Bundestagswahl
Kreuzchen vor der Kegeltour

Metelen -

Immer mehr Metelener nutzen die Möglichkeit, anlässlich der Bundestagswahl ihre Stimme bereits vor dem Wahltag abzugeben. Schon jetzt haben mehr als 15 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen beantragt – deutlich mehr als bei den beiden vergangenen Urnengängen.

Freitag, 08.09.2017, 06:00 Uhr
Viel zu tun haben die Plakatkleber in diesen Schlusswochen des Wahlkampfs. Doch etliche Metelener haben ihre Entscheidung bereits gefällt und ihre Stimme per Briefwahl abgegeben.
Viel zu tun haben die Plakatkleber in diesen Schlusswochen des Wahlkampfs. Doch etliche Metelener haben ihre Entscheidung bereits gefällt und ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Für mindestens jeden sechsten Metelener ist die Bundestagswahl längst gelaufen. Das ergab eine Nachfrage im Wahlamt der Gemeinde. „Schon jetzt haben mehr als 15 Prozent aller Wahlberechtigten einen Briefwahl-Antrag gestellt“, bilanzierte Andreas Joost, der die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag in der Vechtegemeinde organisiert.

725 Briefwähler wurden bis Mittwochmittag registriert, 15,1 Prozent der insgesamt 4783 wahlberechtigten Metelener. „Damit dürften wir den Briefwähler-Anteil der beiden letzten Bundestagswahlen diesmal deutlich übertreffen“, schaut Joost auf die Quote der vorzeitig abgegebenen Stimmen bei den vergangenen Wahlen zum Bundesparlament. 2013 lag der Anteil bei 13,1 Prozent, 2009 bei 16,5 Prozent – Stichtag war jeweils der Wahltag.

Bis dahin sind es aber noch mehr als zwei Wochen und entsprechend wird der Anteil der Briefwähler noch steigen. Interessant sei gewesen, dass es allein am Montag dieser Woche, also am Tag nach dem TV-Duell der Kanzlerin und ihres Herausforderers, einhundert Anträge auf Briefwahl eingegangen seien. „Jeder fünfte Briefwähler wählt aber direkt hier in der Stimmkabine“, beobachtet Joost, dass die Wahlunterlagen nicht immer mitgenommen werden und die Entscheidung also noch aussteht.

Bisweilen erläuterten die Metelener, warum sie am Wahlsonntag keines der fünf Wahllokale im Ort aufsuchen wollen. „Die Menschen wollen einfach flexibel sein, etwa bei schönem Wetter einen Ausflug unternehmen. Es gibt aber auch etliche, die an dem Tag der Wahl auf Kegeltour sind.“

Kegelausflüge seien übrigens auch bei anderen Wahlgängen im Herbst zu beobachten, blickt Joost, der sich seit mehr als drei Jahrzehnten für die Gemeinde mit Wahlen beschäftigt, zurück.

Die Gemeinde hat längst auf den Trend zur Briefwahl reagiert. „Ich habe die Anzahl der Mitglieder des Wahlvorstands im Briefwahlbezirk von sechs auf acht erhöht“, berichtet Joost, und: „Langfristig betrachtet muss man sich darüber unterhalten, ob wir nicht einen zweiten Briefwahlbezirk einrichten sollten.“

Wer direkt am Wahltag seine Stimme abgeben möchte – und das ist immer noch das Gros der Metelener – der muss eines der fünf Wahllokale im Ort aufsuchen. Dass auch hier absehbar Veränderungen anstehen werden, ließ Joost durchblicken. So dürfte die St.-Vitus-Grundschule letztmalig als Wahllokal genutzt werden, da die Schule im kommenden Jahr an den neuen Standort am Freistein umziehen soll. Auch ist die Zukunft des bisherigen Wahllokals Gaststätte Elling ungewiss, da diese, so Joost, nach Auskunft des Wirtes zum Jahresende wohl schließen werde. „Josef Elling war immer dabei und hat auch stets ein großes Lob von den Wahlvorständen bekommen“, bedauert der Wahl-Profi aus dem Rathaus dies.

Fünf Auslands-Metelener haben den Eintrag ins örtliche Wählerverzeichnis beantragt: Zwei leben in den Niederlanden und je einer in Großbritannien, Belgien und der Schweiz. Briefwahlunterlagen wurden auch nach Afrika und Asien versandt – per Luftpost, damit diese Wähler die Chance haben, rechtzeitig bis zum 24. September über die Zusammensetzung des nächsten Bundestages abzustimmen.

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