Kluthe nutzt den Holocaust-Gedenktag
Erinnerungskultur neu erwecken

Laer -

„Fünf Generationen Juden in Laer“ lautet der Titel eines Buches, in dem sich die Laererin und Holocaust-Überlebende Irmgard OHl (geborene Heimbach) an ihre Zeit im Ewaldidorf erinnert. Dieses empfiehlt Bürgermeister Kluthe jenen, die sich für die Geschichte der Juden in Laer interessieren. So möchte er die Erinnerungskultur vor Ort neu erwecken. Zudem bringt er das Konzept der Stolpersteine von Gunter Demnig ins Gespräch.

Donnerstag, 28.01.2021, 16:28 Uhr
Bürgermeister Manfred Kluthe hat am Holocaust-Gedenktag
Bürgermeister Manfred Kluthe hat am Holocaust-Gedenktag Foto: privat

Am Mittwoch (27. Januar), dem 76. Jahrestag, an dem 1945 die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz befreit wurden, hat Laers Bürgermeister Manfred Kluthe im Namen der gesamten Gemeinde allen Opfern des Holocausts gedacht. Darauf weist die Gemeindeverwaltung in einem Pressetext hin. „Mit Scham und Bestürzung erinnern wir uns an die Judenvernichtung, die mit der Pogromnacht begann und in den Vernichtungslagern von Auschwitz und Treblinka endete. Wir denken ebenso an alle Opfer, die politisch verfolgt wurden, Gegner des Nazi-Regimes waren, Roma und Sinti, aber auch Homosexuelle und alle, die verschleppt und ermordet wurden“, zitiert das Schreiben den Bürgermeister.

Auf dem alten Friedhof der Horstmarer Straße erinnere ein Gedenkstein an die jüdischen Opfer der Gemeinde der Jahre 1933 bis 1945. „Diese Begräbnisstätte gab es seit 1845. Davor begruben die Laerer Juden ihre Verstorbenen auf einem kleinen Areal an der Borghorster Straße. Ab Mitte der 20er Jahre fanden die letzten Begräbnisse auf unserem heutigen Gemeindefriedhof statt und sind noch heute zu sehen. Eine kleine Synagoge gab es ebenfalls in Laer“, berichtet der Bürgermeister, dass bis zu sieben jüdische Familien im Ewaldidorf gelebt haben. Sie arbeiteten, betrieben Geschäfte und schickten ihre Kinder zur Schule.

Der letzte jüdische Viehhändler im Ort war Max Heimbach, der noch bis Ende September 1938 sein Geschäft betrieb. Die letzten vier jüdischen Bewohner Laers wurden Ende Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert.

Die Laererin und Holocaust-Überlebende Irmgard Ohl (geborene Heimbach), erinnere in dem Buch „Fünf Generationen Juden in Laer“, geschrieben von Diethard Aschhoff und Gisela Möllenhoff an die damalige Zeit in Laer, so Manfred Kluthe. Der Bürgermeister regt an, dass die Bürger sich Gedanken machen und Vorschläge gesammelt werden, wie man in Zukunft gemeinsam den Opfern des Nationalsozialismus und insbesondere den damaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Laer gedenken kann.

„Eine Idee wäre, das Konzept der Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig, das in ganz Europa verbreitet ist. An bestimmten Orten unserer Gemeinde könnten wir so Erinnerungskultur neu erwecken“, schlägt der Verwaltungschef vor.

Allen Interessierten, die sich in die in die Geschichte der Juden in der Gemeinde Laer einlesen wollen, bietet der Hauptverwaltungsbeamte an, sich ein Exemplar des Buches „Fünf Generationen Juden in Laer“ in der Gemeindeverwaltung auszuleihen.

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