Umgang mit Corona in der Kita St. Bartholomäus
„Die Kinder kommen gerne zu uns“

Laer -

Wie der Kindergarten St. Bartholomäus mit der Corona-Pandemie und ihren Konsequenzen umgeht, hat diese Zeitung während eines Besuchs in der Einrichtung Am Hofkamp in Laer erfahren. Dabei hat Einrichtungsleiter Thomas Maihaus berichtet, dass das Kita-Leben vor dem Ausbruch des Virus unbeschwerter und offener war. Zur Entlastung des Personals trägt eine „Alltagshelferin“ bei, die der Kita-Leiter nicht mehr missen möchte.

Montag, 26.10.2020, 17:31 Uhr aktualisiert: 27.10.2020, 16:39 Uhr
Kindergartenleiter Thomas Maihaus
Kindergartenleiter Thomas Maihaus Foto: Sabine Niestert

Der Kindergarten St. Bartholomäus ist für steigende Corona-Zahlen bestens gerüstet. Das zeigt ein Besuch in der Einrichtung Am Hofkamp, zu dem Kita-Leiter Thomas Maihaus diese Zeitung eingeladen hat. Schon an der Tür desinfiziert sich die WN-Mitarbeiterin die Hände. Ein Mund-Nasen-Schutz ist bei dieser Begegnung für beide Seiten selbstverständlich. Das gilt auch für das Einhalten des erforderlichen Mindestabstands.

Im Büro des Einrichtungsleiters füllt die Besucherin den Zettel mit ihren Kontaktdaten aus. „Der wir eingescannt, für drei bis vier Wochen archiviert und dann wieder gelöscht“, beschreibt Thomas Maihaus das für ihn ganz selbstverständlich gewordene Prozedere zum Nachhalten möglicher Infektionsketten. Sollte es erneut einen Lockdown geben, kann der Hausherr im Homeoffice auf alle Daten der Kita zugreifen. Doch natürlich hoffen alle, dass es nicht dazu kommt.

„Die Kinder kommen gerne zu uns“, beschreibt der Erzieher seine bisherigen Erfahrungen. Die etwas festeren Strukturen in der Kita hätten viele der Mädchen und Jungen vermisst, als die Einrichtung geschlossen war. Erst seit dem Ende der Sommerferien läuft der normale Regelbetrieb wieder. „Es ist allerdings nicht mehr so unbeschwert und offen wie früher“, berichtet der Kita-Leiter. So würde der Nachwuchs jetzt streng in festen Gruppen betreut und es gäbe festere Abläufe.

Ein „Rundlauf“ zeigt den Kindern den Weg durch die Einrichtung. Über die rote Spur geht es hinein und über die blaue wieder hinaus. Damit wird verhindert, dass es sich im Flurbereich knubbelt. Dort hängt auch die große Informationstafel, auf der die Eltern gebeten werden, ihre Sprösslinge beim Einhalten der Hygieneregeln zu unterstützen. Kindgerechte Bilder veranschaulichen dem Nachwuchs, wie er sich richtig die Hände waschen und coronakonform husten sowie niesen sollte. Keine Frage, das alles haben die Kleinen – vor Ort werden 53 Kinder im Alter von vier Monaten bis zum Grundschulalter in drei Gruppen betreut – und das 13-köpfige Kita-Team inzwischen verinnerlicht.

„Die Kolleginnen sind sehr gut auf die Situation vorbereitet und zeigen viel Engagement für die Kinder und Familien“, lobt Maihaus den Einsatz seiner Mitstreiterinnen, die sich dem Kampf der Corona-Pandemie bisher erfolgreich gestellt haben. Besonders glücklich ist der Einrichtungsleiter über den Einsatz einer „Alltagshelferin“, die seit dem 1. September wöchentlich für 15 Stunden in den Kindergarten kommt, um das Betreuungsteam zu unterstützen. Dabei handelt es sich um eine Mutter, die bei Bedarf auch Kinder betreuen könnte. „Durch ihre Unterstützung können wir uns auf das wesentliche konzentrieren und den Bildungsauftrag erfüllen“, freut sich Maihaus über die dringend benötigte Hilfeleistung, die das Land finanziert.

Zuvor mussten die Erzieherinnen selbst ihre Gruppenräume und alles, was sie benutzt haben, desinfizieren. Diese zusätzliche Arbeit, die am Tag rund eine halbe Stunde Mehrarbeit bedeutet hat, fällt dank der „Alltagshelferin“ nun weg. „Sie ist für uns Gold wert“, zeigt sich Maihaus dankbar über die willkommene Entlastung, die keiner mehr missen möchte.

„Wir machen möglich, was möglich ist“, berichtet Maihaus, dass das Turnen unter angepaßten Bedingungen läuft. Das gilt auch für das Mittagsessen, das mehr Personal erfordert.

Die Mitarbeiter können sich alle zwei Wochen testen lassen, erörtert Maihaus, dass der Großteil davon Gebrauch macht. Mit Masken und Handschuhen sei die Einrichtung gut ausgestattet. Die Kommunikation mit den Eltern erfolge per E-Mail und Telefonaten oder in Tür- und Angelgesprächen. Die Räume würden täglich mehrmals gelüftet und der alte Eingang sei reaktiviert worden, was die Bring- und Abholphase deutlich entspanne. Teamsitzungen fänden alle zwei Wochen in der Turnhalle statt, so dass die Kollegen den gebotenen Abstand einhalten könnten. „Wir machen es ganz genau, denn wir sind uns der hohen Verantwortung gegenüber den Kindern und ihren Familien sehr bewusst“, betont der Kita-Leiter, der natürlich hofft, dass sich die Lage bald wieder entspannt. Doch momentan sieht es nicht danach aus.

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