Serie: Karin Bruns
Über den Fußball zur Feuerwehr

Metelen -

Was die Frauenquote bei der Freiwilligen Feuerwehr angeht, liegt Metelen deutlich über dem Kreisschnitt. Einer der weiblichen Kameraden ist Karin Bruns. Den meisten Spaß hat die 34-Jährige daran, beim Einsatz hinterm Lenkrad der Großfahrzeuge zu sitzen.

Dienstag, 08.08.2017, 11:00 Uhr
Auch den Lkw-Führerschein hat Karin Bruns gemacht, damit sie als Maschinistin die Großfahrzeuge der Wehr fahren darf. Zum Engagement der 34-Jährigen für die Feuerwehr gehört mittlerweile auch die Ausbildung des Nachwuchses als eine Betreuerin der Jugendabteilung.
Auch den Lkw-Führerschein hat Karin Bruns gemacht, damit sie als Maschinistin die Großfahrzeuge der Wehr fahren darf. Zum Engagement der 34-Jährigen für die Feuerwehr gehört mittlerweile auch die Ausbildung des Nachwuchses als eine Betreuerin der Jugendabteilung. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Geld und Fahrzeuge löschen keine Brände, sondern die Menschen.“ Das Zitat stammt von Zugführer Ansgar Stening. Er sagte es vor gut zwei Monaten bei der Vorstellung des Bedarfsplans für den Brandschutz im Ort. Eine Erkenntnis der Studie: 18 Freiwillige Feuerwehrleute fehlen im Ort derzeit – Männer und Frauen.

Letztere bilden zwar eine Minderheit in der Truppe, sind aber vor Ort vergleichsweise stark vertreten. 8,8 Prozent der Aktiven in der Wehr sind Frauen – deutlich mehr als im Kreisdurchschnitt.

Eine von ihnen ist Karin Bruns. Feuerwehr und Fußball, das sind die großen Hobbys der 34-Jährigen. Das runde Leder trat sie 21 Jahre lang für die Matellia, zuletzt als Libero im Damenteam. Sie war eine Konstante in der Mannschaft, bis sie vor drei Jahren dann aufhörte mit dem aktiven Fußball.

Und irgendwie war es auch der Fußball, der den Anstoß gab für die zweite Leidenschaft von Karin Bruns: die Feuerwehr. Denn die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurde auch im Spritzenhaus übertragen. Die Wehr hatte im Schulungsraum einen Beamer installiert und die Blauröcke verfolgten das Sommermärchen live auf der Leinwand. Mittendrin: Karin Bruns. „Mein Papa ist bei der Feuerwehr und hatte mich gefragt, ob ich mir die Spiele anschauen wollte. Und da bin ich hin.“

Die Stimmung gefiel ihr und „der Wunsch, der schon länger in mir schlummerte“, wurde Wirklichkeit: Karin Bruns trat in die Wehr ein. Kaum ein Jahr, nachdem sie mit den Kameraden die WM geschaut hatte, gehörte sie zur Truppe.

Wie ein halbes Dutzend weiterer Anwärter durchlief sie die Grundausbildung, packte auch mit an, wenn es ans Eingemachte ging. „Da muss auch schon mal die TKS geschleppt werden“, berichtet sie im Feuerwehr-Jargon über die Tragkraftspritze, die zu viert getragen wird. Körperliche Fitness brachte sie vom Fußball mit. Beruflich vorgeprägt, wie etliche ihrer Kameraden, war sie indes nicht, arbeitet nämlich bei der Ärztekammer als Sachbearbeiterin.

Doch Karin Bruns ist ehrgeizig. Der Atemschutz-Lehrgang schloss sich an und der Wunsch, auch die großen Fahrzeuge zu fahren, war da. 2009 machte sie den Führerschein für Brummis, teils auf eigene Kosten. Der Funker-Lehrgang war danach nur konsequent, denn beim Einsatz als Maschinistin gehört die Bedienung des Funks dazu. Auch als Truppführerin ließ sie sich ausbilden, ist jetzt Unterbrandmeisterin.

„Ich habe wohl Papas Gene“, lacht die Metelenerin nach dem Rückblick auf ihre bisherige Karriere. Qualifikationen wie Atemschutzgeräteträgerin, Maschinistin und Truppführer-Ausbildung hat nicht jeder. Dass sie als Frau so schon eine Ausnahmeerscheinung im Team ist, sei allerdings kein Thema im Feuerwehr-Alltag. An dem schätzt sie die Kameradschaft in der Truppe: „Da wird auch nach dem Einsatz noch miteinander gesprochen, und immer wieder geht es auch um Großeinsätze wie beim Schneechaos, beim Vechte-Hochwasser oder dem Brand im Autohaus Becker.“

Ihr Engagement für die Wehr hat das bei den Matellia-Fußballerinnen abgelöst. Auch dort war sie begeistert und mit vollem Herzen bei der Sache. In der Feuerwehr hat sie auch Verantwortung für den Nachwuchs übernommen. Sie ist eine der Betreuerinnen der Jugendfeuerwehr. „Das mache ich sehr gerne“, beschreibt sie, wie es ist, den Nachwuchs für die aktive Wehr zu begeistern.

Den meisten Spaß bereitet es ihr allerdings, beim Einsatz hinterm Lenkrad der Großfahrzeuge zu sitzen: „Ich bin immer froh, wenn ich den Lkw fahren darf.“

Zum Thema

Die Freiwillige Feuerwehr Metelen ist auf der Suche nach Menschen, die aktiv mithelfen wollen. Ansprechpartner ist der Leiter der Feuerwehr, Manfred Krude (Telefon 0 25 56 / 14 39 oder 9 87 61).

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