Kirchenchor
Der frühe Vogel zwitschert gern

Metelen -

Was tun, wenn immer weniger Sänger die abendlichen Proben des Kirchenchores besuchen? Udo Nobis, der Leiter der Cäcilia-Sangesgemeinschaft, fand eine unkonventionelle Lösung: Ab sofort probt der Chor am Dienstagmorgen. Die Resonanz auf den Termin fiel sehr gut aus.

Donnerstag, 07.09.2017, 06:00 Uhr
Deutlich gefüllt haben sich die Reihen des Cäcilia-Chores bei der morgendlichen Probe im Pfarrzentrum Oase.
Deutlich gefüllt haben sich die Reihen des Cäcilia-Chores bei der morgendlichen Probe im Pfarrzentrum Oase. Foto: Tappe

„Ich sehe etliche Gesichter, die früher einmal dabei waren und lange nicht mehr zu den Proben gekommen sind“, stellt Udo Nobis fest, als er die Sänger des Cäcilienchores zu einer „Premiere“ im Pfarrzentrum „Oase“ begrüßt – der ersten Chorprobe am Morgen.

„Bisher haben wir abends geprobt. Aber mit zunehmendem Alter kamen immer weniger Leute. Das hat uns auf die Idee gebracht, den Chor seniorengerechter aufzustellen. Und weil Termine am Abend von der älteren Generation nicht so gern angenommen werden, haben wir uns für die neue Probenzeit am Dienstagmorgen entschieden. Wir hoffen, dass wir damit auch die Senioren erreichen“, erklärt Nobis die Entscheidung.

Es ist dem Kirchenmusiker ein Anliegen, in der Chorfamilie von Ss. Cornelius und Cyprianus jedem Alter gerecht zu werden. Berufstätige Chormitglieder hätten die Gelegenheit, zum Cantemus-Chor zu wechseln, so dass jeder Interessierte die Chance habe, in einem Chor vor Ort mitzuwirken, sagt Nobis.

„Als ich erfahren habe, dass morgens geprobt wird, stand für mich fest, dass ich da wieder mitmache. Das Singen macht mir nämlich viel Spaß. Aber abends wäre ich nicht mehr gekommen“, bemerkt Mechthild Schnieders. Damit spricht sie auch anderen Kirchenchormitgliedern aus der Seele, die ebenfalls nach langer Zeit das erste Mal wieder dabei sind.

„Wer sein Leben lang gern gesungen hat, sollte das im Alter beibehalten, so lange ihm das möglich ist“, begrüßt der Chorleiter die Entscheidung. Musik und Gesang in Gemeinschaft von Gleichgesinnten bedeute Lebensqualität und stärke obendrein Körper, Geist und Seele, findet er.

Im fortgeschrittenen Alter, so Nobis, seien die stimmlichen und körperlichen Voraussetzungen allerdings anders als bei jungen Leuten. „Spannung und Elastizität der Stimmlippen sowie die Stimmbeweglichkeit lassen nach. Der Atem wird knapper. Lange Töne können nicht mehr so gut gehalten werden.

Frauenstimmen verlieren an Höhe und Männerstimmen an Tiefe. Außerdem lassen bei vielen Senioren die Seh- und Hörfähigkeiten nach“, nennt Udo Nobis einige altersbedingte Veränderungen, die es zu berücksichtigen gilt.

Dann geht es zur Sache. „Lobe den Herrn meine Seele“ heißt das erste Lied. Zur Auflockerung fordert Nobis die Teilnehmer auf, die Melodie leise zu summen, ohne auf Text und Noten zu achten. Dann nähern sie sich Ton für Ton dem Stück, das sie schließlich als Kanon singen.

20 Mitglieder hat der Cäcilienchor zurzeit. Udo Nobis wünscht sich, dass noch mehr Stimmen dazukommen. „Wir sind offen für alle, die Freude am Singen haben“, betont Nobis.

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Der Kirchenchor Cäcilia probt dienstagsmorgens um 10 Uhr im Pfarrzentrum „Oase“.

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