Martinszug
Lebendiges Martinsspiel

Metelen -

Er hat Tradition und ist ein jährlicher Sternmarsch zu Ehren des Mannes, der das Teilen vorgelebt hat: Der Martinszug der Kinder von ihren Kitas zum Kirchplatz, wo die Steppkes mit ihren Laternen die Mantelteilung verfolgten, fand viele Teilnehmer. 

Dienstag, 14.11.2017, 06:00 Uhr
Erzählten die Geschichte von St. Martin (v.l.): Ingo Krude, Pastoralreferentin Ruth Bentler, Merle Bockholt als Bettler und Inga Bock als St. Martin. Zahlreiche Kinder waren mit ihren oftmals selbst gebastelten Laternen von den Kindergärten zum Kirchplatz gezogen.
Erzählten die Geschichte von St. Martin (v.l.): Ingo Krude, Pastoralreferentin Ruth Bentler, Merle Bockholt als Bettler und Inga Bock als St. Martin. Zahlreiche Kinder waren mit ihren oftmals selbst gebastelten Laternen von den Kindergärten zum Kirchplatz gezogen. Foto: Dorothee Zimmer

. Ruth Bentler stand am Sonntagabend auf dem Kirchplatz auf einer erhöhten Bühne, und das verschaffte der Pastoralreferentin einen guten Überblick. Von dieser exponierten Lage aus hieß sie die versammelten kleinen und großen Teilnehmer des Martinsumzuges willkommen und sagte: „Es jedes Mal wieder ein schönes Bild, von hier oben die leuchtenden Laternen und strahlenden Kinderaugen zu sehen.“

Mit musikalischer Begleitung waren Kinder und Erwachsene von den drei Kindergärten aus in Richtung Kirche gestartet, um hier das Schauspiel von der Mantelteilung zu sehen, an dessen Gestaltung auch der Kinderchor unter der Leitung von Udo Nobis mitwirkte. Die drei Kitas wechseln sich mit der Organisation ab – in diesem Jahr lag sie in den Händen der Kita St. Marien.

Ingo Krude, Vater eines Kita-Kindes, erzählte die Geschichte vom Heiligen Martin. Wie er – damals noch Soldat – eines kalten Winterabends an einem frierenden Bettler vorbeiritt. Und wie Martin Mitleid hatte, sein Pferd zügelte, mit seinem Schwert seinen Mantel teilte und eine Hälfte um die Schultern des armen Mannes legte. Merle Bockholt, die den Part des Bettlers spielte, in dünnes Sackleinen gewandet war und auf einem Strohballen saß, dankte dem von Inga Bock dargestellten gütigen Mann. Zugleich war der Zehnjährigen auch am Wohl des Fremden gelegen, sie fragte, wie es vielleicht auch seinerzeit der Bettler getan hat: „Ist dir denn jetzt nicht kalt?“ „Nein“, beschwichtigte die mit Pferd Merlin gekommene Reitersfrau nach dem beherzten Einsatz, „mir reicht auch die eine Hälfte meines Mantels.“

Der Überlieferung nach erschien damals in der Nacht darauf Jesus Martin im Traum, und er sagte ihm, wie sehr er sich über Martins Tun gefreut habe und dass jeder, der mit anderen teile, ihm diese Freude mache. Martin wollte fortan nicht mehr Soldat sein, sondern sein Leben Jesu widmen. Er wurde Bischof und ein großes Vorbild für christliche Nächstenliebe.

Bentler rief dazu auf, selbst auch immer bereit zu sein, anderen etwas abzugeben, es sei eine Eigenschaft von hohem Wert: „Wenn wir teilen, wird das Leben für beide Seiten schöner und die Welt ein Stück besser.“ Sie würdigte all jene Spender, die sich in diesem Sinne an der aktuellen Sammelaktion der Kitas zugunsten der Ochtruper Tafel beteiligt hatten.

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