Ratsherr Uwe Veltrup fordert die Stärkung der Gasthaus-Kultur in Laer und Holthausen
Rettungsschirm für Gastroszene

Laer -

Eine Grundsatzdiskussion, wie die örtliche Politik und die Gemeindeverwaltung der heimischen Gastronomie nicht nur in Corona-Zeiten, sondern generell helfen kann, regte der fraktionslose Ratsherr Uwe Veltrup während der jüngsten Ratssitzung an. So fragte er nach den Ursachen des „Kneipen-Sterbens“ und ob der Werbeslogan „Lebendiges Laer“ überhaupt noch stimme, wenn es kaum noch geöffnete Lokale vor Ort gäbe.

Donnerstag, 25.06.2020, 06:31 Uhr
Ratsmitglied Uwe Veltrup forderte, dass Rat und Verwaltung sich für die heimische Gastronomie stark
Ratsmitglied Uwe Veltrup forderte, dass Rat und Verwaltung sich für die heimische Gastronomie stark Foto: abi

„Wie lebendig ist ein Ortskern ohne Gaststätten, Kneipen, Restaurants und Gasthäuser?“, fragte Uwe Veltrup während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates und forderte die Unterstützung der heimischen Gastronomie. Diese habe nicht erst seit den Einschränkungen und mehrwöchigen Zwangsschließungen, die durch die Corona-Pandemie verursacht worden wären, Probleme. Im Ortskern habe zurzeit kein einziges Lokal geöffnet, gab der fraktionslose Ratsherr zu bedenken, dass die Gemeinde noch immer mit dem Slogan „Lebendiges Laer“ werbe.

Früher seien die heimischen Gastrobetriebe „Begegnungsstätten“ gewesen. Doch hießen diese heute Pfarrzentrum, Heimathaus, Vereinshaus oder so ähnlich. Natürlich hätten diese Häuser ihre Berechtigung, aber es stelle sich die Frage, ob in diesen mit Steuergeldern geförderten Gebäuden private Feier stattfinden müssten, die sonst vielleicht in Gastronomiebetrieben für dringend notwendige Umsätze gesorgt hätten. Für diese würde bekanntlich Umsatzsteuer kassiert und abgeführt. Die Betriebe zahlten auch noch andere Steuern, mit denen dann unter anderem die „neuen Begegnungsstätten“ finanziert würden. Als Beispiele nannte Veltrup die Einkommens- und Gewerbesteuer sowie die Vergnügungssteuer. Dabei sei es längst kein „Vergnügen“ mehr, ein Gasthaus zur führen, sondern sehr harte und relativ schlecht entlohnte Arbeit, meinte Veltrup, der bekanntlich Sohn eines Gastronomen ist.

„Wie fair ist ein solcher Wettbewerb?“, fragte er die anderen Ratsmitglieder, was sie dazu beitragen könnten, dass wieder mehr Speisen und Getränke in Gastwirtschaften, die wirtschaftlich sein müssten, verzehrt werden würden als an den Theken in den „Begegnungsstätten“ der Vereine in Laer und Holthausen. „Wie können wir die Gasthaus-Kultur in Laer fördern, die eben auch ganz entscheidend zu einem lebendigen Laer beiträgt?“, fragte Veltrup auch die Verwaltung, die auf die Entwicklung und Umsetzung eines kooperativen Konzeptes setzt, um die Probleme gemeinsam besser zu lösen.

Politiker mit Wirtschaftskompetenz hätten doch längst erkannt, dass die Gastwirtschaften dringend Wirtschaftsförderung benötigten, die nicht einmal Geld kosten müsste. „Wir müssen nur die Rahmenbedingungen fairer gestalten“, forderte Veltrup. Schließlich wäre kein Gasthaus in Laer wegen Reichtum geschlossen.

Dass die Verwaltung in dieser Sache nicht untätig ist, machte Maik ter Beek deutlich. So erklärte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, dass die Gemeinde Laer, wie alle anderen 23 Kommunen des Kreises, die „Gevelsberger Erklärung“ unterzeichnet hätte. Die wurde in der gleichnamigen Stadt verfasst und stellt kurz gefasst einen Brandbrief zur Rettung der Gastroszene dar. „Gastronomie braucht Zukunft – wir brauchen Gastronomie! Zweiter Rettungsschirm und bundesweite Solidarität jetzt“, so ist die Erklärung überschrieben. Bund und Land sollten alles Notwendige unternehmen, damit diese volkskulturelle Infrastruktur erhalten bleibe. Zudem lautet eine der Forderungen, dass die Gastronomiebetriebe als systemrelevant anerkannt werden.

Grünen Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer regte an, dass Thema im Rahmen der Dorfentwicklung aufzugreifen.

Dass der Dorfmarketingverein gerade überlege, ein größeres Fest mit der Gastronomie in Laer zu veranstalten“, erklärte dessen Geschäftsführer Gerrit Thiemann. Zudem wies er darauf hin, dass Norbert Rikels zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Dorfentwicklung, Tourismus und Marketing alle Wirte einladen wolle.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7466913?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686834%2F
Nachrichten-Ticker