Storno-Auftritt im Bürgerhaus
Geistvoll-satirisches Feuerwerk

Metelen -

So ein Pech. Die Storno-Abrechnung 2017 ist fix- und bühnenfertig. Und da wird das nix mehr mit Jamaika. Aber der satirische Jahresrückblick von Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther hat darunter keinesfalls gelitten. Die drei kabarettistischen Multitalente gastierten Freitagabend auf Einladung der Kulturinitiative Metelen (KIM) in der Vechtegemeinde. Scharfzüngig, wortakrobatisch und kräftig mit Ironie gewürzt zünden sie im rappelvoll besetzten Bürgersaal ein geistvoll-satirisches Feuerwerk.

Sonntag, 03.12.2017, 19:00 Uhr
Eine Lachsalve jagt die nächste, wenn „Storno“ auf der Bühne steht
Eine Lachsalve jagt die nächste, wenn „Storno“ auf der Bühne steht Foto: Irmgard Tappe

Die Ergebnisse der Bundestagswahl haben sie natürlich nach Storno-Manier analysiert. „Da hatte die SPD nun endlich ihren Heiland, und niemand machte ein Kreuz“, schießen sie einen satirischen Pfeil gen Martin Schulz. Und Funke fürchtet, dass die CDU aus Angie austritt. Er könnte sich die Kanzlerin als Kaiserin Europas vorstellen „Der Kontinent ist inkontinent. Und Angie könnte die Windel sein“, lästert er. Horst Seehofers Rücktritt von der Abdankung bezeichnet das Trio als „Aussöderung“.

Dann geht es ins Reformhaus „Schule“, wo Storno erhöhten Förderbedarf fürs Kultusministerium fordert. In einem spritzigen Song nähern sie sich schließlich der deutschen Leitkultur, in der lautes Hupen, Diesel, Treuepunkte, Rabatte und Pünktlichkeit eine Rolle spielen. Sie nehmen außerdem Smartphones, Whatsapp-Gruppen, Fußball und den Eierskandal aufs Korn. Ebenso Hard-Veganer, die sich weigern, Pudelmützen zu tragen.

Als Rüther auf Martin Luther und die Reformation zu sprechen kommt, verstehen Philipzen und Funke überhaupt nichts. Bis Funke begreift, was der Menschheit ohne Luther fehlen würde. „Es gäbe keine Pfarrhaustöchter und keine Angie.“

Und damit wären wir wieder bei der Kanzlerin, die ihr Glück bei Christian Lindner mit einem Sondierungssong versucht. „Verdammt, ich lieb mich, du liebst mich nicht. Verdammt ihr braucht mich, du brauchst mich nicht. Ich bin für die ganze Welt das Licht“

Eine Lachsalve jagt die nächste. Fast drei Stunden lang. Am Ende jubelt das Publikum. Und obendrauf gibt es als Dankeschön von der KIM-Vorsitzenden Brigitte Schmitter-Wallenhorst je 100 Dominosteine für Funke, Rüther und Philipzen. Die haben spontan Verwendung dafür und bauen sie in die Zugabe ein. Philipzen parodiert Udo Lindenberg. Das Publikum lacht sich – um es mit Helene Fischer zu sagen – „Atemlos“. Und Funke kündigt an, dass er seine Dominosteine fürs Silvesterfondue aufbewahrt.

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