Buchsbaumzünsler
Gefräßiger Einwanderer

Metelen -

Grün-schwarze Raupen fressen sich derzeit durch die Sträucher einer Metelenerin – sehr zum Ärgernis der Hobbygärtnerin. Bei dem Schädling handelt es sich um den aus Asien stammenden Buchsbaumzünsler. Experten erklären, wie man ihn am besten wieder loswird.

Donnerstag, 10.08.2017, 06:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2017, 17:38 Uhr
Sie sehen harmlos aus, richten aber viel Schaden an: Buchsbaumzünsler (großes Foto) lassen gepflegte Sträucher (kleines Foto) schnell alt aussehen.
Sie sehen harmlos aus, richten aber viel Schaden an: Buchsbaumzünsler (großes Foto) lassen gepflegte Sträucher (kleines Foto) schnell alt aussehen. Foto: Heidrun Riese / Colourbox

Schon seit Tagen bearbeitet die Metelenerin ihre Sträucher mit der Gartenschere. Sie schneidet ganze Zweige heraus, um sich eines besonders hungrigen Schädlings zu entledigen. Buchsbaumzünsler haben ihre geliebten Zierpflanzen befallen. „Sie fressen die ganzen Blätter ab“, klagt die Hobby-Gärtnerin. Sogar die Rinde wird von den grün-schwarzen Raupen asiatischer Herkunft, die sich zu schwarz-weißen Schmetterlingen entwickeln, abgenagt. „Wenn die weg ist, kann der Buchsbaum kein Wasser mehr aufnehmen“, weiß sie. „Dann muss der Strauch entsorgt werden.“ Soweit möchte es die Metelenerin aber nicht kommen lassen.

Die gierigen Raupen haben es, wie ihr Name schon sagt, ausschließlich auf Buchsbaum abgesehen. Sie sind noch ziemlich neu in der Gegend. Eine Internetrecherche ergab, dass sie durch den internationalen Handel mit Baumschulware über Containerschiffe vor etwa zehn Jahren den Weg nach Europa gefunden haben, wo sie sich in rasantem Tempo verbreiten. „In den vergangenen Jahren ist es extremer geworden“, hat Bernd Münning, Betriebsleiter des HTG-Marktes, beobachtet.

Er weiß auch: Wer die Buchsbaumzünsler in seinem Strauch entdeckt, der muss sofort handeln. „Innerhalb kürzester Zeit fressen die Raupen das komplette Grün ab“, informiert der Experte. „Je früher man dran ist, desto mehr kann man retten.“

Auszumachen sei der gefräßige Schädling ganz leicht, wie Elfriede Hüllen von Garten- und Landschaftsbau Mensing erklärt: „Man erkennt die Raupe mit bloßem Auge.“ Bis zu fünf Zentimeter lang werden die Buchsbaumzünsler, die außerdem eine unübersehbare Schneise der Verwüstung hinter sich herziehen. Blätter sind abgenagt, ihre Reste vertrocknet. Zweige sind von einem Gespinst umgeben, in dem hellgrüne Kot-Krümel kleben. Bei starkem Fraß können ganze Triebe oder sogar die gesamte Pflanze absterben.

Und was hilft gegen den aggressiven Einwanderer? „Da muss man mit der Chemiekeule ran“, sagt die Geschäftsführerin. Wer nicht spritzen wolle, könne die Raupen absammeln und betroffene Stellen zurückschneiden. Aber das würde die durch den Befall ohnehin schon geschädigte Pflanze weiter stressen und helfe auch nur bedingt. Denn die hungrigen Raupen würden sich neue Plätze zum Fressen suchen, und die Vermehrung sei auch nicht gestoppt. Also müsse dem Buchsbaumzünsler mit Insektiziden der Garaus gemacht werden. „Man sollte sich im Fachhandel beraten lassen, welche Mittel man spritzen darf“, rät Hüllen. „Oder einen Gartenbaubetrieb beauftragen.“ Mit einer einmaligen Behandlung der Sträucher sei es allerdings nicht getan. „Bis zum Winter hin muss alle 14 Tage gespritzt werden, um auch die nächsten Generationen zu erfassen.“

Wer in seinem Garten mehrere Sträucher hat, von denen nur einer befallen ist, gehe mit einer Rodung auf Nummer sicher. „Dann muss der Buchsbaum mit der Wurzel raus und vernichtet werden“, beschreibt Hüllen die radikale Methode, den Schädling loszuwerden. Ganz wichtig sei dabei auch die weitere Kontrolle der übrigen Pflanzen, damit der Spuk nicht gleich wieder von Neuem beginnt.

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