Norbert Rikels wird auch ohne Ratsmandat nicht „arbeitslos“
„Wer rastet, der rostet“

Laer -

Norbert Rikels tritt zur Kommunalwahl am 13. September nicht mehr an. Diesen Entschluss hat der SPD-Fraktionsvorsitzende schon vor einiger Zeit gefasst. Doch auch ohne Ratsmandat wird dem 70-Jährigen sechsfachen Vater sicher nicht langweilig, schließlich hat er eine große Familie und zahlreiche Ämter, die ihn ausfüllen. So engagiert er sich unter anderem in der Initiative, in der Stiftung Marienhospital und beim RZV.

Freitag, 28.08.2020, 18:47 Uhr aktualisiert: 30.08.2020, 16:14 Uhr
Als Vorsitzender der Initiative für Kinder und Jugendliche in Laer und Holthausen war Norbert Rikels auch bei der Verabschiedung der ehemaligen Schulleiterin Inge Hajou dabei. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Initiative, Ingrid Steeger (r.), dankte er der Rektorin für ihren Einsatz.
Als Vorsitzender der Initiative für Kinder und Jugendliche in Laer und Holthausen war Norbert Rikels auch bei der Verabschiedung der ehemaligen Schulleiterin Inge Hajou dabei. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Initiative, Ingrid Steeger (r.), dankte er der Rektorin für ihren Einsatz. Foto: Sabine Niestert

Ob der Opa demnächst mehr Zeit für seine elf Enkel hat? Vermutlich nicht, denn auch wenn Norbert Rikels zur Kommunalwahl am 13. September nicht mehr antritt, bleiben dem Sozialdemokraten auch weiterhin genügend viele Ämter. Ob Vorsitzender der Initiative für Kinder und Jugendliche, Mitglied des Kuratoriums Stiftung Marienhospital, Zweiter Vorsitzender des Zucht-, Reit- und Fahrvereins (ZRV), Unterstützer des Radewegevereins Laer-Holthausen oder Parteivorsitzender der SPD, der 70-Jährige ist ein sehr gefragter Funktionsträger.

Weil der Genosse, seine ehrenamtlichen Aufgaben ernst nimmt und das, was er macht, richtig macht, hat der Familienvater bereits im vergangenen Jahr entschieden, dass er zur Kommunalwahl am 13. September nicht mehr antritt. „Es wurde einfach viel zu viel“, begründet der Pensionär seinen Rückzug aus der Ratsarbeit, die ihm gerade in der sich neigendenden Legislaturperiode nicht mehr viel Spaß gemacht hat. Die Querelen um Bürgermeister Peter Maier und dessen Abwahl haben ihm und seinen Mitstreitern ziemlich zugesetzt. Schmerzlich war auch die Erfahrung mit den früheren Parteikollegen Anne und Dieter Mesenbrock, die sich aus der SPD-Fraktion verabschiedet und mit der FBL ihre eigene Partei gegründet haben. Menschliche Enttäuschungen, die ihre Spuren hinterlassen haben.

Doch Norbert Rikels ist kein Typ, der den Kopf in den Sand steckt. Dass kann sich der frühere Fachbereichsleiter, der jahrelang beim Landschaftsverband WL tätig und dort für die Förderung behinderter Kinder in Kitas zuständig war, auch gar nicht leisten. Als sechsfacher Vater von inzwischen drei erwachsenen Mächen und drei Jungen wird er auch heute noch von der Familie gefordert, deren Wohl ihm besonders am Herzen liegt.

Weil er seine Frau Agnes mit der Erziehung nicht alleine lassen wollte, hat Rikels auch lange gewartet, bis er in die Kommunalpolitik vor Ort eingestiegen ist. 1999 begann er als Sachkundiger Bürger im Bauausschuss. Später gab er dem Drängen von Gerrit Thiemann und Eberhard Teuber nach, sich um ein Ratsmandat zu bewerben. „Ich war damals unzufrieden, weil die kleine Turnhalle für 1,9 Millionen saniert werden sollte und einer von der SPD mit der CDU dafür gestimmt hat“, erinnert sich der Fan von Willy Brandt daran, dass er für einen Neubau war. 2004 zog er dann in den Rat ein, der seinerzeit von Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Schimke geleitet wurde.

Zehn Jahre später wurde er Fraktionsvorsitzender, weil sein Vorgänger Gerrit Thiemann stellvertretender Bürgermeister wurde. 2006 übernahm der Genosse zudem die Regie des Ortsvereins, der 30 Mitglieder zählt. Seit Anfang dieser Legislaturperiode leitet der Sozialdemokrat den Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Dorfentwicklung, Tourismus und Marketing.

Zum Vorsitzenden der Initiative wurde er 2018 gewählt. Weil die Geschäftsführerin Elisabeth Weitershagen und die Verwaltungskraft fast ein Jahr später zeitgleich gegangen sind, war es eine besonders schwierige Phase und der „Neue“ musste sich in die Belange des Vereins, der mit der Gemeinde Laer eine Vereinbarung hat, die die Trägerschaft der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie des Offenen Ganztags regelt, so richtig „hineinfuchsen“. Inzwischen scheint ihm das mit Margarete Müller als Stellvertreterin an seiner Seite gut gelungen zu sein. Beide arbeiten auch harmonisch mit der neuen Geschäftsführerin Petra Steeger und Verwaltungskraft Doreen Meier zusammen.

„Das hat viel Zeit gekostet“, blickt der Sozialdemokrat zurück. Doch es mache ihm einfach Spaß, Ideen zu entwickeln und Konzepte umzusetzen und Fortschritte zu sehen. Das gilt auch für seinen Einsatz im Kuratorium Stiftung Marienhospital, das unter anderem eine Alten- und Pflegeeinrichtung sowie einen Kindergarten auf dem Gelände des ehemaligen Marienhospitals realisieren will.

„Wer rastet, der rostet“, lautet das Motto des Pferdefreundes, dem die zahlreichen Aufgaben wenig Zeit für sein Hobby lassen. So hat er auch im Zucht-, Reit- und Fahrverein neben dem Vorsitzenden Robert Möllers e seit vielen Jahren eine Führungsrolle übernommen, die ihn natürlich mehr fordert, als die einfachen Mitglieder. Unter seiner Regie sind viele größere Projekte, wie beispielsweise die Erneuerung der Bande in der großen Reithalle, der Austausch aller Neonröhren mit LED-Röhren und nicht zuletzt die Erneuerung des Dachs umgesetzt worden.

„Robert ist für uns Gold wert“, betont der Vorsitzende, der noch gar nicht daran denken mag, dass sein Vertreter sich einmal aus der ersten Reihe zurückziehen wird. Spätestens, wenn sich die ersten Urenkel ankündigen, könnte das der Fall sein. Doch erst mal freuen sich die Großeltern auf das zwölfte Enkelkind, das sich für Oktober angekündigt hat.

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