Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer kandidiert nur noch für den Kreistag
„Du musst ein Allrounder sein“

Laer -

Mit Elke Schuchtmann-Fehmer verabschiedet sich ein grünes „Urgestein“ vom Laerer Gemeinderat. So bewirbt sich die langjährige Fraktionsvorsitzende der Grünen nicht wieder um ein Ratsmandat. Dafür möchte die gelernte Krankenschwester wieder in den Kreistag einziehen.

Donnerstag, 10.09.2020, 23:39 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 14:26 Uhr
Nach 31 Jahren im Rat zieht sich Elke Schuchtmann-Fehmer zurück. Die Grüne will sich auf die Arbeit im Kreistag konzentrieren.
Nach 31 Jahren im Rat zieht sich Elke Schuchtmann-Fehmer zurück. Die Grüne will sich auf die Arbeit im Kreistag konzentrieren. Foto: Niestert

Die Grünen müssen künftig ohne ihre langjährige Fraktions-Chefin auskommen. So hat Elke Schuchtmann-Fehmer darauf verzichtet, erneut für einen Ratssitz zu kandidieren. „Ich will mich auf den Kreistag konzentrieren“, begründet die gelernte Krankenschwester ihren Schritt, den sie bereits im Vorfeld angekündigt hatte. Auf Dauer sei es ihr einfach zuviel, auf Kommunal- und auf Kreisebene gleichzeitig aktiv zu sein, so die vierfache Mutter.

Damit verliert die Fraktion der Grünen ihr Gesicht. Immerhin gehörte die in Holzwickede Geborene seit 31 Jahren dem Laerer Gemeinderat an. 1980 kam die Tochter eines Landwirtes, die auf einem Bauernhof in Bergkamen mit zwei Geschwistern groß geworden ist, durch ihre Ausbildung ins Münsterland und arbeitete zunächst in Burgsteinfurt. Es folgte ein Wechsel zum Marienhospital nach Laer, wo seinerzeit die Psychosomatische Abteilung eröffnet worden war.

In dieser Zeit kam die Frau aus dem Ruhrpott auch zu den Grünen. „Ich wollte nicht an der Volkszählung teilnehmen“, erinnert sie sich. Die Grünen hätten ihr dann gute Tipps gegeben, wie sie sich dieser Befragung entziehen konnte. Bei ihnen sei sie dann hängen geblieben.

Nach und nach bekam die leidenschaftliche Mutter drei Töchter und einen Sohn, die inzwischen erwachsen sind. „Mein Mann hatte immer Verständnis für mein Engagement und hat mir den Rücken frei gehalten“, zeigt sich die Grüne dankbar, dass Jobben auch während der Familienpause möglich war.

Die Politik sei immer ein willkommener Ausgleich zur Familie gewesen, der ihr gut getan habe, räumt Schuchtmann-Fehmer ein. Dabei sei es nicht leicht gewesen, im Laerer Rat und den Gremien Fuß zu fassen. Besonders im Bauausschuss habe es „harte Zeiten“ gegeben. Den dortigen Herausforderungen sei sie mit Fachwissen begegnet.

„Du musst ein Allrounder sein, denn du musst über alles mitentscheiden“, schildert die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Klima und Landschaftsschutz ihre Erfahrungen mit einer kleinen Fraktion wie den Grünen.

Die erlebte ihre beste Phase, als Dr. Hans-Jürgen Schimke 1999 Bürgermeister wurde und es bis 2009 blieb. „Das war eine tolle Zeit und hat sehr viel Spaß gemacht“, resümiert Schuchtmann-Fehmer.

Seit dem harten Wahlkampf im Jahr 2014 habe die politische Arbeit deutlich weniger Spaß gemacht, bekennt die gewiefte Fraktionsvorsitzende, die es gelernt hat, auch über Parteigrenzen hinweg zu agieren und zu paktieren.

Das zeigte sich auch bei der Abwahl von Bürgermeister Peter Maier, die die Grünen in einer Allianz mit der CDU, der UBG und den Einzelkandidaten Palitha Löher sowie Uwe Veltrup initiiert hatten.

„Es ist schade, dass man so weit gehen musste“, meint die Spitzenkandidatin der Grünen im Kreis. Aber es habe keine Alternative dazu gegeben. „Damit macht man sich keine Freunde, aber es galt, Verantwortung zu übernehmen“, bilanziert die Noch-Ratsfrau rückblickend.

„So bin ich und ich habe mich nie verstellt“, beschreibt die Grüne ihre direkte und zupackende Art, die nicht jedem liegt. „Ich werde mich nicht aufdrängen“, kündigt Schuchtmann-Fehmer an, bei den Grünen in Laer weiterhin aktiv zu bleiben zu wollen. Immerhin war das ihr Feld, auf dem sie erfahren hat, wie Kommunalpolitik funktioniert und wie die Wähler ticken.

Gerne blickt die scheidende Ratsfrau auf die Convention „ZirkuLaer“ zurück, die es 13 Jahre lang jeden Herbst im Ewaldidorf gegeben und internationale Teilnehmer und Besucher angezogen hat. Entstanden war diese aus einem Projekt der Regionale „Ab in die Mitte“.

Dass daraus dann fast ein Selbstläufer geworden ist, ahnte anfangs niemand. Für die zahlreichen Helfer und die gesamte Familie von Elke Schuchtmann-Fehmer wird es aber immer eine schöne Erinnerung bleiben.

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