Camping beim Kinkerlitzchen-Festival
„Wir sind nicht aus Zucker“

Metelen -

Erstmals bestand beim Kinkerlitzchen-Festival die Möglichkeit zum Campen. Zahlreiche auswärtige Besucher schlugen auf dem eingezäunten Platz neben dem Feuerwehrgerätehaus ihre Zelte auf und ließen sich vom Regen die gute Laune nicht verderben. 

Montag, 14.08.2017, 18:53 Uhr
Gute Laune, wo man hinblickt: Das neue Angebot, beim Festival zu campen, wurde gut angenommen. Die Stimmung auf dem Gelände war bestens – dem Wetter zum Trotz. Aus Ochtrup kamen Mathis Ransmann (li.) und Deniz Schweizer.
Gute Laune, wo man hinblickt: Das neue Angebot, beim Festival zu campen, wurde gut angenommen. Die Stimmung auf dem Gelände war bestens – dem Wetter zum Trotz. Aus Ochtrup kamen Mathis Ransmann (li.) und Deniz Schweizer. Foto: Sabine Sitte

„Liebevoll, herzlich, familiär“ sind die Adjektive, mit denen die Camper die „Ferienfreizeit“-Atmosphäre auf dem Platz umschreiben. Nach einer verregneten Nacht und mit klammen Klamotten beginnt der Morgen am zweiten Festivaltag erstmal mit einem üppigen Frühstück: belegte Brötchen und Kaffee im Verpflegungszelt oder Bratwurst vom Einweggrill. Von Verdruss um das schlechte Wetter keine Spur.

„Wir waren schon auf vielen Festivals“, sagt Robin Diekmann, der aus Lübeck angereist ist. „Doch Frühstück gibt es sonst nirgends.“ Die Freunde sind zu siebt nach Metelen gekommen, die meisten von ihnen studieren in Münster. Ihre vier Zelte haben sie im Kreis angeordnet. Im Pavillon in der Mitte treffen sie sich zum Essen und Klönen.

Die Möglichkeit zum Camping für die Besucher des „Kinkerlitzchen“-Festivals ist in diesem Jahr zum ersten Mal angeboten worden. „Wir wollen mehr Leuten von außerhalb die Möglichkeit bieten, die Konzerte zu genießen“, so Niclas Rieps vom Veranstalterteam. Auf dem eingezäunten Platz neben dem Feuerwehrgerätehaus können bis zu 70 Zelte aufgeschlagen werden. Der Sportverein Matellia hat die Dusch- und Waschräume auf dem angrenzenden Gelände zur Verfügung gestellt. Gegen einen kleinen Obolus bedienen sich die Gäste im Verpflegungszelt an den liebevoll geschmierten Brötchen von Simone Fremann und Gudula Rieps. „Die Leute werden gut bemuttert, und gleich steigt die Laune an“, schmunzelt Marius Schulte.

Am Samstagmittag bevölkern erst zehn der angemeldeten 55 Zelte das Geviert. 22 Männer und Frauen statt der 102 erwarteten Gäste zum Campen haben sich trotz des Wetters auf den Weg gemacht. „Der ständige Regen hat viele abspringen lassen“, vermutet Marius Schulte. „Aber wir rechnen noch mit einigen Leuten.“ Gerade ist der Shuttle-Bus das erste Mal zum nahen Bahnhof gefahren, um Ankömmlinge aus Richtung Ochtrup oder Enschede abzuholen.

Campen beim Kinkerlitzchen-Festival in Metelen

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  • Erstmals gab es beim Kinkerlitzchen-Festival in Metelen die Möglichkeit, auf dem eingezäunten Platz neben dem Feuerwehrgerätehaus Zelte aufzuschlagen.

    Foto: Sabine Sitte
  • Das Veranstalterteam (v.l.) Marius Schulte, Niclas Rieps und Luka Dankbar waren mit der Camping-Premiere zufrieden.

    Foto: Esther Hollekamp
  • So macht Campen Spaß: Mathis Ransmann (li.) und Deniz Schweizer aus Ochtrup.

    Foto: Sabine Sitte
  • Von der Nordseeküste nach Metelen (v.l.): Lina Toden, Nele Büsing und Carola Neumann.

    Foto: Sabine Sitte
  • Ebenfalls zu Gast in Metelen: diese Freunde und Studenten aus Münster.

    Foto: Sabine Sitte
  • Im Einsatz als Security-Kräfte: Ann-Kathryn Neumann und Marvin Mohrmann.

    Foto: Sabine Sitte
  • Foto: Sabine Sitte
  • Foto: Sabine Sitte
  • Foto: Sabine Sitte
  • Foto: Sabine Sitte
  • Foto: Sabine Sitte

Für eine deftigere Mahlzeit haben sich Deniz Schweizer und Mathis Ransmann aus Ochtrup entschieden: Auf ihrem Grill vor dem Zelt köchelt ein Topf Bohnen in Tomatensoße, dazu gönnen sich die beiden 18-Jährigen Maiskolben und das erste Bier. „Ein Rundum-Wohlfühl-Paket.“ Das Wetter stört sie nicht. „Wir sind nicht aus Zucker“, sagt Deniz und freut sich auf die abendlichen Bandkonzerte von Bergfilm und Goldroger.

Schräg gegenüber sitzen drei junge Frauen unter dem Pavillon und gähnen herzhaft: „Wir waren erst spät im Bett.“ Nina Toden, Nele Büsing und Carola Neumann haben sich am Vorabend Kat Frankies Auftritt in der Kirche und die anschließende Kurzfilm-Nacht auf dem Festivalgelände gegönnt. Sie sind von den Veranstaltungen und dem Drumherum begeistert. „Die Organisatoren haben Decken und Regencapes verteilt, und die Leute im Ort sind wahnsinnig herzlich und aufgeschlossen.“ Für die drei Frauen ist das Camping eine Premiere, doch dank des Pavillons ist das winzige Zelt darunter trocken geblieben. Und ein Sektfrühstück funktioniert auch mit Plastikbechern.

Enger zusammenrücken werden in der kommenden Nacht dagegen Lily, Lucas und Sebastian aus dem Ruhrgebiet müssen, denn eines ihrer beiden Zelte ist durchnässt und hinüber. Aber auch hier herrscht entspannte Stimmung, und bis zum Auftritt der Lieblingsband Gurr spielen die drei Freunde mit angezogenen Beinen auf dem engen Raum noch eine lange Runde Karten: „Phase 10“.

„Alles ruhig“, vermelden die beiden Wachleute Ann-Kathryn Neumann und Marvin Mohrmann über die vergangene Nacht. Jetzt stehen sie am Einlass, vergleichen die Ausweise der Neuankömmlinge mit den Anmeldelisten, verteilen die Armbändchen oder weisen die Wohnmobile ein, die vor dem Gelände parken wollen. So langsam füllt sich der Platz.

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