Neue Vechte
Die Vechte hat jetzt ein neues Bett

Metelen -

Nach fast einjähriger Bauzeit fließt der Fluss jetzt im neuen Umgehungsgerinne. Die Aufstiegshilfe für Fische wurde gestern erstmals geflutet. Bis das Vechtepättchen geöffnet wird, müssen sich die Metelener allerdings noch bis zum Ende der kommenden Woche gedulden.

Mittwoch, 12.07.2017, 06:00 Uhr aktualisiert: 13.07.2017, 12:18 Uhr
Am Einlaufbauwerk ist es deutlich zu sehen: Die Vechte nimmt jetzt einen anderen Weg.
Am Einlaufbauwerk ist es deutlich zu sehen: Die Vechte nimmt jetzt einen anderen Weg. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Aufmerksame Beobachter ahnten schon, dass das Geduldsspiel sein Ende finden würde. Das Wehr an der Mühle war am Montag hochgefahren worden, der Pegel stieg seither merklich an. Und am Dienstag dann wurde die Verbauung beseitigt, die den Fluss bisher daran hinderte, durch sein neues Bett zu fließen. Die Vechte suchte sich ihren vorgegebenen Weg, murmelte erst sanft und plätscherte dann munter durch das neue Fischgerinne.

Die Erdarbeiten an dem 1,1 Millionen Euro teuren Projekt sind beendet und der neue Flusslauf ist fertig. Das bauausführende Unternehmen Boymann hat die Baustraße quer durch Ellings Wiese zurückgebaut und das Gelände geräumt. Am Donnerstag wird das schwere Gerät fortgefahren und der Bauzaun abgebaut.

Zaungäste waren natürlich schon da, haben einen ersten Blick auf die Vechteschleife riskiert, die sich markant durch die Wiese zieht. Auch die Sandinsel hinter dem Einlaufbauwerk ist jetzt als solche deutlich erkennbar. Verschwunden im Wasser hingegen sind die Verbauungen der einzelnen Stufen, welche künftig den Fischen den Aufstieg in den Oberlauf des Flusses erleichtern sollen. Die Durchlässigkeit des Gewässers wiederherstellen und das unüberwindliche Hindernis Mühlenwehr umgehen war ja der Anlass für die Baumaßnahme, die durch das Land NRW und die Naturschutzstiftung des Kreises Steinfurt finanziert wird.

Während sich die Vechte erst sanft gluckernd und dann vernehmlich murmelnd ihren Weg das Flussbett hinab suchte, war Detlef Sönnichsen parallel dazu mit einer Mitarbeiterin seines Ingenieurbüros und mit dem Bauleiter Ralph Bokelmann im Gerinne unterwegs, um mit der Kettensäge letzte Korrekturen an den kleinen Staustufen vorzunehmen.

In der kommenden Woche, so erläuterte Metelens Bauamtsleiter Stefan Weßling auf Anfrage dieser Zeitung, wird das Schutzgeländer am Einlaufbauwerk montiert. Erst danach darf das Vechtepättchen freigegeben werden. Die neue Brücke am Mühlenkolk braucht noch ein wenig länger. Ende Juli ist hier als Fertigstellungstermin projektiert. Noch fehlen hier der Oberbau und auch das Geländer.

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