Laers Bürgermeister Manfred Kluthe ist seit 100 Tagen im Amt
Der Einstieg ist gut gelungen

Laer -

Die 100-Tage-Bilanz des neuen Bürgermeisters zeigt, dass Manfred Kluthe schon vieles angestoßen hat. Den Kontakt zu den Bürgern sucht der Gemeindechef in seinen Sprechstunden und in Videobotschaften informiert er sie in Sachen Corona-Pandemie, die seine Arbeit erschwert.

Donnerstag, 14.01.2021, 18:18 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 18:20 Uhr
Bürgermeister Manfred Kluthe fühlt sich auch in der Umgebung seines neuen Arbeits
Bürgermeister Manfred Kluthe fühlt sich auch in der Umgebung seines neuen Arbeits Foto: at

Manfred Kluthe kann es kaum fassen, dass seine ersten 100 Tage als Bürgermeister von Laer schon rum sind. „Kommt mir wie gestern vor“, erinnert sich der neue Gemeindechef in einem Gespräch mit dieser Zeitung an den 1. Oktober in 2020. An dem Tag hat der 43-Jährige, der sich bei der Kommunalwahl am 13. September gleich im ersten Durchgang erfolgreich gegen Helga Bennink und Palitha Löher durchsetzen konnte, die Verwaltungsgeschäfte aufgenommen.

Der 43-Jährige ist auch im Nachhinein heilfroh, dass er damit nicht bis November gewartet hat. Weil der Bürgermeisterposten in Laer vakant war, konnte er früher beginnen als seine neu gewählten Amtskollegen in den Nachbarorten. Von dieser Möglichkeit hat der ehemalige Studiendirektor gerne Gebrauch gemacht. Schließlich wollte der frisch gebackene Bürgermeister seinen Vorlauf nutzen, um sich in die noch unbekannte Materie einzuarbeiten und die gesamte Belegschaft des Hauses kennenzulernen.

Nach über drei Monaten sind dem zweifachen Familienvater die Fachbereichsleiter und Kämmerer Thorsten Brinker, Matthias-Holger Reher und Stefan Wesker sowie deren Mitarbeiter fast vertraut. Nicht zu vergessen sein Allgemeiner Vertreter, Maik ter Beek, die Kulturbeauftragte Gudrun Homann, Klimaschutzmanager Daniel Matlik und Sekretärin Britta Bens. Sie alle hätten ihm den Einstieg leicht gemacht, lobt der Neue das Verwaltungsteam als eine „tolle Mannschaft“. Engen Kontakt pflegt der Hauptverwaltungsbeamte auch zu den Mitarbeitern des Bauhofs, die er jeden Freitag besucht.

„Laer ist wieder mit voller Besetzung vor Ort aktiv“, beschreibt der Gemeindechef, die neue Situation. Ein Zustand, nach dem sich nicht nur die Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch der Rat und die Bürger gesehnt haben. Schließlich sind viele Kontakte – auch die nach außen – durch die längere Vakanz an der Spitze der Gemeinde eingeschlafen. Manfred Kluthe hat in zirka 300 Antrittsbesuchen versucht, die eingerosteten Beziehungen neu zu beleben. Ob zu seinen Amtskollegen im Kreis Steinfurt, zum Landrat Dr. Martin Sommer, zu Regierungspräsidentin Dorothee Feller oder zum Ministerium, an vielen Stellen hat der Nachfolger von Peter Maier aktiv das Gespräch gesucht.

„Wenn man sich persönlich kennt, läuft vieles besser“, weiß er aus Lebenserfahrung. Diese sowie seine natürliche Art kommen ihm auch bei seinen Bürgersprechstunden zugute. Der Gemeindechef bedauert, dass diese wegen des verschärften zweiten Lockdowns momentan nur als Videosprechstunde oder telefonisch angeboten werden können. Trotzdem will er den direkten Draht zur Bevölkerung nicht abreißen lassen.

In eigens verfassten Videobotschaften informiert er die Bürger zudem über das jeweils neueste Infektionsgeschehen vor Ort. Mit über 20 Infizierten waren die Zahlen zeitweise recht hoch, doch inzwischen sind sie glücklicherweise wieder auf acht betroffene Personen heruntergegangen. Diese Entwicklung kommentiert der Bürgermeister in seinem jüngsten Podcast, in dem er wie immer auch an die Zuhörer und Zuschauer appelliert, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten.

Kluthe bedauert, dass es in 2021 coronabedingt keinen Neujahrsempfang geben kann und dass die Pandemie seine Arbeit erschwert. So muss er sein Tempo drosseln, was ihm als „ungeduldigem Menschen“ schwer falle. Umso wichtiger sei es, dass die Pandemie durch die Impfungen bald besiegt werden könne. Der Bürgermeister findet es auch schade, dass die ersten Sitzungen der Fachausschüsse coronabedingt in den Februar verlegt werden mussten. Schließlich wolle auch der neu gewählte Gemeinderat mit seiner Arbeit möglichst bald loslegen. Ihm als Moderator sei daran gelegen, dass alle Fraktionen gut zusammenarbeiten. Gemeinsam mit den Parteien wolle er sich beispielsweise für eine mittelfristige Steuersenkung, eine verstärkte Digitalisierung und für eine starke Wirtschaftsförderung einsetzen.

Ob Bürgerwerkstätten, die Einführung eines Laerer Gutscheins, um den Einzelhandel zu fördern oder die Einrichtung eines Bürgerbusses, der ehemalige Tischlergeselle, der Maschinenbau, Wirtschaft, Gestaltungstechnik und Politik studiert hat und vor dem Bürgermeisteramt 14 Jahre lang als Lehrer in der beruflichen Bildung für die Digitalisierung zuständig war, hat noch zahlreiche Ideen, die er umsetzen möchte.

„Ich kann mich sehr schnell in neue Dinge arbeiten“, nennt Kluthe eine seiner Stärken. Dass er auch über Durchhaltevermögen und Optimismus verfügt und Menschen begeistern kann, haben die „Laerer Lichterwochen“ gezeigt. Weil der Weihnachtsmarkt pandemiebedingt abgesagt werden musste, hat der Bürgermeister lange über mögliche Alternativen nachgedacht. So wollte er verhindern, dass das Virus die Aktivitäten im Ewaldidorf komplett ausbremst. Für seine Idee konnte er die Gemeindeverwaltung und den Dorfmarketingverein als aktive Mitstreiter gewinnen. Das und die rege Beteiligung der Bürger haben letztlich dazu beigetragen, dass diese Gemeinschaftsveranstaltung ein voller Erfolg geworden ist.

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