Mo., 06.02.2017

Fünfstündige Prunksitzung Karnevalsbazillus grassiert bei der KG Stadtwacht

Auf seine Tanzgarden, hier die Ü 15, ist der Verein besonders stolz.

Auf seine Tanzgarden, hier die Ü 15, ist der Verein besonders stolz. Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Stimmungshochs sind vorprogrammiert auf der Prunksitzung am Samstagabend; Herbert Graes hebt gleich zu Beginn die Vorfreude auf einen Abend im Zeichen des karnevalistischen Humors: „Es erwartet Sie heute ein buntes Bühnenprogramm, bei dem kein Auge trocken bleibt.“

Von Dorothee Zimmer

Als adäquate Reaktion darauf empfiehlt der Sitzungspräsident der Karnevalsgesellschaft Stadtwacht das kollektive Zünden einer „Rakete“. Er thront mit dem Elferrat auf der Bühne im Bürgersaal und erzeugt gemeinsam mit ihm und dem reichlich versammelten Narrenvolk den per Hand auf der Tischfläche erzeugten Trommelwirbel und mithin ein erstes Warm-up. Gäbe es eine Steigerung von Applaus, sie hieße Rakete.

In den mehr als fünf Stunden, die das Programm dauert, wird sie mehrmals gezündet. Graes stapelt nicht gerade tief, als er in seiner Begrüßung auch jene einbezieht, die nur imaginär dabei sind: „Herzlich willkommen all denen, die uns live per Fernseher zugeschaltet sind.“ Tatsächlich gibt es auch wahrhaftige Präsenz, darunter das Prinzenpaar Holger I. und Steffi I. aus dem Hause Wähning, den Spielmanns- und Fanfarenzug, die Mädchen aus der Tanzgarde „Die roten Funken“, den Bürgermeister, den Pastor sowie zahlreiche Vertreter benachbarter Karnevalsvereine. Und dann natürlich die Akteure, die in der Bütt verbal oder als singende Stimmungskanonen den Karnevalsbazillus in Windeseile grassieren lassen.

Kalauer aus dem Eheleben

Immer wieder beliebt sind Kalauer aus dem Eheleben. Andreas Hille als „Schlawiner“ weiß davon einiges zu berichten. Zum Beispiel, dass der Apotheker sich strikt geweigert habe, ihm das erbetene Zyankali auszuhändigen. „Da hab’ ich ihm ein Foto von meiner Frau gezeigt, worauf der Apotheker sofort einlenkte: ‚Ach so, Sie haben ein Rezept dabei.’“

Mit Herbert Schmedding gibt es in diesem Jahr wieder einen lokalen Büttenredner. Das Kunstobjekt mit den blauen Schafen auf Ellings Wiese, so Schmedding, könnte Anlass sein, die angrenzende Gaststätte Elling in den „Blauen Bock“ umzubenennen. Dem örtlichen Mediziner Dr. Burkhard Weritz spricht er in bildhaften Gesten Kompetenzen im Bereich der Oberweiten-Vergrößerung zu. Die Hausarztpraxis dient später auch Graes als Grundlage eines karnevalistischen Vergleichs, in dem er die unterschiedliche Arbeitsweise von Weritz und seines gleichfalls dort praktizierenden Kollegen Dr. Dharmawan mit feiner Ironie bedenkt.

Metelen vor Las Vegas

Uwe Derks musste sich entscheiden: „Ich hatte für heute zwei Nachfragen – die eine kam aus Las Vegas, die andere aus Metelen.“ Der Bauchredner aus Gelsenkirchen gab Metelen den Vorzug, und hier schwadroniert er als „Merlin & Co.“ mit Puppe Willi vor allem über zunehmende Unzulänglichkeiten im Alter. Willi ist zwar hochbetagt und er leidet an „Altersheimer“, aber auf den Mund gefallen ist er wahrlich nicht.



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