Kirche
Beseelt von Jesus

Metelen -

Metelens katholicher Pfarrer Thomas Stapper feiert am Sonntag seinen 60. Geburtstag.

Sonntag, 30.07.2017, 06:00 Uhr
Seit 2003 ist Thomas Stapper der Pfarrer der Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus. Am morgigen Sonntag wird er 60 Jahre alt und lädt nach einem Gottesdienst die Gemeinde zu einem Treffen in der Oase ein.
Seit 2003 ist Thomas Stapper der Pfarrer der Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus. Am morgigen Sonntag wird er 60 Jahre alt und lädt nach einem Gottesdienst die Gemeinde zu einem Treffen in der Oase ein. Foto: Martin Fahlbusch

Die Rolle des hemdsärmeligen Turbopriesters ist so gar nicht seine. Pfarrer Thomas Stapper, der am Sonntag 60 Jahre alt wird, ist eher nachdenklich, nimmt sich zurück, ist aber beseelt von der Sache Jesus. „Heute Pfarrer sein, ist eine andere Aufgabe geworden als vor zehn oder 20 Jahren. Von uns werden Forderungen zum Führen einer komplexer gewordenen Pfarrgemeindestruktur erwartet, die sich auf das Engagement vieler Christen –- hauptamtlicher und ehrenamtlicher –- stützt und unbedingt auch angewiesen ist. Ich möchte demgegenüber anleiten, nachdenklich machen über die Herausforderungen des Evangeliums für uns Menschen heute und die Gemeindemitglieder für den christlichen Auftrag begeistern. Das heißt eben auch zurückgewinnen und dafür sorgen, dass der Kontakt zu Kirchen und Gemeinde nicht gänzlich abreißt“, sagt Thomas Stapper in seiner eher vorsichtigen und ruhigen Art im Gespräch einige Tage vor seinem Jahresurlaub.

Den hat er in diesem Jahr teilen müssen. „Irgendjemand im Kirchenvorstand oder Pfarreirat hat mich so auf die typische westfälische Art gefragt, ob ich den in diesem Jahr nicht „nullen“ würde. Was dann kam, war irgendwie alternativlos. Widerstand zwecklos, habe ich bald erkannt“, erzählt der Pfarrer von den Dingen, die am Wochenende auf ihn zukommen werden.

„Der Pfarrer wird 60 und auf der Kirmes geht es rund“, sagt er fast seufzend und lächelt auf seine ganz spezifische Art.

Natürlich freue er sich über die Aufforderung, mit der Gemeinde seinen Geburtstag zu begehen. Aber ebenso selbstverständlich wird für ihn am Kirmessonntag die Feier der Eucharistie sein. „Ich lade gerne die ganze Gemeinde zur Feier eines Hochamts um 10.30 Uhr in unsere Pfarrkirche ein. Für mich steht auch bei einem persönlichen, fast privaten Anlass der Gottesdienst im Vordergrund“, betont Thomas Stapper mit Nachdruck.

Die anschließende Zusammenkunft in der Oase hat er ganz bewusst Gemeindetreff genannt. „Ich freue mich über jeden Glückwunsch und jeden der vorbeikommt, aber mir ist das Miteinander wichtig“, sagt er genauso überzeugend.

Der 1957 in Kamp-Lintfort geborene Stapper hat seine Entscheidung für den Priesterberuf schon lange vor seinem Abitur getroffen. „Unser Pfarrer hat mich bei dieser Entscheidung begleitet, aber nicht gelenkt. Und der wusste davon eher als meine Eltern und meine sieben Geschwister“, erinnert sich der Metelener Pastor.

Anstatt in Richtung Rechtspflege zu gehen, was seine Eltern, die einen landwirtschaftlichen Betrieb führten, befürwortet hätten, hat er in Münster und Mainz Theologie studiert. Er ging 1983 ins Priesterseminar der Diözese Münster und kurz darauf kam er in das ihm damals völlig unbekannte Metelen als Diakon. Im Juni 1984 wurde er von Bischof Reinhard Lettmann zum Priester geweiht

„Da konnte ich nun überhaupt nicht ahnen, dass ich nach verschieden Stationen als Kaplan und Pfarrer im Oktober 2003 als Pastor sozusagen nach Metelen zurückkehren würde. Und da bin ich nun theologisch und pastoral schon eine ganze Weile sesshaft.

Das gute Wort Jesu zu Petrus, er solle fortan keine Fische, sondern Menschen fangen, treibt mich immer noch um. Auch wenn ich mittlerweile so einer Art kleinem Betrieb mit 40 Mitarbeitern vorstehe und Verantwortungen verteilt sind, kommen die Leute immer noch zu mir. Das ist hier im ländlichen Raum so – und anders als beispielsweise in Kamp-Lintfort, wo trotz bäuerlichen Wurzeln das Ruhrgebiet mit einer gewissen Kirchenferne herüberwehte“, weiß der Pfarrer über die Vielschichtigkeit der katholischen Kirche in Deutschland und ihren immer neuen Anforderungen.

„Natürlich bin ich mit 60 Jahren noch nicht im Herbst meines beruflichen Lebens und meiner seelsorgerischen Aufgaben. Irgendwann fände ich eine deutliche Akzentuierung von pastoralen Aufgaben für mich als erstrebenswert. Aber jetzt bin ich noch gerne Pfarrer und da kann ich die Hände nicht in den Schoß legen und will das auch gar nicht.“

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