Kinkerlitzchen-Festival
Kinkerlitzchen: Vielfalt garantiert

Ochtrup -

Die beiden Gruppen „Say Yes Dog“, „Gurr“ und der Singer-Songwriter Piet Julius ergänzen das Line-Up des Festivals an der Mühle. Die Macher des Musikfestes an der Mühle beweisen mit ihrer Auswahl wieder einmal, dass sie auf ein breites Spektrum an Stilformen setzen. 

Samstag, 08.07.2017, 06:00 Uhr
Nimm Zwei, ergänze ein Trio und einen Solisten: Klangkultur hat für sein Kinkerlitzchen-Festival wieder tief in die Besetzungs-Trickkiste gegriffen und präsentiert im Line-Up jetzt auch das Duo „Gurr“.
Nimm Zwei, ergänze ein Trio und einen Solisten: Klangkultur hat für sein Kinkerlitzchen-Festival wieder tief in die Besetzungs-Trickkiste gegriffen und präsentiert im Line-Up jetzt auch das Duo „Gurr“. Foto: Veranstalter

Eine dreiköpfige Männer-Band mit Elektrosound, ein weibliches Indie-Pop-Duo und ein junger Singer-Songwriter: Die Organisatoren des „Kinkerlitzchens“ an Plagemanns Mühle setzen bei der Zusammenstellung des Line-Ups weiter auf absolute Vielfalt. Wie die Verantwortlichen des Vereins „Klangkultur Metelen“ jetzt bekanntgaben, werden auch die Formationen „Say Yes Dog“ und „Gurr“ sowie Sänger Piet Julius bei dem Musikfestival am 12. August (Samstag) auf der Bühne stehen.

Wenn eine Band das Prädikat „universell“ verdient hat, dann ist es wohl „Say Yes Dog“. Das erste Kapitel der Bandgeschichte wurde im Jahr 2012 am Königlichen Konservatorium in Den Haag geschrieben, wo die beiden aus Deutschland stammenden Tontechnik-Studenten Aaron Ahrends und Paul Rundel auf den Luxemburger Pascal Karier trafen und begannen, gemeinsam Musik zu machen.

Dass die Formation schon wenige Monate später bei einem der bekanntesten Festivals der Bundesrepublik auf der Bühne stand, war dann aber eher Zufall und das Ergebnis einer ziemlich verrückten Idee. Denn eigentlich wollten die Musiker nur als Zuschauer zum „Fusion Festival“ nach Lärz.

Da die Karten aber schon alle ausverkauft waren, nahmen sie just ein Video zu ihrem ersten Song „Get It“ auf und schickten es an die Organisatoren. Mit Erfolg. „Ich saß in der Uni, als ich die Mail las, und bin danach schreiend über den Campus gelaufen“, erinnert sich Sänger Aaron Ahrends.

Und auch nach dem Festivalauftritt ging die Erfolgskurve der jungen Band weiter steil nach oben. Ein Jahr später veröffentlichten sie ihre erste EP „A Friend“, spielten über 100 Shows in internationalen Clubs von Paris bis London, gingen mit „Junip“ und „Capital Cities“ auf Tour und schafften es sogar als „Band of the Day“ in die britische Tageszeitung „The Guardian“.

Für die Produktion ihres Debütalbums ließen sich die Drei dann aber ganz bewusste Zeit. Zunächst schlugen sie sich in Ahrends‘ Wohnung im 23. Stock über den Dächern Den Haags die Nächte um die Ohren, um später erst im Keller eines Freundes weiterzumachen und den zwölf Songs schließlich in Haarlem den Studio-Feinschliff zu verpassen.

Entstanden ist mit „Plastic Love“ schließlich ein Tonträger, der die Kritiker elektronischer Musik ganz bewusst aufs Korn nimmt und sich mit einer Mischung aus deutschen und englischen Einflüssen in seiner ganz eigenen Soundästhetik präsentiert. Euphorisierender Elektropop, garniert mit funkigen Bassläufen und elektronischen Momenten – so lässt sich die Akustik der Formation wohl am ehesten beschreiben. Oder wie die drei Musiker es selbst ausdrücken: „Ohne viel Schnörkel, direkt ins Herz und in die Beine.“

Das aus zwei besten Freundinnen bestehende Pop-Duo „Gurr“ hat seiner Musik gar ein ganz eigenes Genre gegeben: den „First Wave Gurrlcore“. Dabei kombinieren die zwei Wahl-Berlinerinnen Andreya und Laura den Sound des Garage-Rock mit Psychadelic- und Wave-Elementen. Das Ergebnis: Melodien, welche die Zuhörer in eine von den beiden Sängerinnen selbst aufgebaute Welt aus Charakteren, Geschichten und Atmosphären entführen.

Komplettiert wird das Line-Up schließlich durch den vielversprechenden Singer-Songwriter Piet Julius. Auf seinem in Eigenregie produzierten Debütalbum „whoami“ treffen verspielte Gitarrenausbrüche auf zeitlupenartige Ruhemomente und plötzliche Taktartwechsel, die vom Klavier des Sängers wie durch einen roten Faden zusammengehalten werden.

Mit dieser Mischung aus Indie-Folk und Alternative-Pop grenzt er sich in angenehmer Weise ab von den Max Giesingers und Tim Bendzkos dieses Landes. Denn wie „Say Yes Dog“ und „Gurr“ ist seine Musik genau so, wie es die Fans des Kinkerlitzchens-Festivals eben kennen: überraschend anders.

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