Kleingärtner
„Hier ist unser Mallorca“

Metelen -

Wenn sich die Urlauber in ferne Länder aufmachen oder unbekannte Gegenden

Donnerstag, 03.08.2017, 06:00 Uhr
Hobbygärtner sind zu Besuch im Garten der Vorsitzenden Lisbeth Veekamp-Liemann (r.): Rolf Ossendorf, Anni Süßelbeck, Katharina Nienkötter mit den Söhnen Jannic und Louis sowie Harald Kaufmann (v.l.)
Hobbygärtner sind zu Besuch im Garten der Vorsitzenden Lisbeth Veekamp-Liemann (r.): Rolf Ossendorf, Anni Süßelbeck, Katharina Nienkötter mit den Söhnen Jannic und Louis sowie Harald Kaufmann (v.l.) Foto: Dorothee Zimmer

Harald Kaufmann zieht es nicht unbedingt in die Ferne, denn das Gute liegt für den Schöppinger ganz nah. Wenn sich der Rentner alleine oder mit seiner Familie im angepachteten Garten der Kleingartenanlage Lütke Feld aufhält, fühlt er sich jedes Mal fast wie im Urlaub. „Hier ist unser Mallorca“, bringt Kaufmann es für sich auf den Punkt. Seit etwa drei Jahren ist ihm die Kleingartenanlage zur zweiten Heimat geworden.

Kaufmann ist im Verein für die Kassengeschäfte zuständig. Am Dienstag sitzt er gemeinsam mit den Gartenfreunden Rolf Ossendorf, Obmann im Vorstand, Anni Süßelbeck sowie Katharina Nienkötter mit den Söhnen Jannic und Louis vor dem Gartenhäuschen unter dem wetterfesten und mit Weinlaub und -trauben berankten Vordach der Vorsitzenden Lisbeth Veekamp-Liemann.

Seit Wochenbeginn ist es überwiegend grau und regnerisch, was also macht man bei diesem Wetter in einem Garten? „Gemeinsam Kaffee trinken, zum Beispiel. Oder grillen“, gewinnt die Runde auch solchen Tagen Positives ab. Gleichwohl steht in trockenen Phasen die Ernte an: Die Kartoffeln sind zum Teil soweit, ebenso haben unter anderem Gurken, Tomaten und Paprika ihren Reifeprozess erreicht.

Veekamp-Liemann erzählt, dass sie sich auf die Pflaumen freut und die Böhnchen. „Meine Mutter hat immer gesagt: ‚Wenn die Böhnchen blühen, kann man schon den Topf aufsetzen’“. Seit rund 20 Jahren genießt die 78-Jährige ihren Garten in der Anlage, und sie findet dazu mit Hinweis auf die üppig wachsenden Früchte an ihrem Vordach einen treffenden Vergleich, schmunzelnd sagt sie: „Es ist doch schön, wenn einem der Wein fast in den Mund wächst.“

Katharina Nienkötter hält ein paar Tomaten aus diesem Schlaraffenland in der Hand. Sie sind klein und rot, und alle am Tisch wissen beim Anblick sofort um den „herrlichen Geschmack“. Wer aus dem eigenen Garten ernten kann, wird offenbar zum Gourmet: „Dagegen können Obst und Gemüse aus dem Supermarkt wirklich nicht mithalten“, heißt es in der Runde. Der Einsatz chemischer Keulen ist erklärtermaßen unerwünscht: „Wir wollen alle einen Biogarten.“ Da hat dann aber auch das Unkraut gute Chancen. „Das ist im Moment das größte Problem“, meint Ossendorf. „Man kann praktisch zuschauen, wie es wächst.“

Insgesamt gibt es in der Anlage 25 Gärten in einer Größe von etwa 250 bis rund 500 Quadratmetern. Bei zweien steht laut Kaufmann in Kürze ein Pächterwechsel an. „Wir haben eine schöne Gemeinschaft“, erzählen die Hobbygärtner. Neben Deutschen sind mit Russlanddeutschen, Serben und Niederländern weitere Nationalitäten vertreten. Der Bemerkung in diesem Zusammenhang, dass auch Rheinländer und Münsterländer unter den Pächtern sind, wird lachend zugestimmt.

Am 9. September (Samstag) steht ihnen allen ein großes Fest ins Clubhaus. „Dann feiern wir unser 30-jähriges Bestehen“, freuen sich die Kleingärtner. In diesem Rahmen werden die Pokale an die Erfolgreichsten unter ihnen vergeben. Eine Kommission des Bezirksverbandes Emsdetten, dem die Metelener Anlage angeschlossen ist, hat Ende Juni die Gärten in Augenschein genommen und sie entsprechend prämiert.

Der Garten von Josef Kockmann wurde als bester ausgezeichnet, ihm folgten auf den Plätzen und in chronologischer Reihenfolge August Hillmann, Maria Pöpping, Erich Krabbe und Helmut Woestmann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5051348?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
Nachrichten-Ticker