Netzwerk für Unternehmerinnen in Metelen geplant
Gemeinsam profitieren             

Metelen -

Selbstständig und freiberuflich tätige Frauen in Metelen sollen sich besser austauschen können. Vier Unternehmerinnen wollen dafür ein lokales Netzwerk ins Leben rufen. Sie hoffen, dass sich dann auch Frauen „outen“, die bisher in Meteln noch gar nicht oder kaum als Unternehmerinnen wahrgenommen werden.

Freitag, 11.08.2017, 05:00 Uhr aktualisiert: 14.08.2017, 12:27 Uhr
Initialzündung: Im Beisein von Bürgermeister Gregor Krabbe stellten (v.l.) Clara Beutler, Margret Sprickmann-Kerkerinck, Karin Blase und Monika Ewering-Oskamp ihre Idee für ein Metelener Unternehmerinnen-Netzwerk vor.
Initialzündung: Im Beisein von Bürgermeister Gregor Krabbe stellten (v.l.) Clara Beutler, Margret Sprickmann-Kerkerinck, Karin Blase und Monika Ewering-Oskamp ihre Idee für ein Metelener Unternehmerinnen-Netzwerk vor. Foto: Kristian van Bentem

Es sind vier Metelener Unternehmerinnen aus ganz verschiedenen Branchen, die da in der Kulturetage um einen Tisch herumsitzen. Doch sie haben eine gemeinsame Idee, die sie am Freitag bei einem Treffen vorgestellt haben: Margret Sprickmann-Kerkerinck (Grafik-Design), Clara Beutler (Journalistin, Kulturetage), Monika Ewering-Oskamp (Buch und Schreibwaren Ewering) und Karin Blase (Textildesign) wollen Netzwerkarbeit von selbstständigen und freiberuflichen Frauen im Ort stärken. „Es geht darum, sich noch besser auszutauschen und Kontakte zu knüpfen“, erläutert Letztere.

WESt-Treffen am 16. November erstmals in Metelen

Schon seit 2009 organisiert die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (kurz: WESt) viermal jährlich in wechselnden Orten Treffen von Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen aus dem Kreis – bisher aber nie in Metelen. „Ich habe diese Treffen als sehr hilfreich empfunden, der Austausch auf allen Ebenen ist ein Gewinn“, sagt Blase. „Schon seit zwei Jahren versuchen wir, ein Treffen der WESt auch mal nach Metelen zu holen. Aber das ist gar nicht so leicht, wenn Leute aus dem ganzen Kreis in den tiefen Westen kommen sollen“, berichtet Sprickmann-Kerkerinck. Jetzt ist das endlich gelungen: Am 16. November (Donnerstag), 20 Uhr, macht das Netzwerk in der Kulturetage Station.

Nicht nur davon erhoffen sich die vier Frauen aus Metelen, die das Treffen vorbereiten, Impulse auch für die Netzwerkarbeit vor Ort. Denn unabhängig davon wollen die vier Initiatorinnen Unternehmerinnen aus Metelen schon vorher an einen Tisch holen. Am 23. August (Mittwoch), 20 Uhr, soll in der Kulturetage nicht nur das WESt-Treffen im November vorbereitet und mit Interessierten aus Metelen besprochen werden, „was uns interessiert und was wir den anderen mitgeben können“ (Sprickmann-Kerkerinck). Vor allem soll es der Startschuss zum Aufbau eines ortsinternen Unternehmerinnen-Netzwerks sein.

Bewusstsein als Unternehmerin fördern

Aber ist das nötig? Kennt in einem „Dorf“ wie Metelen nicht sowieso jede jede? „Nee, eben nicht. Oder oft nur in anderen Zusammenhängen“, beteuert Clara Beutler. „Viele Frauen hat man zumindest nicht als Unternehmerinnen auf dem Schirm“, ergänzt Sprickmann-Kerkerinck. „Weiß man, ob jemand, den man bislang nur als Nachbarin gesehen hat, nicht vielleicht ein kleines Gewerbe angemeldet hat?“, so Ewering-Oskamp. „Wir sprechen nicht nur Frauen an, die mittelständische Unternehmen leiten, sondern auch Freiberuflerinnen und selbstständig Tätige. Und die, die das planen“, sagt Sprickmann-Kerkerinck. Einige sähen sich bislang vielleicht selbst gar nicht als Unternehmerin, glauben die Initiatoren und hoffen, dass sich viele Frauen „outen“. Und viele seien vielleicht noch nicht auf den Gedanken gekommen, sich als Unternehmerinnen mit anderen auszutauschen und davon zu profitieren.

Wir haben noch keine Agenda – nur eine Idee, die sich entwickeln soll und von allen mitgestaltet werden kann.

Clara Beutler

Ganz wichtig ist Sprickmann-Kerkerinck und ihren Mitstreiterinnen: Das Treffen ist ein zwangloses Angebot, bei dem zunächst Namen und Daten gesammelt und E-Mail-Adressen ausgetauscht werden sollen und das dann ein- bis zweimal im Jahr stattfinden könnte. „Wir haben noch keine Agenda – nur eine Idee, die sich entwickeln soll und von allen mitgestaltet werden kann“, erklärt Beutler. „Es gibt auch keine Anwesenheitspflicht, keinen Druck, keine Mitgliedschaft, und wir vier sind auch nicht der Vorstand“, ergänzt Ewering-Oskamp.

Oft kleinere Unternehmensstrukturen bei Frauen

Mal ketzerisch gefragt: Warum wollen die Unternehmerinnen keine Männer dabei haben...? „Wir haben keinen feministischen Ansatz, wollen nicht deshalb ein Netzwerk, weil Frauen es schwerer hätten“, stellt Beutler unmissverständlich klar. „Aber ich glaube, dass es Sachen gibt, die man unter Frauen anders bespricht.“ Unternehmerinnen seien gegenüber Männern nicht grundsätzlich benachteiligt, findet auch Sprickmann-Kerkerinck. „Bei Frauen gibt es aber oft kleinere Unternehmensstrukturen. Und nicht selten sind sie immer noch durch Haushalt und Kinder anders belastet.“

Ende des Termins. Monika Ewering-Oskamp hat keine Zeit zu verlieren und bricht als Erste auf: „Das Unternehmen wartet!“

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