Die Bürgermeisterkandidaten Helga Bennink und Palitha Löher erweisen sich als gute Verlierer
Fast erleichtert und gelassen

Laer -

Helga Bennink und Palitha Löher haben ihre Wahlniederlage vom 13. September relativ gut verkraftet.

Im Gespräch mit den WN erschienen die Kandidatin der Grünen und der parteilose Einzelbewerber fast ein wenig erleichtert, dass es ihnen nicht gelungen ist, ins höchste Amt der Gemeinde Laer zu kommen. So vermuteten sie, dass sie es mit der absoluten Mehrheit der CDU sehr schwer gehabt hätten, zu „regieren“.

Freitag, 25.09.2020, 19:34 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 16:36 Uhr
Helga Bennink
Helga Bennink

Während die Landratswahl des Kreises Steinfurt noch nicht entschieden ist und die Stichwahl zwischen dem CDU-Mann Mathias Krümpel und dem parteilosen Dr. Martin Sommer erst am morgigen Sonntag (27. September) ansteht, haben Helga Bennink und Palitha Löher es bereits hinter sich. Die Kandidatin der Grünen und der parteilose Einzelbewerber mussten sich bereits bei der Kommunalwahl am 13. September gleich im ersten Durchgang dem Zugpferd der CDU, Manfred Kluthe, geschlagen geben. So holte der 43-jährige Studiendirektor mit 56,4 Prozent der Stimmen die erforderliche Mehrheit für das Bürgermeisteramt in Laer.

Einen Achtungserfolg legte mit 23,1 Prozent der Stimmen Helga Bennink hin, die sich in einem Gespräch mit unserer Zeitung zufrieden mit ihrem Ergebnis zeigt. Vor dem Hintergrund, dass das Münsterland eher schwarz als grün sei, empfinde sie ihr Abschneiden als durchaus erfolgreich. Natürlich sei es schade, nicht das erklärte Ziel erreicht zu haben, aber gerade in der Politik gäbe es nun mal Gewinner und Verlierer, zeigt sich die 58-Jährige gelassen und realistisch.

„Nach dem Wahlabend war ich ein bisschen platt“, räumt die Wahl-Münsteranerin ein, dass die Anspannung davor immer größer geworden sei. Mit der satten Mehrheit der CDU im neu gewählten Rat hätte sie es als Bürgermeisterin sicherlich sehr schwer gehabt, mutmaßt die erfahrene Kommunalpolitikerin.

Ähnlich sieht das ihr Mitbewerber Palitha Löher. „Ich habe schon am nächsten Tag gedacht, dass es gut so war, wie es ausgegangen ist“, zeigt sich der 48-Jährige vor dem Hintergrund des Wahlerfolgs der CDU, die 50,5 Prozent der Stimmen und elf Sitze geholt hat, relativ gefasst. „Ich hätte gedacht, dass die Grünen mehr Stimmen bekommen“, berichtet der Casemanager im Jobcenter des Kreises Steinfurt, der auch nicht damit gerechnet hat, dass die SPD so abrutscht. Unter diesen Bedingungen wäre das „Regieren“ sicherlich sehr schwer geworden, zeigt sich der zweifache Familienvater im Nachhinein über den Gang der Dinge fast erleichtert.

Die beiden unterlegenen Bewerber hätten Manfred Kluthe allerdings gerne in die Stichwahl geschickt, wie Helga Bennink unumwunden zugibt. Doch die Wähler hätten eben anders entschieden. „Ich wünsche Herrn Kluthe, der CDU und Laer das Beste“, betont die Grüne. So sei die Gemeinde ihr richtig ans Herz gewachsen. Die Bürger verdienten einen Ortskern, in dem ein gedeihliches Miteinander möglich sei. Sie habe während des Wahlkampfs sehr nette Leute kennengelernt und werde sicherlich im lockeren Kontakt mit den Grünen vor Ort bleiben. „Ich habe ja kein schlechtes Leben“, bekennt die Diplom-Geologin, der Stadt Wuppertal als Mitarbeiterin erhalten zu bleiben. Den Grünen in Münster fühle sie sich auch weiterhin verbunden, so die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der dortigen städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wohn- und Stadtbau GmbH.

Dass er in zahlreichen Rückmeldungen viel positive Resonanz bekommen habe, erklärt Palitha Löher, der vor sieben Jahren ins Ewaldi­dorf gekommen ist und sich nicht nur in die Kommunalpolitik eingebracht hat, sondern auch in der Kirchengemeinde engagiert. „Das soll auch so bleiben“, betont der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, der über zahlreiche Kontakte in der Bevölkerung verfügt, und im Ewaldidorf wohnen bleiben will. Vor Ort habe er besonders den Jugendlichen seine Unterstützung angeboten, sagte Löher. Allerdings müssten diese auf ihn zukommen, wenn sie seine Hilfe bräuchten.

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