Zirkus Merlin gastiert in Metelen
„Oft verzweifeln wir, weil es keine Standplätze gibt“

Metelen -

Seit rund 20 Jahren kommt der Zirkus Merlin für Gastspiele nach Metelen. In dieser Woche macht er dort wieder einmal Station. Vor den drei Vorstellungen von Freitag bis Sonntag sprach unser Redakteur Kristian van Bentem mit Zirkus-Direktor Josef Spindler

Donnerstag, 17.08.2017, 18:53 Uhr
Hereinspaziert! Josef Spindler und Familien- und Wachhund Gizmo laden zu den Vorstellungen von Zirkus Merlin von Freitag bis Sonntag ein.
Hereinspaziert! Josef Spindler und Familien- und Wachhund Gizmo laden zu den Vorstellungen von Zirkus Merlin von Freitag bis Sonntag ein. Foto: Kristian van Bentem

Im Interview sprachen sie über die Manegen-Show im Zirkus Merlin, das besondere Verhältnis zu Metelen und die Sorgen der Zirkus-Zunft.

Worauf dürfen sich die Besucher in Metelen freuen?

Spindler: Auf einen neumodernen Kinder- und Jugend-Zirkus, der Artistik, Clownerie, eine Feuer-Show, Zauberei, eine Wild-West-Show und die hohe Kunst der Balance bietet. Und was für den einen schön, den anderen traurig ist: Wir haben keine Tiere. Mit einer Ausnahme: unser Hund Gizmo – aber der gehört ja zur Familie und ist unser Zirkus-Wachhund. (grinst und zeigt auf die kleine Promenadenmischung)

Warum verzichten Sie auf Tier-Nummern?

Spindler: Das machen wir schon seit rund 25 Jahren. Auf dem Gelände, auf dem wir damals standen, gab es keinen Platz für die Tiere, die wir hatten, sodass wir uns von ihnen trennen mussten. Daraus entstand dann – damals notgedrungen – eine Show ohne Tiere. Und dabei sind wir bis heute geblieben, denn wir haben gemerkt: Man kann die Leute auch so begeistern. Und für uns entstehen über die Wintermonate weniger Kosten.

Im Mittelpunkt der Show stehen also Menschen. Woher kommen sie?

Spindler: Wir sind ein reiner Familien-Zirkus aus Spelle – und das seit mehreren Generationen. Nachdem mein Uropa schon zwischen den Weltkriegen als Straßenkünstler aufgetreten ist, hat mein Opa den Zirkus gegründet. Heute gehören elf Familienmitglieder zum Team: Opa, Oma, zwei Söhne, zwei Schwiegertöchter, zwei Enkelkinder, eine Neffe, meine Frau und ich. Alle schlüpfen in verschiedene Rollen und wechseln zwischen den Nummern die Kostüme.

Warum zieht es Sie immer wieder nach Metelen?

Spindler: Wir sind das erste Mal hier gewesen, da gab es diese Siedlung da drüben noch gar nicht. Seither kommen wir gerne immer wieder, weil wir uns hier willkommen fühlen und es eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde gibt, die es uns jedes Mal ermöglicht, unser Zelt neben der Feuerwehr aufzuschlagen. Das ist nicht überall selbstverständlich. Der größte Wunsch für alle Zirkusleute wäre, mehr Standplätze für Gastspiele zu bekommen. Das wird in ganz Deutschland leider immer schwieriger – auch, weil immer mehr freie Flächen zugebaut werden. Oft verzweifeln wir, weil es einfach keine Standplätze gibt.

Was wünschen Sie sich für die drei Vorstellungen in Metelen?

Spindler: Dass die Gäste unser Zelt danach mit einem Lächeln im Gesicht verlassen. Dann wissen wir, dass sie zufrieden sind und wir unsere Arbeit gut gemacht haben.

Infos

Vorstellungen gibt es am Freitag, Samstag und Sonntag (18. bis 20. August) jeweils ab 16 Uhr auf dem Platz neben der Feuerwehr in Metelen. Karten gibt es an der Zirkuskasse. Reservierungen sind möglich unter ' 0 16 2 / 8 91 74 79.

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