Mo., 08.05.2017

Eva Lütje holt im Jubiläumsjahr den Vogel von der Stange Mit Schützenwesen großgeworden

Da ist der Jubel groß: Königin Eva Lütje (vorne, mit Kette) mit Ehrendamen, Vorjahreskönigin und Vorstand.

Da ist der Jubel groß: Königin Eva Lütje (vorne, mit Kette) mit Ehrendamen, Vorjahreskönigin und Vorstand. Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Dass Eva Lütje einmal Schützenkönigin der Friduwi-Frauen werden würde – dieser Gedanke war durchaus nicht abwegig. Dass es ihr aber gerade jetzt gelang, wo der Frauenschützenverein sein 25-jähriges Bestehen feiert, freute sie besonders.

Von Dorothee Zimmer

Denn ihr kommender Geburtstag wird gleichfalls ein besonderer sein: „Ich wollte es auch deshalb gerne, weil ich in diesem Jahr 30 werde“, sagte die Königin am Samstag kurz nach dem finalen Schuss auf den Vogel, der zuvor 202 Mal den Schrotangriffen erfolgreich standgehalten hatte.

Es war kurz vor halb fünf, als er – mit einem dicken Loch im Holzbauch, aber ansonsten relativ unversehrt – im Gemeindewald zu Boden segelte und die 29-Jährige nach einem kurzen Moment des ungläubigen Staunens in großen Jubel versetzte. Mit ihr freuten sich die Schützenschwestern, ihre Mutter Anne Lütje, die Schwestern Ina Jäger und Mareike Wulff sowie viele weitere Gäste; die Gratulantenschar unter der Vogelstange war lang. Oft gingen mit den Umarmungen Lob und Anerkennung einher: „Eva, du hast alles richtig gemacht.“

Die Jubiläumskönigin, die „Am Bahnhof“ wohnt, ist mit der Schützentradition großgeworden, deshalb war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann sie selbst einmal den Thron besteigen würde. Ihre Mutter war seinerzeit Gründungsmitglied der Friduwi-Frauen und in der Vergangenheit an der Seite von Evas Vater selbst Königin der Fabianen gewesen. Eva Lütjes Großvater fiel vor Jahren bei den Sambergern die Königswürde zu.

Am Samstag ging Eva Lütje nicht ohne ernstzunehmende Konkurrenz ins Rennen. Da war zum Beispiel Monika Rave, die sich vor 25 Jahren als erste Königin in der Geschichte der Friduwi-Frauen einen Namen gemacht hatte und nicht abgeneigt war, den Titel erneut für sich zu reklamieren. Oder Nicole Terwolbeck, die bereits im vergangenen Jahr Ambitionen hegte. Weitere Anwärterinnen waren Inge Grave, Melanie Nellessen und Sophia Stecken.

Die Vorsitzende Claudia Sunder-Epping legte der neuen Königin und somit Nachfolgerin von Christine Leuters die Kette um, Lütje ernannte Frederike Becker und Inge Grave zu Ehrendamen und übernahm das Dirigieren zweier Lieder bei den das Schützenfest begleitenden Musikern des Spielmanns- und Fanfarenzuges.

Die gute Stimmung war da kaum mehr zu überbieten: Inmitten von fröhlich Feiernden strahlte eine sichtlich zufriedene Königin. Und eine ebensolche Vorsitzende: „Von 188 Mitgliedern sind heute rund 130 dabei. Diese gute Resonanz freut mich sehr.“ Am frühen Nachmittag marschierte der Trupp versammelt vom Sendplatz zur Vogelstange. Auf dem Weg dorthin machte er Station an der Kirche, um hier im Gedenken an die verstorbenen Schützenschwestern einen Kranz in den Vereinsfarben Blau und Gelb niederzulegen.

Fotostrecke: Vogelschießen der Friduwi-Frauen



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