Industrieansiedlung
Metallbau-Jungunternehmer siedelt sich im Peddenfeld an

Metelen -

Eine Millioneninvestition im Gewerbegebiet Peddenfeld ist seit Montag in trockenen Tüchern. Der Rat genehmigte den Verkauf eines mehr als 11000 Quadratmeter großen Gewerbegrundstücks an einen Langenhorster Jungunternehmer. Ansgar Kremer will hier einen metallverarbeitenden Betrieb errichten.

Mittwoch, 12.08.2015, 00:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2015, 09:39 Uhr
Der Grundstücksverkauf  
Der Grundstücksverkauf   Foto: Dieter Huge sive Huwe

Es ist die erste größere Industrie-Ansiedlung in Metelen seit langer Zeit und noch dazu eine, die neue Arbeitsplätze in der Gemeinde schafft. Der Lan­genhorster Ansgar Kremer kauft 11558 Quadratmeter Gewerbefläche im Gewerbegebiet Peddenfeld und will hier bereits ab Januar 2016 mit der Produktion beginnen. Der Rat machte am Montagabend in einer nichtöffentlichen Sitzung den Weg frei für den Verkauf des Grundstücks.

Auf dem Gelände wird eine 90 mal 20 Meter große und etwa sieben Meter hohe Industriehalle entstehen, in der mit Hilfe von computergesteuerten Maschinen Bauteile für eine ganze Palette von Anwendungsgebieten herstellt werden können. „Die Bandbreite reicht von Nutz- und Baufahrzeugen, über Windenergiefirmen und den Maschinenbau bis hin zu Stalleinrichtungen“, machte Kremer bei der Vorstellung seines Projekts im Anschluss an die Ratssitzung deutlich, dass er breit aufgestellt den Weg in die Selbstständigkeit wagen wird.

Der 35-Jährige hat die Branche von der Pike auf kennengelernt, war Schweißfachmann, machte seinen Metallbaumeister und ist seit einigen Jahren Betriebsleier in einem Ahauser Unternehmen, das in der gleichen Branche tätig ist.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um etwas Eigenes zu machen“, ist sich Kremer sicher und entwickelte ein Konzept, das auch bei dem Geldgeber ankam. Im November des vergangenen Jahres reifte der Entschluss, etwas Eigenes zu machen. Der Businessplan war offenbar derart bestechend, dass auch der Geldgeber mitzog. Dass die Halle und der nagelneue Maschinenpark, der bis Weihnachten dort aufgebaut wird, einen siebenstelligen Millionenbetrag kostet, erklärte Kremer. Und dass es mit einer Million Euro nicht getan ist, ließ er ebenfalls durchblicken, ohne die konkrete Summe nennen zu wollen.

Unter der Ausstattung der Halle sticht sicherlich die CNC-gesteuerte Laserschneidanlage heraus. Eine Abkantbank und eine Schweißbaugruppe sind weiteres zentrales Equipment in dem neuen Betrieb. Mit dem Maschinenpark lassen sich sowohl Einzelaufträge als auch kleine und mittlere Serien an Baugruppen fertigen, die dann zugeliefert werden. Kurze Wege von der Anlieferung des Rohmaterials bis zum Versand am anderen Ende der Halle lassen die Erfahrung Kremers mit derartigen Produktionen erkennen.

Der Zeitplan ist sehr ambitioniert. „Am 24. September ist der Spatenstich“, erklärte Kremer. Und am 4. Januar – das ist der erste Montag im neuen Jahr – soll die Produktion bereits laufen. Zehn bis zwölf Mitarbeiter werden anfangs in der Halle arbeiten, erklärte der Langenhorster Jungunternehmer, der sich durch die Größe des Grundstücks Optionen auf die Zukunft gesichert hat. Ein zweiter und auch dritter Bauabschnitt in vergleichbaren Dimensionen sind auf dem Areal realisierbar. „Wir wollen im Dreischichtbetrieb produzieren“, gibt Kremer die Richtung vor. Dass dabei bei voller Auslastung schon in der ersten Halle bis zu 20 Mitarbeiter gebraucht werden, findet natürlich auch die Gemeinde gut.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, ein Unternehmen von außerhalb nach Metelen zu holen“, erklärte Bürgermeister Gregor Krabbe bei der Vorstellung des Projekts vor der Presse im Anschluss an die Rats-Sondersitzung. Schließlich handele es sich um einen neuen Firmenstandort „im signifikantem Maßstab“, so Krabbe weiter. Metelens erster Bürger zeigte sich angetan davon, dass durch das neue Unternehmen auch die Gewerbesteuereinnahmen des Ortes steigen – „eben dort, wo die Lohnsummen entstehen“.

Gut tat ihm auch das Lob des Investors, der gemeinsam mit seiner Frau Karina zur Vorstellung des Projekts ins Rathaus gekommen war. „Das ging alles sehr zügig und hat auch auf der persönlichen Ebene gepasst“, so Kremer, der nicht damit hinter dem Berg hielt, dass er auch Ochtrup und Wettringen für die Ansiedlung im Auge gehabt hatte. „Aber auch so bin ich ja in fünf Minuten im Betrieb“, schilderte er die Nähe zum Standort als ein wesentliches Entscheidungskriterium für seine Wahl. Ein anderer sei die Nähe zur B 54 gewesen.

Nah ist auch der Ultraleicht-Flugplatz, der künftige Nachbar des Jungunternehmers. Metelens Kämmerer Andreas Möllers erläuterte aber, dass der Abstand zur Start- und Landebahn ausreichend sei und dass es deshalb keinen Konflikt gebe.

Ansgar Kremer selber ist daran gelegen, sein Unternehmen auch vorzustellen. Wenn alles fertig und die Produktion gestartet ist, will er für die Öffentlichkeit auch mal an einem Tag lang die Hallentüren öffnen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3439091?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
Nachrichten-Ticker