Großeinsatz der Feuerwehr
Radioaktivität in einer Plastiktüte

Laer/Horstmar -

Der Fund einer Plastiktüte mit radioaktiven Stoffen an der Horstmarer Straße hielt am Donnerstag zahlreiche Kräfte der Feuerwehr und der Polizei in Atem. In einer Spezialbox wurden die Stoffe schließlich abtransportiert.

Freitag, 20.11.2020, 08:36 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 10:02 Uhr
Mit einem Geigerzähler wurde der Inhalt der Spezialbox gemessen.
Mit einem Geigerzähler wurde der Inhalt der Spezialbox gemessen.

Für mehrere Stunden musste die L 579 zwischen Laer und Horstmar ab gestern Mittag voll gesperrt werden. Grund war ein gefährlicher Fund, den Klaus Hövermann bereits gegen 11 Uhr auf seinem täglichen Gang mit den zwei Hunden in Nähe seines Hauses gemacht hatte. Der Anlieger der Horstmarer Straße sah eine Tüte im Straßengraben liegen, dessen Inhalt er für weg geworfenen Müll hielt. Das war es auch, allerdings gefährlicher, wie sich herausstellte, was anschließend auch alle Einsatzkräfte in Atem hielt.

Die Tüte sei ungewöhnlich schwer gewesen. „Ich habe dann da hineingegriffen und bin auf ein Spritze und Behälter mit radioaktiven Stoffen gestoßen“, schilderte der Mann seine Entdeckung, die ihm einen riesigen Schreck versetzte und sofort bei der Polizei anrufen ließ. Die wiederum alarmierte die Freiwillige Feuerwehr Laer.

Betroffenen nichts passiert

 „Wir haben keinen ABC-Messwagen, deswegen haben wir die Feuerwehr Rheine und die Feuerwehr Altenberge zu Hilfe gerufen“, erklärte Gemeindebrandin­spektor Stephan Rikels im Gespräch mit dieser Zeitung. Die hätten dann den Anwohner und die Polizisten, die auch Kontakt mit der Tüte und ihrem Inhalt gehabt hätten, auf Radioaktivität gemessen. Zum Glück sei den Betroffenen nichts passiert.

 In einem Sicherheitsradius von 50 Metern sperrten die Helfer und Rettungskräfte die Straße ab, um ihren weiteren Einsatz durchführen zu können. Dazu stiegen zwei Feuerwehrmänner in Schutzanzüge, um sich dem Gefahrgut nähern zu können. Dieses packten sie in eine gesicherte Spezialbox, die nach einer Messung mit dem Geigerzähler abtransportiert wurde. Neben der Feuerwehr und der Polizei war ein Rettungswagen vor Ort. Als nicht so gefährlich wie anfangs befürchtet, schätzte Steffen Wenners-Epping vom Laerer Ordnungsamt die radioaktiven Stoffe ein. „Wer macht so etwas und warum?“ fragte sich nicht nur Klaus Hövermann, der erst nach mehreren Stunden wieder in sein Haus zurückkehren konnte, das auch seine Schwiegereltern verlassen mussten.

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