Corona verändert den Ablauf der Tannenbaum-Sammelaktion in Laer und Holthausen
Es muss zack, zack gehen

Laer/Laer-Holthausen -

Coronakonform haben die Kolpingsfamilie in Laer und die „Kentruper Jungs“ in Holthausen am Wochenende die ausgedienten Weihnachtsbäume in beiden Ortsteilen eingesammelt. Dabei schellten die Helfer nicht wie sonst üblich an den Haustüren, sondern gingen auf Abstand.

Montag, 11.01.2021, 18:03 Uhr aktualisiert: 18.01.2021, 16:06 Uhr
Von der Straße
Von der Straße

Üblicherweise treffen sie sich zu Beginn der Aktion zum gemeinsamen Frühstück im örtlichen Pfarrzentrum. Dieses dient der Stärkung und Einstimmung der Helfer. Zudem nutzt Josef Laumann dann die gute Gelegenheit, um die Sicherheitsbelehrung vorzunehmen. Nach Beendigung der Arbeit lassen die Teilnehmer ihren Einsatz gerne bei einem Bier samt kleinem Snack gemütlich und gesellig ausklingen. In Corona-Zeiten ist das alles natürlich nicht möglich. So zwingt die Pandemie die Kolpingsfamilie in Laer und die „Kentruper Jungs“ in Holthausen die Sammlung der ausgedienten Tannenbäume ganz anders zu organisieren als bisher üblich und gewohnt.

Da gilt es, Menschenansammlungen zu vermeiden, die Begegnungen zu minimieren, auf Abstand zu gehen, eine Mund-Nasen-Maske zu tragen und die Hygienevorschriften einzuhalten, um Infektionsrisiken zu vermeiden. Diese Maßnahmen schreibt das Konzept vor, das die Veranstalter in Abstimmung mit dem Ordnungsamt der Gemeindeverwaltung erarbeitet haben, um das erhoffte Okay für die Traditionsveranstaltung zu bekommen. Die liegt vor, als es am Samstagmorgen in beiden Ortsteilen um 8.30 Uhr auf Sammeltour geht.

In Laer treten 30 Helfer an. Sie treffen sich mit Abstand an der Darfelder Straße. Dort verteilt Josef Laumann, der schon seit Jahren die Aktion der Kolpingsfamilie betreut und begleitet, Hinweiszettel mit den Sicherheitshinweisen, die Einteilung der Bezirke sowie die vorgeschriebenen Warnwesten. Der frühere Vorsitzende hat auch die sechs Sammelgruppen zusammengestellt, zu der jeweils vier Personen und ein Fahrzeug gehören. Für die Mannschaften gibt es Mettendchen und Mineralwasser für unterwegs.

„Ein Fahrer, ein Packer und zwei Läufer“, beschreibt der Aktionsleiter die Funktionen. Für die Stichstraßen sind zudem zwei Einzelsammler eingeteilt. Zwei Personen fahren jeweils mit einem Pkw herum und sammeln die Reste ein. Keine Frage, alles hat seine Ordnung und ist genaustens durchorganisiert, schließlich soll alles zack, zack gehen.

Laumann freut sich besonders darüber, dass der Aufruf der Kolpingsfamilie an die Bevölkerung zu helfen, von Erfolg gekrönt ist. So gehen zum ersten Mal vier Mitglieder der Landjugend an den Start. Zudem erleben zwei Jugendliche aus dem Chil-laer ihre Premiere. Schon eine feste Größe ist hingegen eine Gruppe junger Männer, die jedes Jahr dabei sind. Dankbar sind die Organisatoren auch dafür, dass die Helfer ihre Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung stellen und fast alle sogar den Sprit selbst bezahlen. „Pater Adalbert fasst sonst immer mit an, aber dieses Mal kann er nicht“, bedauert Laumann die Abwesenheit des Präses der Kolpingsfamilie, der wegen dringender, unaufschiebbarer Angelegenheiten in seine kongolesische Heimat geflogen ist und erst Mitte Februar zurückerwartet wird.

Im kleineren Ortsteil Holthausen sind acht Helfer von den „Kentruper Jungs“ mit ihren Fahrzeugen unterwegs. In Gruppen aufgeteilt treffen sie sich dezentral. „Früher sind wir von Haus zu Haus gezogen und haben an jeder Tür geschellt, um um Spenden zu bitten, aber das geht dieses Mal natürlich nicht“, erklärt Daniel Stegemann. Er ist einer der Akteure, der schon lange dabei ist. Die Bewohner sind im Vorfeld gebeten worden, ihr Geld an die Bäume zu hängen. „Sie können es aber auch im Backshop abgeben. Dort ist eine Spendendose, die die nächsten Tage noch steht“, berichtet Stegemann, dass der Erlös für die Weihnachtsbeleuchtung im Dorf bestimmt ist, die im nächsten Advent noch erweitert werden soll. Auch die Sammler in Holthausen verzichten coronabedingt auf den sonst üblichen gemütlichen Teil, schließlich soll alles möglichst zügig und kontaktlos über die Bühne gehen. Wie viel Geld vor Ort eingegangen ist, müsste spätestens am Wochenende feststehen.

„In meinem Briefkasten haben sich rund 1000 Euro befunden“, freut sich Josef Laumann über die Spendenbereitschaft der Bürger. Diese hätten mit fünf bis zehn Euro mehr gegeben als bisher. Dafür habe es allerdings weniger Bäume gegeben. Nun gelte es noch abzuwarten, wie viel Geld bei der Volksbank eingegangen sei. Bereits um 11 Uhr seien die meisten Gruppen mit ihren Bezirken durch gewesen, resümiert der Organisator. Sollte ein Haus oder eine Straße vergessen worden sein, könnten sich die Betroffenen bei ihm unter der Telefonnummer 0 25 54/16 10 melden.

Während die „Kentruper Jungs“ die Tannenbäume auf einem beaufsichtigten Grundstück fürs Holthauser Osterfeuer sammeln, haben die Kolpinger das eingesammelte Grün zum Schreddern zum Bauhof gebracht.

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