Bürgermeisterkandidat Palitha Löher im Porträt
Nicht Bürger, sondern Gestalter

Laer -

Er hat ein bisschen länger überlegt. Obwohl es sich so schön reimt. „Palle für alle“ – klingt das nicht ein bisschen platt? Die Resonanz in den sozialen Medien auf den Hashtag hat die Zweifel lange zerstreut. „Palle für alle, das passt einfach“, sagt Palitha Löher. 

Freitag, 19.06.2020, 17:08 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 19:53 Uhr
Palitha Löher will es im zweiten Anlauf schaffen: Bürgermeister von Laer werden.
Palitha Löher will es im zweiten Anlauf schaffen: Bürgermeister von Laer werden.

Nicht jeder Bürgermeisterkandidat würde so offensiv mit seinem Spitznamen ins Rennen gehen. Für den 48-jährigen fraktionslosen Bewerber ist er Ausdruck seiner Offenheit, wie er betont. Zumal sein übergeordnetes Wahlkampfmotto „Laer – ich will“ lautet.

Damit ist natürlich sein Brennen für das höchste Amt in der Gemeinde gemeint. „Ich will das unbedingt“, sagt der Bewerber, der ziemlich genau weiß, was in der heißen Wahlkampfphase so alles auf ihn zukommt. Schließlich hat er im Vergleich mit seinen Konkurrenten von CDU und Grünen eine Erfahrung mehr: Schon bei der letzten Wahl vor fünf Jahren hatte er seinen Hut in den Ring geworfen. Damals noch als Kandidat der Grünen, dieses Mal als Einzelkämpfer. Rund 17 Prozent waren es, die Palitha Löher für sich gewinnen konnte. „Für mich ist das kein schlechtes Ergebnis“, blickt er selbstbewusst zurück.

Weiter Weg ins Rathaus

Die Erfahrungen, die er damals gesammelt hat, sollen ihm dieses Mal zum Amt verhelfen. „Ich glaube, dass ich die Menschen im persönlichen Gespräch am besten von mir überzeugen kann“, so der Wahl-Laerer, der 2013 wegen der Politik nach Laer gezogen ist. Darum ist der Haustür-Wahlkampf für den Kommunalpolitiker die erste Wahl. Die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen kommen ihm da entgegen.

Was kann Palitha Löher, was andere nicht können? Warum sollten die Laerer ihm den wichtigsten Posten in der Gemeinde anvertrauen? Der gelernte Bauzeichner und Hochbautechniker muss für eine Antwort nicht lange überlegen: „Meine Stärken liegen in der Kommunikation. Ich kann moderieren, bekommen sehr schnell einen Draht zu den Menschen. Außerdem halte ich mich für einen guten Netzwerker.“ Seine 15-jährige Tätigkeit für das Jobcenter des Kreises Steinfurt habe ihm zudem tiefe Einblicke in die Arbeit von Verwaltung gewährt.

Auch wenn der Weg ins Rathaus noch weit ist. Träumen darf ein Bürgermeisterkandidat ja schon mal. Und Palitha Löher träumt von Laerern, die nicht nur „einfach Bürger sind, sondern Mitgestalter“. Er hat dabei das berühmte Kennedy-Zitat im Hinterkopf: Frage nicht, was Dein Land für dich tun kann, sondern frage, was Du für Dein Land tun kannst.“

Außendarstellung von Laer verbessern

Würde die Wahl als Bürgermeister einen Neubeginn für die Gemeinde bedeuten? Der fraktionslose Kandidat winkt energisch ab. „Der 10. November 2019 war ein Neubeginn. An diesem Tag haben wir in großer Einheit Peter Maier abgewählt.“ Und damals sei im Einklang mit den beteiligten politischen Kräften ein Wir-Gefühl entstanden, das sich Palitha Löher mit allen Fraktionen wünscht.

Die Maier-Zeit hat Spuren hinterlassen. Palitha Löher hat für sich eine Reihe von Themenfeldern ausgemacht, in denen Laer Nachholbedarf hat. Familie, Leben im Alter, Freizeit und Tourismus, Wirtschaft. Konkret? Der Bürgermeister-Bewerber nennt einen Bürgerbus. Er soll beide Ortsteile miteinander verbinden. Finanziert werden soll das Projekt mit Hilfe von Geldgebern aus der lokalen Wirtschaft. Um diese zu stärken, denkt der 48-Jährige an ein lokales Förderprogramm für Start-up-Unternehmen. „Außerdem gibt es in den Gewerbegebieten zu viele unbebaute Flächen.“ Dienstleister fehlen seiner Überzeugung nach in der Gemeinde. Generell müsse die Außendarstellung von Laer verbessert werden.

Palitha Löher hat keinen Parteiapparat hinter sich, der für ihn den Wahlkampf managt. „Das ist für mich eher ein Vorteil“, ist der Bürgermeister-Bewerber überzeugt. „So muss ich auch niemandem Rechenschaft ablegen.“ Wer weiß, ob eine Partei da mitgemacht hätte: „Palle für alle“.

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