Di., 09.05.2017

Landtagswahl Volksparteien schicken Ersatz

Auf dem Podium nahmen (v.l.) Norbert Rüße (Die Grünen), Anja Karliczek (CDU), Jan Pille (Die Linke) Dr. Eckehard Grützner (FDP) und Andreas Sievert (SPD) Platz.

Auf dem Podium nahmen (v.l.) Norbert Rüße (Die Grünen), Anja Karliczek (CDU), Jan Pille (Die Linke) Dr. Eckehard Grützner (FDP) und Andreas Sievert (SPD) Platz. Foto: Sabine Sitte

Metelen - 

Quer durchs Themenspektrum der Landespolitik führten die Fragen bei der Podiumsdiskussion der KAB mit den hiesigen Landtagskandidaten. Und auch Metelen kam in der Fragerunde, in der sich Kandidaten der Volksparteien allerdings vertreten ließen, nicht zu kurz.

Von Sabine Sitte

„Plakatwerbung ist nicht relevant. Wichtig ist, was die Politiker sagen“, war eine klare Ansage des grünen Landtagskandidaten Norwich Rüße. Der Anlass: Die aktuelle Wahlwerbekampagne der SPD-Politikerin Barbara Hendricks mit diversen Bauernregeln. Die Katholische Arbeiterbewegung (KAB) hatte am Sonntagnachmittag zu einer Podiumsdiskussion neben Rüße auch die Kandidaten der SPD, der FDP, der CDU und der Partei Die Linke in die Gaststätte Elling eingeladen.

Zwei Ersatzspieler auf dem Podium, eine engagierte Moderatorin, wenig Publikum, aber heftige Debatten: Stellvertretend und sehr kurzfristig erschienen Anja Karliczek (CDU) für Christina Schule Föcking und Andreas Sievert (SPD) für Ulrike Reifig. Für die Linke stellten sich Jan Pille und für die FDP Dr. Ekkehard Grützner den Fragen der Moderatorin Clara Beutler und der interessierten Bürger.

„Welche drei Themen sehen Sie als Schwerpunkte für Metelen“ war der Einstieg zum Warmwerden. Für Rüße stehen ausgeglichene Haushaltskassen der Kommunen langfristig im Fokus. „Das haben Sie in Metelen schon gut gelöst.“ Die Schulbildung und der bewusste Verbrauch von Flächen – neue Gewerbegebiete versus Ackerland – sieht der Politiker als weitere wichtige Faktoren an.

Die großzügige Ansiedlung und Unterstützung von klein- und mittelständischen Unternehmen im ländlichen Raum favorisiert dagegen Anja Karliczek. Glasfaserausbau und die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs sind sowohl für die CDU-Politikerin auch für Jan Pille von den Linken wichtige Schwerpunkte. Der 28-Jährige wünscht sich ebenfalls eine Finanzierung der ehrenamtlichen Deutschkurse der KAB durch das Land NRW.

„Gesundheit, Gesundheit, Gesundheit“, benannte Dr. Ekkehard Grützner von der FDP seine Hauptthematik. Ob mangelnde Haus- und Fachärzte auf dem Land, die prekäre Pflegesituation oder das drohende Versorgungsdefizit durch Apotheken – der Allgemeinmediziner engagiert sich besonders in Fragen der Gesundheitspolitik.

Der Metelener Andreas Sievert kennt die Gemeinde von der Basis. Er möchte den Ort für Neubürger und vor allem junge Familien attraktiver machen: „Metelen muss wachsen.“ Das könne mit einem Angebot von Wohnraum, einer intakten Infrastruktur und einem hohen Bildungsniveau gelingen. Dabei sei besonders die eigenständige Verwendung kommunaler Finanzen wichtig: Nicht immer nur auf Fördermittel und Zuschüsse hoffen, sondern mit Rücklagen „auch mal selbst investieren“ können.

Die Haushaltspolitik des Landes war ein weiteres Thema der Debatte. „Wie wollen Sie mit einer vierfachen Verschuldung gegenüber dem eigentlichen Haushaltsvolumen überhaupt etwas bewegen?“, lautete eine Frage aus dem Publikum an die fünf Parteienvertreter. „Der Start ist da“, wusste Sievert gegenzuhalten. „Wir hatten keine Neuverschuldung und werden nun die Schulden sukzessive zurückzahlen.“ Andererseits gäbe es viele festgelegte Positionen im Haushalt:„Wo kann man da sparen?“ Denn alle wollten auch mehr Polizei und mehr Lehrer.

Hitzig war auch die Diskussion um den öffentlichen Nahverkehr, der nicht auf die Visionen von selbst fahrenden Elektroautos warten kann. „Es drängt in Metelen“, hieß es aus dem Publikum. „Wir leben hier quasi auf einer Insel der Glückseligkeit ohne Anbindung nach Ahaus oder in andere Orte.“ Hier hatte Jan Pille einen Tipp parat: „Es gibt Fördermittel der öffentlichen Hand. Geben Sie diese Aufgabe ihrem gewählten Landtagsabgeordneten mit auf den Weg.“

Mit einem Exkurs in die Landwirtschaft und in die ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde endete der zweistündige politische Dämmerschoppen. Werner Bever von der KAB konnte Jan Pille noch eine gute Nachricht mit auf den Weg geben: „Inzwischen werden wir für die Deutschkurse in der Flüchtlingsarbeit mit Geldern des Landes unterstützt.“



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