Gemeinde Laer beteiligt sich am Quartiersprojekt / Bürger und lokale Vereine sollen mitmachen
Gemeinsam die Zukunft gestalten

Laer -

Eine Zukunftsversion für ein nachhaltiges, klimafreundliches und attraktives Laer, das unter dem Titel „Quartier Oll‘ Loar – Zuhause ne (be-) Leben“ realisiert werden soll, steht in den Startlöchern.

Mittwoch, 20.05.2020, 14:36 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 16:26 Uhr
Sebastian Rickert, Sara Dietrich, Moritz Kröger und Laers Klimaschutzmanager Daniel Matlik (v.l.) werben für das Quartierskonzept, das in der Gemeinde Laer realisiert werden soll. Dabei geht es um eine gemeinsame Zukunftsversion für ein nachhaltiges, klimafreundliches und attraktives Ewaldidorf.
Sebastian Rickert, Sara Dietrich, Moritz Kröger und Laers Klimaschutzmanager Daniel Matlik (v.l.) werben für das Quartierskonzept, das in der Gemeinde Laer realisiert werden soll. Dabei geht es um eine gemeinsame Zukunftsversion für ein nachhaltiges, klimafreundliches und attraktives Ewaldidorf. Foto: abi

Sie sprudeln voller Ideen und würden am liebsten sofort loslegen. Doch das Corona-Virus hat die Teilnehmer des Projektteams ein wenig ausgebremst. „Wir waren gerade richtig in Fahrt und hatten auch schon die ersten Termine ins Auge gefasst“, bedauert Sara Dietrich vom Verein „energieland 2050“ des Kreises Steinfurt die Folgen der Pandemie, die sie und die Gemeinde aber nicht daran hindern werden, das Quartierskonzept im Ewaldidorf zu starten. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Zukunftsversion für ein nachhaltiges, klimafreundliches und attraktives Laer, das unter dem Titel „Quartier Oll‘ Loar – Zuhause ne (be-) Leben“ realisiert werden soll.

Während einer Pressekonferenz im großen Sitzungssaal des Rathauses stellen Klimaschutzmanager Daniel Matlik und Sara Dietrich das Modellprojekt vor, das bereits in 2017 mit sieben Kommunen – dazu gehörten auch Metelen, Wettringen und Neuenkirchen – erfolgreich gelaufen ist.

Bereits im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Laer den Antrag für die Erstellung eines Quartierskonzept gestellt. „Wir möchten damit einen langfristigen und nachhaltigen Gestaltungsprozess einleiten und dabei das Klimaschutz- und das Dorfentwicklungskonzept miteinander verbinden“,­ begründet Laers Klimaschutzmanager die Bewerbung seitens der Kommune. Da die örtliche Gemeindeverwaltung nur über eine kleine Belegschaft und begrenzte finanzielle Mittel verfügt, benötigt sie einen starke Partner. Den hat die Gemeinde mit dem Kreis Steinfurt gefunden, der seinen Verein „energieland 2050“ eingeschaltet hat, der für die Planung und Umsetzung zuständig ist. Projektkoordinatorin ist Sara Dietrich. Teilnehmer des Projektteams sind zudem Moritz Kröger (Gelsenwasser) und Sebastian Rickert (Planungsgesellschaft Bode), die ebenfalls Teilnehmer des Pressetermins sind. Beide Unternehmen sind für die Ingenieurleistungen zuständig.

Wichtiger Bündnispartner ist neben dem Kreis auch die Kreissparkasse Steinfurt, die ein langjähriger Förderer des Quartiersprojektes ist. Dieses wird zu 65 Prozent von der KfW gesponsert, was nicht nur nur die Erstellung des individuellen Konzeptes ermöglicht, sondern auch die Voraussetzung bildet, eine nachfolgende dreijährige Umsetzungsphase bei der KfW beantragen zu können.

Bis zum Herbst soll das ganzheitliche Quartierskonzept, in dem mögliche Maßnahmen und Optionen für die Aufwertung des Zuhauses, des Wohnumfelds sowie des unmittelbaren Lebensraums benannt werden, erarbeitet werden. „Entscheidend sind die Unterstützung und Expertise der Bewohner, denn sie wissen am besten, welche Schritte für ein zukunftssicheres, nachhaltiges und lebenswertes Laer sinnvoll sind“, betont der Klimaschutzmanager, wie wichtig Bürgerbeteiligung ist, die virtuell in Gruppen oder in Bürgerwerkstätten erfolgen soll.

Das bislang mit „Oll‘ Loar“ betitelte Gebiet erstreckt sich über den historischen Gemeindekern von Laer bis in die südlich und nördlich angrenzende Wohnbebauung. Aber nicht nur dessen Bewohner, sondern alle interessierten Bürger sollen beteiligt werden. „Neben dem Fokus auf energetische Themen wie eine Bestandsaufnahme der Energieverbräuche und Vorschlägen zur Energieeffizienz, geht es vor allem um die Zukunftssicherung des Wohngebietes und die Gestaltung des Wohnumfelds. Dazu zählen Themen, wie beispielsweise die Erreichbarkeit von Nah- und Grundversorgung, die Steigerung der Aufenthalts und Lebensqualität sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Wie Daniel Matlik ankündigt, ist für den 15. Juni (Montag) eine Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehrs, Klima und Landschaftsschutz in der Dreifachsporthalle geplant, die sich dem Thema widmen wird. Dann soll das Vorgehen zur Konzepterstellung der Politik und der Öffentlichkeit präsentiert werden.

„Nur zusammen lässt sich ein gutes gesellschaftliches Miteinander, klimafreundliches und nachhaltiges Wohnen und Leben gestalten, dass die Lebensqualität aller bereichert“, zeigen sich die Teilnehmer die Projektteams am Ende der Pressekonferenz überzeugt.

 

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