Bürgerinitiative folgt Einladung der Kreisverwaltung Coesfeld zur Anhörung aller Einwender
Schlafstörungen und Kopfschmerzen

Laer-Holthausen/Billerbeck -

Fast fünf Stunden hat die Anhörung gedauert, zu der die Kreisverwaltung Coesfeld alle Einwender gegen die in Kentrup projektierten drei Windkraftanlagen (WKA) eingeladen hatte. Daran beteiligte sich auch eine Delegation der Bürgerinitiative „Keine weiteren WKA in Kentrup, Holthausen u.U.“ Diese ist entschlossen, alle verfügbaren Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Anlagen zu verhindern.

Montag, 16.11.2020, 19:27 Uhr aktualisiert: 16.11.2020, 19:30 Uhr
Margarete Müller, Dr. Gudula Ritz, Lisa Wesseler und Beatrix Berg (v.l.) von der Bürgerinitiative (BI) „Keine weiteren WKA in Kentrup, Holthausen und Umgebung“ waren unter anderem der Einladung des Kreises Coesfeld zur Anhörung gefolgt.
Margarete Müller, Dr. Gudula Ritz, Lisa Wesseler und Beatrix Berg (v.l.) von der Bürgerinitiative (BI) „Keine weiteren WKA in Kentrup, Holthausen und Umgebung“ waren unter anderem der Einladung des Kreises Coesfeld zur Anhörung gefolgt.

Das Gutachten zur „optisch bedrängenden Wirkung“ sei der größte Schwachpunkt des Genehmigungsantrages für die drei geplanten Windräder auf der Beerlage im Bereich Kentrup. Diese Meinung vertritt die Bürgerinitiative (BI) „Keine weiteren WKA in Kentrup, Holthausen und Umgebung“. Eine der Anwohnerinnen, die innerhalb eines Radius von 600 Meter Abstand zu den geplanten Anlagen wohne, sei in dem Gutachten nicht einmal erwähnt. Vorhandene Fotos seien nicht aktuell, vertauscht und tendenziös bearbeitet, wie die BI in einer Pressemitteilung schreibt. Dieses Gutachten könne allerdings formal nur über die Genehmigungsbehörde – in diesem Fall der Kreis – beanstandet werden.

Vertreter der BI waren einer Einladung des Kreises Coesfeld gefolgt und hatten an einer Anhörung aller Einwender gegen die Windkraftanlagen (WKA) im großen Sitzungssaal des Kreishauses teilgenommen. Zur Delegation der BI gehörten neben Sprecherin Dr. Gudula Ritz noch vier Mitglieder aus Holthausen. Der Verein „Natur und Landschaft in Laer und Umgebung e.V.“ sei laut BI mit zwei Personen vertreten gewesen, eine davon gehöre zu den stark betroffenen Anwohnern, die mit ihrer Familie rund 1000 Meter entfernt von den geplanten WKA lebe. „Die am schlimmsten betroffenen Anwohner seien durch vier Personen und zusätzlich durch ihren Anwalt vertreten gewesen“, so die BI.

Die Kreisverwaltung habe sich fast fünf Stunden Zeit genommen, um den Fragen und Belangen der Einwender zu widmen. Nicht erörtert werden konnten laut BI Fragen, die nicht in den Kompetenzbereich des Kreises fallen, wie allgemeine Fragen zu den Bürger-, Grund- und Menschenrechten sowie deren Priorisierung vor Umweltschutz und materiellen Interessen, moralische Fragen, die Frage fehlender Speichermedien sowie allgemein politische Fragen.

Beim Treffen sei die Einschätzung der BI, was mangelnde Rücksichtnahme und fehlende Transparenz des Investors betreffe, voll bestätigt worden.

Eine besonders betroffene Anwohnerin habe berichtet, dass ihre Enkelkinder schon jetzt unter den bereits bestehenden und permanent rotierenden WKA leiden würden und deren Mutter gravierende Schlafstörungen sowie Kopfschmerzen zu beklagen habe. Dass gesundheitliche Störungen im Genehmigungsverfahren keine Gewichtung erhalten sollten, wolle ihr nicht in den Sinn.

Die BI habe darauf hingewiesen, dass die Anwohner aus Kentrup und Holthausen bereits jetzt persönliche Opfer für die allgemeine Stromversorgung und den Umweltschutz bringen, da sie bereits von allen Seiten von zahlreichen WKA umgeben seien. Es könne nicht sein, dass sich auf zwei bis drei Kilometer Umkreis WKA derartig verdichten, wie es dort der Fall sei.

Eine ebenfalls besonders betroffene Anwohnerin habe Bezug auf eindeutige Nachweise der gesundheitsschädigenden Wirkung von Infraschall der renommierten Universitäten Mainz und Hamburg-Eppendorf genommen, insbesondere auf den Herzmuskel und auf den Schlaf. Auch wenn man In­fraschall nicht hören könne, so gebe es ihn.

Die BI habe auf die behördliche Ermittlungspflicht und die Verantwortung des Staates zum Schutz der Bürger hingewiesen. Sie zweifele bei einem gegebenen Abstand von unter 600 Metern zu den WKA die grundsätzliche Möglichkeit an, eine optisch bedrängende Wirkung durch ein vom Betreiber beauftragtes oder gar unabhängiges Gutachten zu widerlegen. Die BI sei entschlossen, alle verfügbaren Möglichkeiten auszuschöpfen.

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