Tourismus
Betriebsausflug fürs Heide-Diplom

Metelen -

Das „Heidediplom“, ein Angebot für Tagestouristen, erfreut sich großer Beliebtheit. Jetzt absolvierten Mitarbeiter eines Industriedienstleisters aus dem Ruhrgebiet im Rahmen ihres Betriebsausflugs die lustigen Spiele und Prüfungen auf dem Gelände rund um Plagemanns Mühle.

Mittwoch, 05.07.2017, 06:00 Uhr
Die Prüfungen zum Heide-Diplom bringen die Teams zusammen, egal ob beim Holzsägen auf Maß, beim Kugelschreiber-Versenken oder beim Eierlaufen.
Die Prüfungen zum Heide-Diplom bringen die Teams zusammen, egal ob beim Holzsägen auf Maß, beim Kugelschreiber-Versenken oder beim Eierlaufen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Sie sehen sich fast jeden Tag im Betrieb, die gut 30 Mitarbeiter der Bochumer Filiale des Industrie-Dienstleisters Wisag. Doch Arbeit ist eben nur die eine Seite der Medaille. Nach dem Job geht man üblicherweise getrennte Wege. Anders bei der Stippvisite der Belegschaft an Plagemanns Mühle: Da wurde im Rahmen eines Betriebsausflugs die Arbeit zum Vergnügen.

Dafür sorgte der Wettbewerb für das Heidediplom, ein ebenso kurzweiliger wie amüsanter Parcours lustiger Spielideen, die von der Truppe aus dem Pott begeistert angenommen wurde. Ausgearbeitet worden sind die Spiele von Antje Schmies-Hoffmann, die in der Gemeindeverwaltung für die Tourismusbetreuung verantwortlich zeichnet. „Das Programm kommt seit Jahren sehr gut an – gerade auch bei Betriebsausflügen.“

Die Rathaus-Mitarbeiterin hat das Angebot eines kurzweiligen Tagesausflugs ins Münsterland breit gestreut, Reiseunternehmen angeschrieben und es so bekannt gemacht. Und bei den Touren-Anbietern im Ruhrgebiet sind kürzere Trips ins Münsterland offenbar angesagt. „Die Nachfrage ist rege“, freut sich Schmies-Hoffmann, die sich an diesem Tag auch noch Unterstützung aus Wettringen geholt hat. Franz Lohaus und Claudia Hartmann kümmern sich im Nachbarort ebenfalls um den Tourismus und sind angereist, um mitzuhelfen. Ein zweiter Bus ist nämlich auf dem Weg, um weitere Wisag-Mitarbeiter aus der Langenfelder Dependance des Unternehmens nach Metelen zu bringen. „Die stecken aber noch im Stau“, weiß Melanie Mokroß, die die Tour gebucht hat.

Die Frau gehört an diesem Morgen zur blauen Gruppe, kenntlich an den farbigen Halstüchern mit münsterländischem Motiv. Diese sind meist lässig um die Gürtelschlaufe gebunden und so ausstaffiert wartet die überwiegend weibliche Gruppe schon gespannt auf die nächste Spielidee. Das Eierlaufen mit wassergefüllten Luftballons haben sie mit Bravour bestanden, die Kauffrauen und Verwaltungsmitarbeiterinnen.

Das stachelt den Ehrgeiz der roten Gruppe an. Hier versammeln sich die Männer aus der Wisag-Belegschaft: Elektroingenieure, Techniker, Lageristen. Nägelkloppen ist angesagt. Franz Lohaus gibt das Kommando und dann gilt es, den zölligen Nagel in den Balken zu zimmern. Schnell wird deutlich: Wo rohe Kräfte walten, kann so ein Nagel auch schnell mal krumm geschlagen werden . . .

Feingefühl am Allerwertesten ist danach angesagt, als ein Kugelschreiber, der an einer Schnur am Gürtel befestigt ist, in einen im Boden eingegrabenen Flaschenhals zu versenken ist. Die Hüften schwingen, die Kulis beschreiben Kreise, die Stimmung steigt.

Doch vor Stiefel-Weitwurf und Tauziehen, die beiden Abschluss-Disziplinen haben Antje Schmies-Hoffmann und ihre beiden Helfer aus dem Nachbarort noch ein Spiel angesetzt, das den Grips fordert: Holzsägen auf Maß. Drei je 300 Gramm schwere Holzstücke sollen von dicken Ästen abgesägt werden. Die rote Gruppe diskutiert nicht lange, sägt ein Stück ab, prüft es, schätzt ab, und findet auch für die beiden nächsten Stücke das rechte Maß. 1200 Gramm bringt das Trio auf die Waage. Fast eine Punktlandung und auf jeden Fall wesentlich dichter an den geforderten 900 Gramm, als die mehr als zwei Kilo, welche die Holzstücke der blauen Gruppe wiegen.

Diese nimmt es mit Humor, flachst herum, und rät zur Auszeit an den Getränkekisten. Die Sonne lacht dazu, hat sich mittlerweile durchs Blätterdach der Bäume an der Mühle gekämpft. Die Tür der Sägehalle öffnet sich und eine dritte Wisag-Gruppe taucht auf. Bernhard Iking vom Heimatverein hatte ihnen die Mühle gezeigt, während die Kollegen die Prüfungen für das Heidediplom ablegten.

Jetzt wird getauscht – Spiele für die eine Gruppe, Mühlenführung für die andere. Bis zum Mittag sind die Ausflügler gut beschäftigt, dann wartet ein zünftiges Essen, bevor am Nachmittag eine ruhige Kugel auf der Boule-Bahn geschoben wird.

Da haben die Wisag-Mitarbeiter bereits ihr Heide-Diplom in der Tasche. Etliche der Urkunden dürften in den Büro- und Werkstatträumen jetzt einen Ehrenplatz an der Wand haben und so erinnern an den kurzweiligen Tag im münsterländischen                Metelen.­

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