegte Bürgerbefragung in Laer durchzuführen. Der Gemeindeausschuss hat das aufgegriffen und die FH Münster beauftragt, einen Fragebogen zur Entwicklung einer Alten- und Sozialplanung zu erarbeiten. Darin sollen die per Zufallsstichprobe ausgewählten Laerer zum Beispiel beantworten, wie zufrieden sie mit dem Freizeitangebot sind und was sie vermissen, wie ihre derzeitige Wohnsituation ist, wie zufrieden sie mit den Angeboten der pflegerischen Versorgung im Ort sind und wie das Krankenhaus-Gelände gestaltet werden sollte.

Der demografische Wandel ist in Laer spürbar. „Wir werden nicht weniger, aber älter“, sagt Klimaschutzbeauftragter Daniel Matlik. Wer alt werde und nicht mehr zu Hause leben könne, müsse momentan aber sein gewohntes Umfeld verlassen. Ob die Laerer eine vollstationäre Pflegeeinrichtung in ihrer Gemeinde wünschen und welche Angebote sie nutzen würden, ist deshalb ebenfalls Teil der Befragung.

Im zweiten Fragebogen sollen die Laerer ihre Meinung zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs abgeben. Ein zentraler Aspekt der Umfrage ist eine mögliche Busverbindung von Laer — eventuell sogar Horstmar — zum Altenberger Bahnhof. Der Direktbus könnte als zusätzliche Option die S 70 entlasten. Ein weiterer Schwerpunkt in dem Fragebogen ist der Bürgerbus. Die Laerer werden unter anderem gefragt, ob sie die Einführung eines solchen Busses gut finden würden, welche Fahrziele dieser ansteuern sollte und wo eine Bushaltestelle gewünscht ist. Die Antworten sollen in das Mobilitätskonzept einfließen, das Daniel Matlik erstellt.

„Das sind durchaus sehr anspruchsvolle Befragungen“, sagt Ordnungsamtsleiter Matthias-Holger Reher. „Das wird einiges an Zeit erfordern für denjenigen, der sich damit beschäftigt.“ Circa ein Drittel der Laerer über 18 Jahren wird nach dem Zufallsprinzip angeschrieben. Die Befragungen sind freiwillig und anonym. Die Fragebögen können in einem portofreien Umschlag an die Gemeindeverwaltung zurückgeschickt werden oder im Rathaus in eine Sammelbox eingeworfen werden. Abgabeschluss ist der 5. Juni. Die Verwaltung hofft, dass sich möglichst viele der angeschriebenen Laerer an der Umfrage beteiligen, um ein repräsentatives Stimmungsbild zu erhalten.

„Die Bürger sollen mit einbezogen werden, bevor daraus tragfähige Konzepte erstellt werden“, sagt Hedi Overhoff. Sie hat im Vorfeld bereits telefonische Interviews mit Schlüsselpersonen sowohl aus dem ehrenamtlichen und kirchlichen Bereich als auch Sozialdienstleistern geführt. „Diese fließen in die Gesamtbewertung mit ein“, kündigt Overhoff an.

„Die Auswertung der Befragung machen wir nicht im stillen Kämmerlein“, sagt Matthias-Holger Reher. Die Fachausschüsse des Rates werden sich damit beschäftigen. Vermutlich werde ein Stufenplan erarbeitet, wie die Schwerpunkte aus der Alters- und Sozialplanung sowie des klimafreundlichen Mobilitätskonzepts dann Schritt für Schritt umgesetzt werden können.

Die Verwaltung erhofft sich durch die Konzepte eine bessere Handhabe bei Gesprächen mit potenziellen Investoren, beispielsweise einer Pflegeeinrichtung, oder bei der Vergabe von Fördermitteln.

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