Mi., 17.05.2017

„Kinkerlitzchen“-Festival an Plagemanns Mühle Fragen zum Tanzen

Fest gebucht für das Kinkerlitzchen-Festival im August sind „Goldroger“ (gr. Foto) und „Woman“.

Fest gebucht für das Kinkerlitzchen-Festival im August sind „Goldroger“ (gr. Foto) und „Woman“. Foto: Veranstalter

Metelen - 

Die Vorbereitungen für das „Kinkerlitzchen“-Festival, das am 11. und 12. August (Freitag und Samstag) an Plagemanns Mühle steigt, laufen auf Hochtouren. Mit „Woman“, „Milliarden“ und „Goldroger“ stehen bereits erste Acts fest. Der Vorverkauf läuft.

Von Maximilian Stascheit

Ganze drei Monate dauert es noch bis zum „Kinkerlitzchen“-Festival an Plagemanns Mühle. Bei den Organisatoren des Vereins Klangkultur Metelen laufen die Planungen allerdings bereits auf Hochtouren. Der Kartenverkauf für die zweitägige Veranstaltung hat längst begonnen (siehe Infokasten) und auch die ersten Teile des Line-Ups stehen bereits fest.

So dürfen sich die Fans von gut gemachter Indie-Pop-Musik unter anderem auf die Band „Woman“ freuen. Obwohl sich die Gruppe bereits vor fünf Jahren gegründet hat, scheint ihre Karriere erst jetzt richtig an Fahrt aufzunehmen. Gerade erst ist das von ihren Fans langersehnte Debütalbum „Happy Freedom“ erschienen, und auch der Konzert-Kalender für die Sommermonate ist bereits mit zahlreichen Terminen gefüllt.

Die Geschichte der Formation liest sich ähnlich wie die vieler anderer kleiner Bands, denen der ganz große Durchbruch zwar nicht gelungen ist, die aber mit Leidenschaft und einer treuen Fangemeinde durch die Festivalstätten der Nation reisen. Am Anfang standen drei befreundete Musiker, die in einer Bar auf die Idee kamen, gemeinsam etwas auszuprobieren. Also wagte man sich im Belgischen Viertel von Köln gemeinsam an die Mikrofone und Instrumente, ein Bandname war allerdings noch nicht in Sicht.

Was folgte, war eine lange Findungsphase, die jedoch immer wieder mit kleineren Auftritten gespickt war. Ein Gründungsmitglied verließ die Band, die anderen drei ließen sich davon jedoch nicht beirren. Man probierte viel aus, war aber von Beginn an so perfektionistisch, dass tonträgertaugliche Ergebnisse lange auf sich warten ließen. Als den Musikern klar wurde, dass eine „Woman“-Platte nicht in der WG-Küche aufgenommen werden kann, suchte man sich professionelle Unterstützung – und fand diese in dem akribischen Produzenten Zebo Adam, der bereits die Band „Bilderbuch“ auf die Erfolgsstraße gebracht hatte. Nach wochenlanger intensiver Arbeit in seinem Wiener Studio präsentieren Manuel Tran, Milan Jacobi und Carlos Hufschlag mit „Happy Freedom“ nun ihre erste Platte.

Das Cover des Tonträgers zeigt einen aufgeschnittenen Planeten, der Erdkern besteht aus einer Diskokugel. „Die Songs der Band beschreiben unsere Leben – und während wir uns über die treffende Analyse wundern, tanzen wir dazu“, heißt es in der Ankündigung des neuen Albums. Dabei stellen die Musiker in einer Zeit, in der einfache Antworten gefragt sind, lieber selbst Fragen. Wo gehen wir hin, wenn der Planet explodiert? Ist Kontrolle nur eine Illusion? Wer diese Fragen liest, bekommt bereist eine Ahnung davon, wohin die Reise geht. Ein bisschen Kritik am Kapitalismus darf dabei natürlich nicht fehlen. Musikalisch tritt die vorab veröffentlichte Single „Marvelous City“ dabei in die Fußstapfen ihres ersten Songs „Fever“ aus dem vergangenen Jahr. Der Textanteil hält sich in Grenzen, während kosmisch-elektronische Klänge Gelegenheit zum Tanzen und Nachdenken bieten.

Unter Kennern der Musikszene gilt die Band seit Langem als Geheimtipp, auch „1Live“-Ikone Klaus Fiehe sprach in seiner nächtlichen Radioshow bereits über die Kölner Formation. Wer sich selber ein Bild machen möchte, sollte sich den 12. August (Samstag) schon mal im Kalender vormerken.

Neben der bereits angekündigten Pop-Punkrock-Formation „Milliarden“ werden dann auch „Goldroger“ auf der Bühne stehen, wie die Organisatoren jetzt bekanntgaben. Die ungewöhnlichen Rapper, welche mit ihrem ersten Album „Avrakadavra“ unlängst durch die Republik getourt sind, passen auf den ersten Blick nicht so sehr zum „Kinkerlitzchen“, wie es bei „Woman“ zweifelsfrei der Fall ist. Doch – und das ist wiederum typisch für das Festival – sind die Organisatoren beim Line-Up immer für Experimente und ungewöhnliche Newcomer zu haben.



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