Sa., 19.03.2016

Streit der TV-bekannten Brüder Peter Ludolf muss Schrottplatz in Dernbach räumen

Metelen/Dernbach - 

Er hat lange Zeit die Hand über seine Brüder gehalten, doch am Freitag zog Peter Ludolf die Notbremse. Der TV-bekannte Dicke vom Schrottplatz im Westerwald räumte zahlreiche Autos vom Anwesen der Familie. Die Ludolfs, die in mehreren Fernseh-Staffeln ein Millionenpublikum begeisterten, wird es in Dernbach nicht mehr geben.

Von Dieter Huge sive Huwe

Peter Ludolf, der seit mehr als einem Jahr in Metelen auf dem Anwesen von Monzaguhru Dirk Lating und dessen Familie lebt, hatte keine andere Wahl: Manni, der jüngste unter den Schrottplatz-Brüdern, schickte ihm eine Räumungsklage ins Haus. Das Grundstück der Ludolfs in Dernbach gehört nämlich dem Benjamin des einstigen Quartetts. Dieser erwirkte gerichtlich die Räumung der Fläche.

Am Freitag, in aller Herrgottsfrühe, starteten Dirk Lating und Peter Ludolf die Aktion, die ganz plastisch zugleich einen Schlussstrich unter das von vielen Fans immer noch erhoffte Revival der Brüder setzte. „Wir haben das nicht an die große Glocke gehängt, sonst wäre da kein Durchkommen mehr gewesen“, erklärte Lating am Freitagnachmittag im Gespräch mit dieser Zeitung.

Kult-Autos landen in Metelen

Da lief die Räumungsaktion schon auf vollen Touren. 55 Fahrzeuge wurden vom Grundstück geborgen. „Wir haben ein Abschleppunternehmen engagiert. Die sind mit etlichen Lkw hier. Es passen ja immer nur drei Autos auf einen der Tieflader“, schilderte Lating die Aktion. Zum Verbleib der Altfahrzeuge sagte der Metelener Auto-Experte: „Die gehen gleich in den Schredder.“

Lating war auch selber mit seinem Kfz-Anhänger vor Ort. Wichtigen Fahrzeugen aus den Ludolf-Filmen soll dieser letzte Weg des alternden Blechs erspart bleiben. „Wir wissen noch nicht genau, welche Fahrzeuge wir nach Metelen mitbringen werden“, erklärte Lating. Zwei der Alt-Karossen, die jahrelang markant vor dem Wohnhaus der Ludolfs parkten, befinden sich jetzt schon in der Sicherheit der alten Tankstelle an der Wettringener Straße: Einen VW-Kübelwagen und eine Citroën 2 CV holten Lating und Ludolf schon vorab nach Metelen. An beiden Fahrzeugen haben Wind, Wetter, vor allem aber viele Fans, die sich verewigen wollten, ihre Spuren hinterlassen. „Die machen wir wieder fertig, so dass sie aussehen wie in den Ludolf-Folgen“, verrät Lating den Plan des „Team Peter Ludolf“ für den Kübel und die Ente.

Fotostrecke: Ludolf-Bulli beim Monzaguhru

Ludolfs Reaktion auf die Abschlepp-Aktion beschrieb sein Metelener Gastgeber im Telefon-Interview als „zunächst etwas deprimiert, dann aber zunehmend erleichtert“. „Dem ist eine Last von der Schulter gefallen“, beobachtete Lating, wie Ludolf den Tag auf dem Gelände der elterlichen Altautoverwertung verfolgte.

TV-Neuauflage gescheitert

Dernbach ist spätestens seit der gestrigen Aktion für Peter Ludolf in noch weitere Ferne gerückt, als eh schon durch den Knatsch mit seinen Brüdern. Dem lebenslangen Wohnrecht, das der 60-Jährige im elterlichen Haus genießt, zieht er seine neue Wahlheimat in Metelen vor. Dort, bei Dirk und Naddel Lating, fühlt er sich wohl, hat sich erholt vom Verlust seines Bruders Günter, der ihn stark abmagern ließ. Im Ort gehört er längst zum alltäglichen Bild, wenn er sein Patenkind Leon im Kinderwagen spazieren fährt. „Ich bin sehr glücklich in Metelen“, erklärte er jüngst im Video-Interview unserer Zeitung.

Darin hatte er das Comeback seiner Brüder mit einer eigenen Schrottplatz-Staffel auf dem TV-Sender Kabel 1 noch mit den besten Wünschen begleitet. Gleichzeitig warnte er aber auch vor allzu großen Erwartungen: „Das sind nicht mehr die richtigen Ludolfs.“ Der De-facto-Metelener sollte Recht behalten: Die Sendung lief zunächst zur Prime-Time am Sonntagabend, verschwand danach aber rasch aus dem Sendeplan. Mitte Februar war Schluss – nach nur fünf Folgen.

Fotostrecke: Die Ludolfs - Das Schrottimperium kehrt zurück



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