Feuerwehr
Seit 45 Jahren im Einsatz

Metelen -

Sie kommen aus der Mitte des Ortes, setzten sich unentgeltlich und in ihrer Freizeit für die Sicherheit aller im Ort ein – die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr. In einer Serie stellen wir einige von ihnen vor. Die Feuerwehrleute beschreiben ihre Aufgaben in der Wehr, berichten über die Ausbildung, von Einsätzen, und der Kameradschaft. Die Wehr ist eine Gruppe, die Verstärkung sucht. Ansprechpartner am Ende jedes Porträts.

Donnerstag, 20.07.2017, 06:00 Uhr
Im Spind 34 hat Bruno Duesmann-Artmann, seit er bei der Wehr ist, seine Ausrüstung gelagert. Durch eine Neufassung der Altersregelung darf der Metelener, der kürzlich seinen 63. Geburtstag feierte, noch bis zur Erreichung des 67. Lebensjahres weitermachen.
Im Spind 34 hat Bruno Duesmann-Artmann, seit er bei der Wehr ist, seine Ausrüstung gelagert. Durch eine Neufassung der Altersregelung darf der Metelener, der kürzlich seinen 63. Geburtstag feierte, noch bis zur Erreichung des 67. Lebensjahres weitermachen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Ich hol dich dann ab!“ sagte in jungen Jahren ein guter Freund zu ihm. Der Kumpel war aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes, und Bruno Duesmann-Artmann ging erstmals mit ins Gerätehaus, schaute den Männern der Wehr bei der Arbeit zu. Die erste Begegnung mit der Truppe im blauen Rock liegt mittlerweile mehr als 45 Jahre zurück, und aus dem seinerzeit noch zögerlichen Jungspund ist längst der alte Hase der Metelener Feuerwehr geworden.

„Na ja, anfangs war das doch eher unregelmäßig, aber dann habe ich gemerkt, dass das Spaß macht“, schaut der 63-Jährige auf seine Jugendjahre bei der Wehr zurück. Gemustert worden war er damals bereits und er hatte sogar schon den Verwendungstest für den Bund gemacht. Die Feuerwehr war da die willkommene Alternative. „Man musste sich damals für zehn Jahre verpflichten“, erinnert sich Duesmann-Artmann. Und daran, dass der damalige Wehrführer Franz Hüging auf ihn zukam und anfragte, ob er nicht ganz zur Wehr kommen wolle.

Der damals 18-Jährige wollte, und legte los mit der Grundausbildung, die jedes Mitglied der Wehr absolvieren muss – damals wie auch heute. Feuerwehrmann-Anwärter war man seinerzeit in der Blaurock-Grundi, geübt wurde vor Ort, ein halbes Jahr lang.

Duesmann-Artmann war natürlich nicht der einzige Neuling in der Truppe. „Damals war das so, dass immer gleich ganze Cliquen zur Wehr gingen“, schaut der langjährige Feuerwehrmann zurück. Doch die Älteren in der Truppe machten es den Neulingen immer schon leicht – Stichwort Kameradschaft. „Da war man sofort beim Du und das ist auch heute noch so“, weiß der Metelener. Jeder wisse: Im Ernstfall muss ich mich auf den anderen verlassen können. Und das wird auch im Umgang miteinander gelebt.

Fachlich kletterte Duesmann-Artmann die Stufen der Mannschaftsdienstgrade empor. Diverse Lehrgänge, die wichtigsten davon auf Kreisebene an einigen Wochenenden, lieferten die Voraussetzung zum Oberfeuerwehrmann und schließlich zum Unterbrandmeister.

Den Großteil der mehr als vier Jahrzehnte bei der Wehr arbeitete der aktuelle Senior in der aktiven Truppe außerhalb des Ortes für eine Versicherung.

Nur an den Wochenenden und nach Feierabend konnte er also zum Einsatz ins Gerätehaus spurten. Und natürlich auch im Urlaub, wenn er denn vor Ort war – das ist eben Ehrensache für einen Feuerwehrmann.

Dann nullte Duesmann-Artmann zum sechsten Mal. „Früher war mit 60 Schluss, und man wechselte in die Ehrenabteilung“, beschreibt er die Altregelung. Doch Glück für den passionierten Feuerwehrmann: Die Altersgrenze wurde auf 63 Jahre angehoben, wenn ein Arzt die Tauglichkeit bescheinigte. Und so machte der Metelener drei Jahre lang weiter.

Mittlerweile in Altersteilzeit kommt Duesmann-Artmann der Wehr sehr gelegen, denn er ist jetzt auch tagsüber vor Ort und rückt oft mit dem ersten Fahrzeug zum Einsatz aus. Doch die Uhr tickte, jetzt stand der 63. Geburtstag an: „Da hätte ich meinen Spind räumen und den Meldeempfänger abgeben müssen.“

Musste er aber nicht, denn passgenau novellierte der NRW-Landtag im Mai erneut die Altersregelung, die jetzt aktiven Dienst bis 67 Jahre erlaubt – vorausgesetzt, die Gesundheit lässt das zu.

Und so hängt der Metelener „gerne“ noch ein paar Jahre dran in der Truppe, in der einer für den anderen einsteht. Gelebte Kameradschaft ist für ihn – neben den fachlichen Fähigkeiten – das A und O der Wehr: „Wenn jeder einfach sein Ding machen würde, dann klappt das auch im Einsatz nicht.“

Und der ist mitunter nicht von Pappe. Feuerwehrleute sehen bisweilen Szenarien, die stark belasten. „Es gibt ja seit einen Jahren auf Kreisebene eine psychosoziale Unterstützungsgruppe“, weiß der 63-Jährige. „Und die Gespräche nach dem Einsatz sind schon wichtig. Es ist sinnvoll, zeitnah über das Erlebte zu reden.“

Und dann berichtet Duesmann-Artmann über eine unerwartet positive Resonanz auf einen Einsatz, bei dem die Wehr eine junge Frau aus ihrem verunfallten Pkw befreite.

„Wir erhielten einen Brief vom Leitenden Notarzt, in dem er sich für unsere Arbeit bedankte. Das war schon etwas besonderes.“ Ein Dankeschön vom Profi, das die ehrenamtlich geleistete Arbeit heraushob und Ansporn gab, weiter zu machen im Dienst für die Brandbekämpfer des Ortes.

Zum Thema

Die Freiwillige Feuerwehr Metelen ist auf der Suche nach Menschen, die aktiv mithelfen wollen. Ansprechpartner ist der Leiter der Feuerwehr, Manfred Krude (Telefon 0 25 56 / 14 39 oder 9 87 61).

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