Tanja Alfert betreibt Spielgruppe „Villa Kunterbunt“
Das erste Mal ohne Mama und Papa

Metelen -

In der „Villa Kunterbunt“ bereiten sich U3-Kinder auf ihre Zeit im Kindergarten vor. In der Spielgruppe, die Erzieherin Tanja Alfert seit zehn Jahren betreibt, lernen die Eineinhalb- bis Dreijährigen, den Umgang mit Gleichaltrigen – und dass das Spielen auch ohne Mama und Papa viel Freude bereiten kann.

Donnerstag, 31.03.2016, 10:00 Uhr aktualisiert: 31.03.2016, 10:02 Uhr
Vor dem Kindergarten geht es in die Spielgruppe: Seit zehn Jahren betreibt Tanja Alfert (l.) die „Villa Kunterbunt“. Im eigenen Wohnhaus betreut die Erzieherin Kinder im Alter von eineinhalb bis drei Jahren.
Vor dem Kindergarten geht es in die Spielgruppe: Seit zehn Jahren betreibt Tanja Alfert (l.) die „Villa Kunterbunt“. Im eigenen Wohnhaus betreut die Erzieherin Kinder im Alter von eineinhalb bis drei Jahren. Foto: Heidrun Riese

U3-Betreuung gehört mittlerweile zum Standardangebot der Kindertageseinrichtungen. Trotzdem gibt es in Metelen noch immer eine private Spielgruppe , die „Villa Kunterbunt “ von Tanja Alfert . Und die erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Der Startschuss fiel vor ziemlich genau zehn Jahren, am 3. April 2006. Zwei Faktoren hatten damals zur Gründung geführt: „Wir haben überlegt, was wir mit dem ganzen Platz in unserem großen Haus anstellen sollen“, berichtet die Erzieherin, die zuvor als Gruppenleiterin in einem Kindergarten tätig war. Die Lösung ergab sich durch die ältere der beiden Töchter, die gerade im passenden Alter für eine Spielgruppe war. Mittlerweile ist sie elf, ihre jüngere Schwester sieben.

Beide haben die „Villa Kunterbunt“ besucht – und eine Menge mitgenommen, wie die Mutter findet: „Meine beiden Mädels hatten dadurch die Möglichkeit, mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen.“ Damit beschreibt Alfert gleichzeitig die Idee hinter dem Konzept der Spiel- oder auch Loslösegruppen. „Es geht darum, mit anderen Kindern zu spielen, ohne dass Mama oder Papa immer dabei sind. Dadurch erleichtert der Besuch einer Spielgruppe den Einstieg in den Kindergarten.“

Um den Übergang noch geschmeidiger zu gestalten, orientiert sich die Erzieherin bei der Gestaltung des Tagesablaufs an dem in den Einrichtungen. Die Begrüßung gehört genauso dazu wie gemeinsames Frühstück und Gruppenregeln. Darüber hinaus wird gesungen, gebastelt und gespielt. „Es gibt auch Feste und Feiern, wie in den Kindergärten“, informiert Alfert, die für ihre kleinen Schützlinge gerade erst Osternester im großen Garten der Familie versteckt hat. „Wir sind oft draußen“, verrät sie.

Aber auch drinnen haben die eineinhalb- bis dreijährigen Kinder, jeweils acht in zwei Gruppen, ganz viel Platz. Zwei Räume stehen ihnen zur Verfügung. Außerdem ein Spielhaus, das im Flur steht, wo sich auch die Garderobe befindet. „Es ist schon fast wie im Kindergarten“, sagt die Erzieherin, „nur ein bisschen kleiner.“

Für jedes Kind geht es zweimal die Woche in die „Villa Kunterbunt“. Die eine Gruppe trifft sich montags und mittwochs, die andere dienstags und donnerstags – immer von 9.15 bis 11.45 Uhr. Mit dabei ist neben Alfert auch immer ein Elternteil. „Das ist allein schon wegen der Aufsichtspflicht wichtig“, betont sie. „Aber es ist auch schön für die Kinder und die Eltern.“ Alle acht Wochen ist eine Familie an der Reihe. „Meistens kommt die Mutter mit, manchmal aber auch der Vater“, informiert Alfert. „Besonders stolz sind die Kinder, wenn Oma oder Opa sie zur Spielgruppe begleiten.“ Neben dem eigentlichen Nutzen hat der Elterndienst, der immer ein halbes Jahr im Voraus geplant wird, noch einen hilfreichen Nebeneffekt für die Erzieherin: „Ich lerne die Familien besser kennen.“

Eine Mutter, die Alfert schon etwas länger und dadurch sehr gut kennt, ist Christa Krzywanski . „Unsere Tochter, die inzwischen fünf Jahre alt ist, war schon in der ,Villa Kunterbunt‘ und hat gute Erfahrungen gemacht“, berichtet sie. „Deshalb kommen unsere Zwillinge jetzt auch hierher.“

Krzywanski mag die Aktionen zu Ostern oder Nikolaus. „Das ist immer wieder schön.“ Besonders aber schätzt sie die familiäre Atmosphäre der Spielgruppe. „Kleine Räume, kleine Gruppen – das macht das Loslösen leichter“, weiß Alfert, die das Ganze ursprünglich nur ein paar Jahre machen wollte. „Solange die eigenen Kinder in dem Alter sind.“

Die beiden Mädels gehen längst zur Schule, aber die „Villa Kunterbunt“ gibt es immer noch. „Damit hätte ich anfangs nicht gerechnet“, gesteht Alfert, die innerhalb der vergangenen zehn Jahre 169 Kinder betreut hat. Sie freut sich, nach wie vor mit zwei voll besetzten Gruppen arbeiten zu dürfen. Für die ist auch das Frühstück gedacht, mit dem der runde Geburtstag in der kommenden Woche gefeiert wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3900540?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
Nachrichten-Ticker