Hilbuskamp IV
Auf das gleiche Niveau bringen

Metelen -

Ärger im Baugebiet „Hilbuskamp IV“: Noch bevor der erste Bagger angerollt ist, beklagen sich die künftigen Bauherren über das Höhenniveau der Straßen im neuen Quartier. Die Gemeinde hat reagiert und ein erstes Gespräch mit den neuen Anliegern geführt. Weitere sollen folgen.

Donnerstag, 16.11.2017, 15:53 Uhr
Die Anforderungen an die Entwässerung machten die Anlage der hohen Baustraßen notwendig, erläutert die Gemeindeverwaltung. Für etliche der künftigen Anlieger bedeutet das nun, dass sie ihre Grundstücke vor Baubeginn höhengleich auffüllen lassen müssen.
Die Anforderungen an die Entwässerung machten die Anlage der hohen Baustraßen notwendig, erläutert die Gemeindeverwaltung. Für etliche der künftigen Anlieger bedeutet das nun, dass sie ihre Grundstücke vor Baubeginn höhengleich auffüllen lassen müssen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Als die Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet Hilbuskamp IV im Sommer starteten, ahnten die künftigen Bauherren nicht, dass sie sich Mitte November im Ratssaal des Alten Amtshauses einfinden würden, um genau wegen dieser Arbeiten mit der Verwaltung zu diskutieren.

Die Gemeinde hatte als Investor das Gebiet erschließen lassen und auch die Grundstücke an die künftigen Häuslebauer veräußert. Die Flächen waren schnell verkauft, alle warteten darauf, dass die Baustraßen fertig würden und der private Hausbau starten konnte. Was sie dann aber sahen, sorgte zunächst bei einigen, und in der Folge des Straßenbaus bei fast allen, für Stirnrunzeln. Die Baustraße wuchs und wuchs in die Höhe, im hinteren Bereich bis zu 80 Zentimeter über dem Level der vormaligen Wiese. Und das wird teuer.

Jetzt gilt es, die Grundstücke an das künftige Straßen-Niveau anzupassen. Das ist ein mitunter kostspieliges Unterfangen, da aufgefüllt werden muss. Und das kostet die Bauherren zusätzliche Summen. Die künftigen Anlieger fürchten bis zu fünfstellige Beträge.

Christian Edler von der UWG-Fraktion im Rat machte im Bauausschuss das Thema, mit dem sich auch die anderen Fraktionen bereits beschäftigten, öffentlich. Er fragte nach den Extra-Kosten für die Anfüllung und wie die Gemeinde reagieren werde.

Bürgermeister Georg Krabbe verwies auf das Treffen mit den künftigen Anliegern am Dienstagabend: „Wir werden schauen, wie wir mit der Situation umgehen können.“ André Kersten, Fraktionschef der Union im Gemeinderat, zeigte sich verwundert über die UWG-Anfrage, habe man doch das Thema interfraktionell bereits besprochen.

Über das Treffen mit den frischgebackenen Grundstücksbesitzern informierte auf Anfrage dieser Zeitung Metelens Bauamtsleiter Stefan Weßling. Einige der Käufer seien bereits im Vorfeld über den Höhenunterschied im Gebiet informiert gewesen, andere erst im Laufe der Erschließungsarbeiten: „Einige hatten die Endausbaupläne“, so Weßling.

Er erläuterte, dass das hohe Straßenlevel notwendig sei, um ein natürliches Gefälle für die Niederschlagsentwässerung herzustellen: „Das Gelände ist in Richtung Epe um bis zu einen Meter abschüssig und zur Eper Straße hin um bis zu 50 Zentimeter.“

Zu den Summen, die notwendig sind, um die jeweiligen Baugrundstücke baureif zu machen, wollte sich Weßling nicht äußern: „Das kommt ganz auf die Bebauung an.“ Werde mit Keller gebaut, stehe genügend Material zur Verfügung. Bei den anderen Grundstücken seien die Kosten unter anderem davon abhängig, ob mit L-Steinen aus Beton oder Anböschungen gearbeitet werde. Wesentlich sei auch, ob das Nachbargrundstück angefüllt werde.

Kämmerer Andreas Möllers ergänzte, dass die Gemeinde die Bauherren bereits vor 14 Tagen zu dem Termin am Dienstag eingeladen habe. Wie und ob sich die Gemeinde mit den neuen Anliegern einigen werde, dazu schwieg der Finanzfachmann aus dem Rathaus: „Das ist eine privatrechtliche Angelegenheit. Und die Gespräche sind auch noch nicht beendet, sondern gehen weiter.“

Ansgar Stening, der Fraktionschef der UWG im Gemeinderat, zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung befremdet über das Verfahren: „So geht Verwaltungshandeln nicht.“ Richtig wäre gewesen, so Stening, die Bauinteressierten rechtzeitig über die Mehrkosten für das Verfüllen zu informieren.

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