Mi., 10.05.2017

Neue Vechte Des Planers kleine Brötchen

Ein großes Lob hatte Planer Detlef Sönnichsen für die Mitarbeiter der Baufirma parat, die sich in teils noch nicht eingeführte Verfahren wie dem Einbau von Baumstämmen ins Gerinne einarbeiten mussten. An der Logistik des Unternehmens selber gab es allerdings auch deutliche Kritik.

Ein großes Lob hatte Planer Detlef Sönnichsen für die Mitarbeiter der Baufirma parat, die sich in teils noch nicht eingeführte Verfahren wie dem Einbau von Baumstämmen ins Gerinne einarbeiten mussten. An der Logistik des Unternehmens selber gab es allerdings auch deutliche Kritik. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Deutliche Worte – auch selbstkritische – fand der Planer der Neuen Vechte, Diplom-Ingenieur Detlef Sönnichsen, für die Bauverzögerungen des Projekts. Er benannte klar die Verantwortlichkeiten und führte die Gründe für die schleppende Umsetzung des Fischgerinnes an.

Von Dieter Huge sive Huwe

Kleine Brötchen backen musste am Montagabend Diplom-Ingenieur Detlef Sönnichsen, Planer der Neuen Vechte, vor dem Bauausschuss. Er führte die Gründe für die mittlerweile zum Dorfgespräch gewordenen Verzögerungen bei der Realisierung der Neuen Vechte an.

Dabei sprach Sönnichsen    davon, dass es nicht so laufe, wie es laufen sollte: „Das ist uns unangenehm.“ Die Vorbereitungen des Projekts seien alle sehr gut gewesen, allerdings hinke die Praxis hinterher. Der Planer benannte dafür die Gründe.

Zum einen sei es die Baustelle selber, die Verzögerungen verursacht habe. Ungeeigneter Baugrund wie etwa Torfschichten, die trotz der Probebohrungen im Gelände nicht erkannt worden seien, waren ein Grund. Folge: Mehr Schotter musste eingebracht werden. Auf der anderen Seite entdeckten die Arbeiter Eternit- und Bauschuttreste bei den Baggerarbeiten. Umfangreichere Schlammausbaggerungen im Altarm nebst Einbau von Böschungssicherungen waren notwendig. Schließlich waren die Bauverfahren, die angewendet wurden, nur wenig erprobt – etwa der Einbau von Douglasien im Gerinne.

Dass auch der Auftragnehmer, sprich, die bauausführende Firma, Probleme hatte, die benötigten Materialien in der erforderlichen Menge zeitlich passend anliefern zu lassen, ließ Sönnichsen nicht unerwähnt. Neben den Verzögerungen im Zeitplan hatte das auch Folgen, die immer dienstags zu spüren waren: „Die Baubesprechungen waren nicht immer einfach.“

40 dieser Termine vor Ort hat es bisher gegeben und – das wurde deutlich – dort muss es teils recht hoch hergegangen sein. Nicht nur, dass die Bezirksregierung, die für das Land das Projekt finanziert, zentimetergenau nachmaß, auch die Finanzierung wurde immer mehr zum Thema, je länger das Projekt sich verzögerte.

Gut 850 000 Euro waren als Gesamtkosten angesetzt, aktuell ist man bei 1,17 Millionen Euro angekommen. „Die Bezirksregierung und die Naturschutzstiftung tragen das mit“, berichtete Planer Sönnichsen auch, dass dort das Projekt einen derart hohen Stellenwert genießt, dass man auch bereit ist, die deutlichen Mehrkosten zu schultern.

Für die sicherlich gravierendste Verzögerung sorgte die neue Brücke über den Mühlenkolk. Nicht geklärt war unter anderem, ob die bereits gegossenen Beton-Widerlager überhaupt für das Bauwerk nutzbar sein würden. Hier waren die Statiker gefragt mit dem Ergebnis, dass die Ramme vor Ort gefahren wurde und Spundwände zur Gründung gesetzt wurden.

Die Abrammung ist mittlerweile abgeschlossen, und als nächstes wird die bereits fertiggestellte Brücke eingebaut, über die künftig auch kleinere Kommunalfahrzeuge für Unterhaltungsarbeiten fahren können. Erst danach können die Baustraße rückgebaut und die letzte Schleife der Neuen Vechte ausgebaggert werden. Vier Stufen im Gerinne sind im Anschluss daran noch anzulegen, der letzte Damm zu Kocks Insel ist zu entfernen und die Schutzgeländer am Einlauf-Bauwerk sind zu montieren, dann ist das Projekt fertig. Und wann genau? „Ende Juni“, sagte Sönnichsen und berief sich hier auf die Angabe der Baufirma.

Bis dahin sollten aber zumindest die ortsunkundigen Radfahrer über eine alternative Radelroute zum Vechtepättchen informiert werden, regte Andreas Sievert (SPD) in der knappen Diskussion der Ausführungen des Planers an.



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