Serie – Feuerwehr Metelen
Fit wie ein Turnschuh für extreme Einsätze

Metelen -

Fitness und Teamgeist: Diese Voraussetzungen mitbringen müssen Atemschutz-Geräteträger der Feuerwehr, die in verrauchte Räume vordringen, um dort zu löschen oder Menschen zu retten. Und auch der Kopf muss mitspielen.

Freitag, 18.08.2017, 05:00 Uhr
Vorbereitung unter dem Geheul des Martinshorns: Stefan Krzywanski ist Atemschutzgeräteträger bei der Feuerwehr. Bereits auf dem Weg zum Einsatzort kann im Fahrzeug die Ausrüstung mit Atemluftflasche und Maske angelegt werden.
Vorbereitung unter dem Geheul des Martinshorns: Stefan Krzywanski ist Atemschutzgeräteträger bei der Feuerwehr. Bereits auf dem Weg zum Einsatzort kann im Fahrzeug die Ausrüstung mit Atemluftflasche und Maske angelegt werden. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Wenn das sprichwörtliche „Fit wie ein Turnschuh“ zutrifft, dann sicherlich auf die Atemschutzgeräteträger der Wehr. Das etwas sperrige Wort aus dem Wehr-Vokabular umschreibt diejenigen Kameraden, die sich die Pressluftflasche auf den Rücken schnallen, die Atemmaske aufsetzen und in verrauchte Räume vordringen. Eine Aufgabe, die nicht nur körperliche Fitness verlangt, sondern auch Teamgeist.

Einsätze immer zu zweit

„Da geht man nie alleine hinein“, beschreibt Stefan Krzywanski diese Einsätze. Er ist einer in der Freiwilligentruppe Metelen, die eine Ausbildung mit den Atemgeräten absolviert haben. Immer zu zweit, als Trupp, und immer nur soweit voneinander entfernt, dass man den Kameraden sehen oder noch besser berühren kann, rückten die Feuerwehrleute unter Atemschutz vor. Wie gefährlich solche Einsätze werden können, wird auch an der Vorschrift deutlich, dass stets ein zweites Duo als Sicherungstrupp fertig ausgerüstet bereit stehen muss – um im Notfall die Kameraden zu retten.

Nicht von Pappe sind die physischen, aber auch psychischen Anforderungen an die Atemschutz-Kräfte. „Da muss man körperlich und geistig fit sein“, fasst Krzywanski den Check durch den Arzt zusammen, der vor einer Ausbildung steht. Denn selbst wenn sich der Puls nach dem Leistungs-EKG auf dem Ergometer in der geforderten Zeit wieder beruhigt, bedeutet das noch nicht, dass auch der Kopf mitspielt.

„Ein wenig klaustrophobisch ist doch wohl jeder“, beschreibt der 43-Jährige, warum die Wehrleute langsam an die Aufgabe herangeführt werden. Zunächst wird nur die Maske aufgesetzt und ein wenig herumgelaufen. Später wird ein Filter aufgeschraubt und in einem weiteren Schritt die Atemluft angeschlossen.

Ein Bart ist tabu

„Der Bart muss ab“, lacht Krzywanski und reibt sich die Stoppeln. „Die habe ich auch nur, weil ich zur Zeit im Urlaub bin.“ Denn wenn die Maske nicht eng anliegt, könnte trotz des leichten Überdrucks Rauch eindringen – fatal für den Feuerwehrmann, aber auch für die Menschen, die aus dem Gebäude gerettet werden sollen.

Erst nachdem sich die künftige Atemschutz-Kraft der Wehr an Maske und Flasche gewöhnt hat, wird ausgebildet – unter anderem auf einem speziellen Hindernis-Parcours, bei dem vor allem die Fortbewegung in Bodennähe durchgespielt wird. „Da ist der wenigste Rauch, und es ist nicht so heiß“, beschreibt der Metelener Feuerwehrmann die Taktik der Heißausbildung in realistischen Szenarien und aus seinen Erfahrungen.

Der Metelener kennt sich aus, ist nämlich nicht nur seit einigen Jahren freiwillig für die Wehr engagiert, sondern bereits seit 2006 auch Berufsfeuerwehrmann. Bei der Bundeswehr hatte er als Fahrlehrer gearbeitet, sich aber parallel dazu in viele Richtungen fortgebildet, unter anderem als Rettungsassistent.

In der Freizeit bei der Freiwilligen Wehr

Die Berufsfeuerwehren in Rheine und Dortmund waren erste Stationen, bevor Krzywanski zum Bund zurückkehrte – als Feuerwehrmann. Auf einem NATO-Stützpunkt bei Kalkar sorgt er mit seinen Kameraden für Sicherheit. Und immer dann, wenn er dienstfrei hat und bei der Familie in Metelen ist, rückt er mit der Freiwilligen Wehr aus – als einer der besonders gefragten Atemschutzgeräteträger in der Truppe.

Der 43-Jährige, der seit vielen Jahren Karatesport betreibt und überdies auch mit befreundeten Feuerwehrleuten an Treppenläufen teilnimmt, ist einer von denen, die so leicht nichts aus der Puste bringt – eben einer, der fit wie der sprichwörtliche Turnschuh ist.

Infos

Die Freiwillige Feuerwehr Metelen ist auf der Suche nach Menschen, die aktiv mithelfen wollen. Ansprechpartner ist der Leiter der Feuerwehr, Manfred Krude (Telefon 0 25 56 / 14 39 oder 9 87 61).

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