Uwe Veltrup regt Diskussion über Glaubenssymbol an
Mehrheit will das Kreuz im Rathaussaal hängen lassen

Laer -

Das Kreuz im Laerer Rathaussaal bleibt hängen. Das hat die Mehrheit des Haupt- und Finanzausschusses in ihrer jüngsten Sitzung entschieden. Der fraktionslose Ratsherr Uwe Veltrup hatte gefordert, dass das Glaubenssymbol entfernt wird, weil sämtliche christlichen Symbole dort nicht hingehörten.

Montag, 28.09.2020, 22:34 Uhr

Gehört ein Kreuz in den Rathaussaal? Für den bayerischen Ministerpräsident Markus Söder unbedingt. Der Christsoziale hatte 2019 mit seinem Kreuzerlass Schlagzeilen gemacht, in dem er forderte, dass in allen staatlichen Behörden Bayerns das Kreuz als christliches Symbol hängen sollte. Für Uwe Veltrup ist das Kreuz im Laerer Ratssaal mehr als zweifelhaft. Deswegen forderte der fraktionslose Ratsherr während der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, sämtliche christlichen Symbole aus dem Rathaus zu entfernen.

Das Fachgremium unter dem Vorsitz von Margarete Müller lehnte Veltrups Antrag bei einer Enthaltung allerdings ab. So sei Laer ein christlich geprägtes Dorf, in dem der Glaube eine zentrale Rolle spiele, befand die Ausschussvorsitzende, dass das Kreuz bleiben sollte.

Auf die Präambel des Grundgesetzes wies Dr. Reinhardt Nippert hin. „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben“, heißt es dort. Der Fraktionschef der UBG wunderte sich über die „Rigorosität“ des Antragsstellers.

Sie habe sich in den über 30 Jahren ihrer Ratszugehörigkeit noch nie durch das Kreuz im Sitzungssaal beeinträchtigt gefühlt, betonte Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer.

Dass man bei Bedarf und auf Antrag auch die religiösen Symbole anderer Glaubensgemeinschaften installieren könne, meinte Gerrit Thiemann von der SPD. Schließlich sei Laer eine offene und tolerante Gemeinde. Dies entspräche nicht dem Neutralitätsgebot im Grundgesetz, entgegnete Veltrup, dass dieses die Trennung von Kirche und Staat verankert habe. Deswegen gehöre auch kein Judenstern, kein Halbmond, kein Buddha oder Symbole anderer Weltreligionen ins Rathaus.

Dass eine Verflechtung zwischen Kirche und Staat schon lange besteht, gab Dieter Mesenbrock von der FBL zu bedenken. Er schlug vor, die Entscheidung dem neu gewählten Gemeinderat zu überlassen, was die Mehrheit jedoch ablehnte. Sie wollte, dass das Kreuz hängen bleibt.

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