Holthausener Bürger überraschen ihre scheidende Ortsvorsteherin Margarete Müller mit einem Empfang
Bienenfleißig und voll engagiert

Laer-Holthausen -

Mit einem Abschieds-Empfang haben Bürgermeister Manfred Kluthe, Pfarrer Andreas Ullrich sowie Vertreter von Vereinen und Gruppen Holthausens langjährige Ortsvorsteherin Margarete Müller (coronabedingt) vor dem Pfarrhaus St. Marien überrascht. Dort würdigten die Sprecher das große Engagement der 65-Jährigen mit einer Urkunde und einem Geschenkkorb mit regionalen Produkten.

Dienstag, 17.11.2020, 18:28 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 18:30 Uhr
Zum Überraschung-Empfangskomitee für die scheidende Ortsvorsteherin Margarete Müller (3.v.r. vorne) vor dem Pfarrhaus St. Marien gehörten auch Pfarrer Andreas Ullrich (l.) und Bürgermeister Manfred Kluthe
Zum Überraschung-Empfangskomitee für die scheidende Ortsvorsteherin Margarete Müller (3.v.r. vorne) vor dem Pfarrhaus St. Marien gehörten auch Pfarrer Andreas Ullrich (l.) und Bürgermeister Manfred Kluthe

Das „Wohl und Wehe“ von Holthausen lag ihr stets am Herzen. Ohne sie wäre der kleinere Ortsteil von Laer vermutlich ein Stück ärmer und nicht das, was er heute ist: ein liebenswertes Dorf, in dem die Bürger zusammenhalten. Für vielfältiges buntes Leben sorgen beispielsweise die Feuerwehr-Löschgruppe, der Sportverein Schwarz Weiß, die Schützenbruderschaft St. Georg, der Marienkindergarten, der Jugendtreff, die agile Kfd, die aktive Seniorengruppe „Wir ab 60“ und der Arbeitskreis Kirmes/Oktoberfest.

Dafür, dass die Bewohner von Holthausen und ihre Interessen im Gemeinderat und der Verwaltung nicht vergessen werden, hat in den vergangnen 26 Jahren Margarete Müller als Ortsvorsteherin gesorgt. An vorderster Front setzte sich die gelernte Schneiderin seit 1994 für alle Vereine, Gruppierungen und Einrichtungen vor Ort ein. Während der konstituierenden Ratssitzung hat sich die Noch-65-Jährige offiziell aus ihrem Amt verabschiedet. Dieses hatte sie als 39-Jährige von Else Eißing übernommen, die von 1983 bis 1994 an der Spitze des Dorfes stand und sich politisch für das Allgemeinwohl stark machte. Zwölf Jahre lang wirkte Else Eißing für die CDU im Rat mit.

Als Margarete Müller in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin trat, waren die Kinder noch klein. Inzwischen sind ihre Tochter und ihr Sohn erwachsen und es gibt bereits zwei Enkelkinder, die gerne bei den Großeltern zu Besuch sind.

„Ich war seinerzeit noch sehr jung und unbedarft“, erinnert sich die Ex-Ortsvorsteherin an ihre politischen Anfänge in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Zum Glück habe sie ihre Vorgängerin jederzeit fragen können. „Wir haben dann viel geredet“, blickt die Christdemokratin gerne auf ihre Zeit und den Austausch mit „Tante Else“ zurück, die fast im gesamten Ort so genannt wurde. „Sie war mir sehr vertraut und immer eine gute Ratgeberin“, zeigt sich die zweifache Mutter heute noch dankbar, dass ihr der Einstieg in die Kommunalpolitik auf diese Art und Weise erleichtert worden ist. Peu à peu gelang es der Ratsfrau und Ortsvorsteherin, sich frei zu schwimmen und ihren eigenen Weg zu finden.

Dankbar zeigt die Kommunalpolitikerin sich auch gegenüber Dieter Janßen, der anfangs mit ihr als Ratsherr im Gemeinderat für die Interessen von Holthausen kämpfte. „Mit zwei Stimmen hat man einfach mehr Gewicht“, betont Müller, die in der nächsten Amtsperiode ihren Nachfolger Klemens Tacke im Gemeinderat unterstützen wird. Dem 62-Jährigen hinterlässt die geschäftige Akteurin, die bienenfleißig und vielfältig engagiert ist, ein gut bestelltes Haus mit emsigen Mitstreitern, die sich für das Oktoberfest, die Kirmes und viele andere Aktivitäten einsetzen. Diese ließen es sich am Sonntag auch nicht nehmen, ihrer Ortsvorsteherin einen ganz besonderen und persönlichen Abschied als Überraschung zu bereiten. Dazu trafen sich nicht nur Vertreter der Vereine und Gruppen, sondern auch Bürgermeister Manfred Kluthe und Pastor Andreas Ullrich am Vormittag – coronabedingt in kleiner Runde – vor dem Pfarrhaus St. Marien.

Mit einer Urkunde und einem Präsentkorb mit regionalen Produkten bedankten sich Daniel Stegemann und Dieter Reers im Namen aller Bürgerinnen und Bürger für den jahrelangen Einsatz von Margarete Müller für das Dorf. Die von der Aktion überraschte Geehrte, die übrigens auch zweite stellvertretende Bürgermeisterin war, zeigte sich sichtlich gerührt und versprach, auch weiterhin ehrenamtlich aktiv zu bleiben.

„Politik ist einfach ein Teil von mir“, bekennt die ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende, die dem Gemeinderat als einfache Ratsfrau erhalten bleibt. Im Ausschuss für Schule, Bildung und Sport, den sie bisher geleitet hat, wird Müller ihre Nachfolgerin Elke Hemling von den Grünen als stellvertretende Vorsitzende unterstützen.

Zudem bleibt sie der Kfd Holthausen-Beerlage, der Seniorengymnastik im Sportverein Schwarz-Weiß, der Seniorengruppe „Wir über 60“ und der Initiative für Kinder und Jugendliche in Laer und Holthausen an vorderster Front erhalten. Statt eines Ruhestands wird es wohl eher einen Unruhestand geben.

Margarete Müller scheinen die vielfältigen Aktivitäten jung zu halten. Und wenn sie mal nicht ehrenamtlich in Holthausen oder Laer unterwegs ist, kümmert sich die Oma gemeinsam mit ihrem Mann Walter um die dreijährigen Enkel. Dabei handelt es sich um ein quirliges Zwillingspaar, das nach dem Kindergarten seine Zeit gerne bei den Großeltern verbringt.

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