Freifunk
Freifunker erobern Metelen            

Metelen -

Auf fruchtbaren Boden fällt die Freifunk-Initiative in der Vechtegemeinde. Zahlreiche Bürger und Gewerbetreibende folgten einer Einladung der Gemeinde zu einem Infovortrag über das kostenlose WLAN-Angebot. Vertreter der Initiativgruppe stellten das Projekt vor. 

Donnerstag, 03.12.2015, 10:00 Uhr
Über Freifunk, der mit besonders eingestellten Routern funktioniert, informierten Timo Schmitt und Dieter Szoballa die interessierten Teilnehmer.
Über Freifunk, der mit besonders eingestellten Routern funktioniert, informierten Timo Schmitt und Dieter Szoballa die interessierten Teilnehmer. Foto: Oliver Hengst

Ingo Wesseler, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Metelen, fragte am Dienstagabend im Alten Amtshaus lieber gleich zweimal nach: „Und bei dieser Freifunk-Geschichte entstehen mir neben der Investition für die vergleichsweise günstigen Router keine weiteren oder laufenden Kosten?“, wollte der Geschäftsmann aus naheliegenden Gründen wissen. Das beantwortete Timo Schmitt von der Initiative Freifunk Münsterland/Kreis Steinfurt gleich doppelt mit einem klaren Nein.

Nicht nur Geschäftsleute waren der Einladung der Gemeinde Metelen zu einer Informationsveranstaltung gefolgt, um sich mit dem Thema „Freifunk für Metelen“ zu beschäftigen, Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Da war der Wirteverein ebenso vertreten wie die Geldinstitute und diejenige Interessengemeinschaft (IG), die schon in Sachen Glasfaser mitgeholfen hatte, in Metelen dieser Technik einen Weg zu ebnen. Und neben ganz normalen Bürgern aus der Vechtegemeinde hatten auch zwei Verwaltungsmitarbeiter aus dem benachbarten Schöppingen den Weg in die Runde gefunden.

Es war sicher ein Verdienst der Initiative-Mitglieder Dieter Szoballa, Unternehmer für IT-Lösungen aus Steinfurt-Borghorst, und vor allem Timo Schmitt, Fachinformatiker für Systemintegration und Informatik-Student an der FH Münster, das es eine sachkundige und informative Veranstaltung war. Wie alle Freifunker hegen die beiden keine geschäftlichen Interessen, sondern wollen vielen Menschen einen freien Zugang zur Nutzung des Internet verschaffen.

Die präsentierte Idee hat etwas: Jeder, der schon über die verschiedenen Anbieter (Provider) ins Internet kommt, zwackt ein wenig von seiner Leistung für einen speziellen Router ab. Dieser verhilft den Usern über die von der Initiative genutzten Server den Weg in die weltweite Kommunikationsgemeinschaft. Viele solcher „Insellösungen“ mit vergleichsweise geringer Reichweite und ebensolcher Leistung verbinden sich so technisch zu einer Funkgemeinschaft, die Innenstädte, Sportanlagen, Flüchtlingsunterkünfte und andere öffentliche Räume versorgen kann. Sowohl die „Warpzone e.V.“ als auch „Freifunk Rheinland e.V.“, die diese Serverkapazitäten anbieten, haben den Status eines Internet-Diensteanbieters sind sind von der „Störerhaftung“ ausgenommen.

Der Initiative geht es um einen freien, unzensierten und – soweit es die gesetzlichen Bestimmungen zulassen – um einen anonymen Weg ins Netz an. Jeder kann mitmachen: Die günstigsten Router kosten um die 20 Euro, je nach Leistungsstärke. Die Gemeinde und die IG Glasfaser boten an, Interessierten Informationen und gewisse Unterstützung anzubieten. Man kann sich auch direkt an die Freifunk-Initiative wenden.

Zum Thema

Kontakte über E-Mail, Facebook und Twitter: www.freifunk-kreis-steinfurt.de oder metelen@freifunk-kreis-steinfurt.de.

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