Bürgermeister-Kandidaten stellen sich auf dem Rathausplatz den Fragen des Moderators
Bewerber-Trio schlägt sich wacker

Laer -

Keine Frage, Helga Bennink, Palitha Löher und Manfred Kluthe, die sich um das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Laer bewerben, haben sich in der Podiumsdiskussion auf dem Rathausplatz wacker geschlagen. Dazu hatte die UBG eingeladen, deren Abschiedsgeschenk es war.

Sonntag, 30.08.2020, 19:11 Uhr aktualisiert: 31.08.2020, 16:54 Uhr
Palitha Löher, Manfred Kluthe und Helga Bennink schlugen sich am Sonntagvormittag während der 90-minütigen Podiumsdiskussion auf dem Laerer Rathausplatz wacker.
Palitha Löher, Manfred Kluthe und Helga Bennink schlugen sich am Sonntagvormittag während der 90-minütigen Podiumsdiskussion auf dem Laerer Rathausplatz wacker.

Wollen die Bürger in Laer und Holthausen künftig von einer Frau reagiert werden, oder bevorzugen sie einen Mann an der Spitze der Gemeinde? Sind ihnen Bewerber ohne Parteibuch wie Manfred Kluthe oder Palitha Löher lieber als Helga Bennink, die für Bündnis 90/Die Grünen und damit ganz bewusst für grüne Werte ins Rennen geht? Bevorzugen die Wähler „politisch erfahrene Realisten“ wie Bennink und Löher, die vorerst keine Senkung der Steuern versprechen, weil die gesetzlichen Gegebenheiten und geltenden Rahmenbedingungen eine solche ihrer Meinung nach bis 2023 nicht zulassen. Oder erscheint ihnen ein „Visionär“ wie der 43-jährige Kluthe als Kandidat attraktiver, weil dieser – wie er betont – nicht tatenlos zwei weitere Jahre bis zum Ende der Haushaltssicherung in drei Jahren abwarten will?

Diese und viele andere Fragen kamen während der Podiumsdiskussion zur Sprache, zu der die UBG am Sonntagvormittag auf den Rathausplatz eingeladen hatte. Als Abschiedsgeschenk wollte deren Fraktionsvorsitzender Dr. Reinhardt Nippert zwar keine Wahlempfehlung aussprechen, aber den Bürgern zumindest eine Entscheidungshilfe liefern. Dazu fühlte Moderator Nippert den Dreien nach einer Vorstellungsrunde auf den Zahn.

Weil ihm die politische Entwicklung vor Ort nicht gefallen habe, wolle er gemeinsam mit seinem Team Vieles verändern und als Moderator, Entwickler und Vermittler wirken, erklärte Kluthe, der von der CDU unterstützt wird, auf die Frage nach seiner Motivation.

„Ich will Verantwortung für Laer übernehmen“, betonte Palitha Löher, warum er bereits zum zweiten Mal als Bürgermeisterbewerber antritt. Dieses Mal allerdings als Einzelkandidat, was ein Vorteil sei, da er keinen Parteizwängen unterlegen sei, betonte der 48-Jährige.

Sie habe Lust, den lebens- und liebenswerten Ort in allen seinen Bereichen an verantwortlicher Stelle zu gestalten, verdeutlichte Helga Bennink. Wie die 58-Jährige erklärte, reize es sie auch, über den Rand des Ewaldi­dorfes hinauszuschauen. Vieles sei in Laer bereits auf einen guten Weg gebracht worden, woran sie gerne, gemeinsam mit dem Rat, der Verwaltung und den Bürgern anknüpfen wollte.

Ob befragt nach der Situation der Alten- und Pflegebedürftigen, der Lage auf dem Wohnungsmarkt oder bezüglich des Klimawandels – die Antworten der Kandidaten zeigten, dass diese in vielen ihrer Zielvorstellungen gar nicht so weit auseinanderliegen. Je nach Temperament, Fähigkeiten und Charakter werden sie die Aufgaben und Probleme vermutlich allerdings unterschiedlich angehen.

Neben den Fragen des Moderators hatten zahlreiche Bürger Fragen im Vorfeld eingereicht. Es seien fast 50 gewesen, berichtete Co-Moderator Jörg Peterkord. Von Helga Bennink wollte man wissen, ob sie ihren Wohnsitz nach Laer verlegen wird, sollte sie Bürgermeisterin werden. „Ich werde hier meinen Zweitwohnsitz nehmen“, erklärte die Wahl-Münsteranerin, dass sie nach Abendterminen vor Ort bleiben würde, ihren Erstwohnsitz aber in Münster mit ihrem Mann behalten würde. Sicher sei es manchmal aber auch besser, aus der Distanz auf den Ort zu schauen, in dem sie sicherlich mehr als acht Stunden täglich arbeiten werde.

Einen Neustart auf allen Ebenen hat Manfred Kluhte angekündigt. „Ob das denn hieße, dass alles vorher schlecht war?“ lautete eine Frage an den Studiendirektor. „Man sollte gut Bewährtes bewahren, aber auch bereit sein, neue Wege zu gehen“, antwortete der zweifache Vater, der sich als zukunftsorientiert und bürgernah bezeichnet.

Von Palitha Löher, der mit einem Fünf-Punkte-Programm unter dem Titel „Ja, ich will“ an den Start geht, wollte ein Bürger wissen, wie er sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung vorstellt. Dies vor dem Hintergrund, dass er aus der Grünen-Fraktion ausgetreten sei und sich mit dem ehemaligen Bürgermeister auch nicht verstanden habe. Das seien zwei ganz verschiedene Dinge, meinte Löher, der bei den Grünen nicht „nachkarten“ wollte. Die Dienstaufsichtsbeschwerde, die der Bürgermeister beim Landrat eingereicht habe, sei ein „starkes Stück“ gewesen, gegen das er sich erfolgreich gewehrt habe.

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