Pressegespräch mit Svenja Schulze und Matthias Miersch auf dem Arche- und Naturlandhof Büning
Auch Schweine schwitzen

Laer -

Informativ, spannend und unterhaltsam gestaltete sich der Rundgang über den Arche- und Naturlandhof von Maria und Martin Büning, der einer Pressekonferenz der Bundesumweltministerin Svena Schulze und Matthias Miersch, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, voraus ging. Dabei zeigten sich die Besucher und ihre Begleiter beeindruckt vom Gutshof, der nach Naturland-Richtlinien bewirtschafte wird. Den größten Tieranteil dort machen mit 350 die Bunten Bentheimer Schweine aus.

Montag, 10.08.2020, 17:57 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 15:12 Uhr
Weil die Bentheimer Schweine auch schwitzen, spritzt Gastgeberin Maria Büning sie mit einem Wasserschlauch ab. Das gefällt Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Matthias Miersch, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.
Weil die Bentheimer Schweine auch schwitzen, spritzt Gastgeberin Maria Büning sie mit einem Wasserschlauch ab. Das gefällt Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Matthias Miersch, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Foto: Sabine Niestert

Sie kennen sich vom Wochenmarkt in Münster. Dort kauft Svenja Schulze gerne ein, wenn sie in der Heimat ist. Zwar ist die Bundesumweltministerin Vegetarierin, doch ihr Mann liebt Fleisch. Am liebsten mag er das, was Maria Büning an ihrem Stand anbietet. Dabei handelt es sich um alte Haustierrassen, die die Biobäuerin und ihr Mann auf dem „Arche-Hof“ in Laer züchten und zur Fleischerzeugung halten. Einige von ihnen sind vor dem Aussterben bedroht, was das Ehepaar verhindern will.

Der landwirtschaftliche Betrieb im nördlichen Münsterland, der nach Naturland-Richtlinien bewirtschaftet wird, bietet genau die richtige Kulisse für ein Gespräch, zu dem Matthias Miersch, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, und die Bundesumweltministerin an diesem Nachmittag die Presse eingeladen haben. Dabei geht es um den sozialdemokratischen Aufbruch in der Landwirtschafts- und Verbraucherpolitik.

Doch bevor sich die Teilnehmer Themen der gesunden Ernährung, der artgerechten Tierhaltung und dem Artenschutz sowie der Frage widmen, wie die Preise für die Verbraucher bezahlbar bleiben, nimmt Maria Büning ihre Gäste mit auf einen Hofrundgang.

Dieser beginnt bei den Ställen der Bentheimer Schweine, von denen momentan 350 Tiere auf dem Hof leben. „Ja, die schwitzen auch und können sogar einen Sonnenbrand bekommen“, erklärt die Gastgeberin, die die jungen Vierbeiner mit einem Wasserschlauch abspritzt. „Das machen wir bei der Hitze täglich“, fügt die ehemalige Zahnarzthelferin hinzu, die schon immer Tiere gehalten hat. Natürlich waren es in ihrem anderen Leben nicht so viele und noch keine alten Haustierrassen.

Die Bunten Bentheimer wachsen sehr langsam und werden fett, was ihren guten Geschmack ausmacht. Das wissen die guten Kunden von Maria Büning besonders zu schätzen, die mittwochs, freitags und Samstag auf dem Wochenmarkt in Münster und donnerstags in Nottuln steht. Eines dieser Schweine hat die Bundesumweltministerin, die von 2004 bis 2018 Landtagsabgeordnete für Münster war, zu ihrer Hochzeit geschenkt bekommen. Daran erinnert sie sich noch gerne sowie auch an ihre Besuche zu Hoffesten, die die Bünings früher jedes Jahr im Herbst veranstaltet haben. Doch im Jahr 2014 grassierte auf ihrem Hof die Geflügelpest und alle Hühner, Enten, Gänse und Puten mussten gekeult werden. Diese schrecklichen Bilder werden die Biobaüerin und ihr Mann vermutlich nie vergessen. Inzwischen haben sie sich von dem Schock wieder einigermaßen erholt und würden auch gerne wieder ein Hoffest machen, was in Zeiten von Corona aber schwierig sein dürfte. Zudem haben die Veterinäre Angst vor der afrikanischen Schweinepest, die durch Wildschweine übertragen wird.

Das alles erfahren die Gäste auf ihrem Rundgang über den Hof. Dabei macht der Tross auch vor der Rinderherde Halt. „Es will gestreichelt werden“, ermuntert die Hausherrin Matthias Miersch, der unter anderem für die Bereiche Umwelt, Natur, Energie, Ernährung, Landwirtschaft und Tourismus zuständig ist. Zudem ist der Sozialdemokrat Referent und Sachverständiger in Agrar­ausschüssen des Europäischen Parlaments. Als solchen interessiert es ihn natürlich, welche nationalen und europäischen Vorgaben eine „gerechte Landwirtschaft befördern können, in der es Fördergelder nur für die gibt, die sich an den Gemeinwohlzielen Klima-, Umwelt- und Tierschutz orientieren.

Inzwischen ist die Gruppe auf der Streuobstwiese angekommen, auf der sich rund 300 Obstbäume befinden. Dass alles schrittweise gewachsen ist, gibt die Bundesumweltministerin zu bedenken, die die Entwicklung des Biohofes schon lange verfolgt. Für sie ist dieser auf dem richtigen Weg, weil die Tiere in Freilandhaltung leben, die Bünings das Futter für ihre Tiere selbst anbauen und es direkt verkaufen. Ihr Vertragsschlachter stellt die Fleisch- und Wurstwaren ohne Nitritpökelsalz und chemische Zusatzstoffe her. Alles Gründe, warum Schulze bei Maria Büning angefragt hat, ob die Pressekonferenz auf ihrem Gelände in der Laerer Aabauerschaft stattfinden darf. Eine gute Idee, wie die Begeisterung der Besucher zeigt und auch die Gastgeberin scheint am Ende sehr zufrieden zu sein.

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