Ferienspaß
Bei den netten Würgeschlangen

Metelen -

Dass Reptilien nicht als Schmusetiere taugen, wohl aber so vertraut sein können, dass sie sich streicheln lassen, erfuhren Kinder beim Besuch des Artenschutzzentrums. Sie lernten auch, dass bedrohte Tierarten nicht nach Deutschland eingeführt werden dürfen.

Montag, 24.07.2017, 06:00 Uhr
Anfassen erlaubt: Stefan Beike vom Artenschutzzentrum(l.) zeigt den jungen Besuchern eine erwachsenen Königspython, die von den ganz mutigen Mädchen und Jungen auch gestreichelt werden darf.
Anfassen erlaubt: Stefan Beike vom Artenschutzzentrum(l.) zeigt den jungen Besuchern eine erwachsenen Königspython, die von den ganz mutigen Mädchen und Jungen auch gestreichelt werden darf. Foto: Dorothee Zimmer

Die Knoblauchkröte bekommt an diesem Nachmittag viel Besuch. Stefan Beike setzt einen Vertreter dieser Spezies, der mit weiteren Artgenossen in einem runden Bassin draußen auf dem Gelände des Artenschutzzentrums lebt, auf die Innenfläche seiner Hand, damit die Kinder und Erwachsenen, die an der Führung im Rahmen der Ferienspaßaktion teilnehmen, das kleine Tier aus der Nähe betrachten können. Vorher hat der Tierpfleger und Leiter dieser LANUV-Außenstelle die Abdeckung des Beckens beiseite geschoben und erklärt: „Das hier ist das Wohnzimmer der Knoblauchkröte.“

Ein Blick hinein zeigt, was schöner Wohnen für diese Art von Kröte bedeutet: Offenbar liebt sie eine Kombination von Wasser und Sandstrand mit Holzrindenstücken drauf, unter denen sie sich verkriechen kann. „Wenn man sie ärgert, fängt sie zu stinken an. Und zwar ganz intensiv nach Knoblauch“, sagt Beike, der in rund zwei Stunden eine Menge interessanter Dinge erzählt und viele Fragen bereitwillig beantwortet.

Beim Betreten des Tropenhauses mit den ungewohnten Temperaturen zerstreut er eventuelle Vorbehalte: „Wir haben keine Giftschlangen, nur Würgeschlangen – und die sind alle ganz nett.“ Er geht in einen der Räume, die hinter Türen mit Sichtfenster liegen, und kommt mit einer kleinen Schlange wieder heraus. „Das ist eine Königspython, sie ist heute Morgen geschlüpft“. Beike deutet auf den Boden: Dort liegen noch ein paar Eier, und aus einem sieht man bereits deutlich den Kopf hervorlugen. Er holt auch eine größere Schlange heraus und stellt sie vor: „Das ist die Mama.“ Wer sich traut, darf sie berühren.

Beim Streifzug durch das Tropenhaus zeigt Beike dem Besuch zudem ein gegerbtes Schlangenfell und den „Personalausweis für Tiere“, in dem mittels Chipnummer und Lesegerät die Identität feststellbar ist. Außerdem sieht der Besuch weitere Tiere, darunter zum Beispiel Papageien, Schildkröten, ein Goldkopflöwenäffchen, zwei Axolotl (mexika­­­ni­sche Schwanzlurche) und Leguane.

Im Moment seien allein aus nur zwei Nachlässen 14 beschlagnahmte Schlangen im Artenschutzzentrum untergebracht, erläutert Beike. „Die Erben können mit den Tieren oft nichts anfangen. Manchmal ist es auch so, dass Leute, wenn sie älter werden, mit der Pflege der Tiere überfordert sind. Und es gibt Fälle, wo Exoten bei einem Auszug einfach in der Wohnung zurückgelassen werden.“

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