Digitales Unterrichten
An der Kreuzschule sollen die Lehrer Tablets im Unterricht nutzen

Heek/Metelen -

Einen Eindruck davon, wie Unterricht im digitalen Zeitalter aussieht, vermittelt die Kreuzschule Heek, die auch von vielen Metelener Kindern besucht wird. Tablets für Schüler wie Lehrer sind selbstverständlich. Auch in der Vitusschule wird über die Digitalausstattung beraten.

Freitag, 16.02.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 22.02.2018, 16:44 Uhr
Rafael Maiwald nutzt das Tablet bereits täglich im Unterricht. Er warb im Schulausschuss der Nachbarkommune dafür, dass alle Klassen und Lehrer an der Heeker Kreuzschule mit der digitalen Technik ausgestattet werden.
Rafael Maiwald nutzt das Tablet bereits täglich im Unterricht. Er warb im Schulausschuss der Nachbarkommune dafür, dass alle Klassen und Lehrer an der Heeker Kreuzschule mit der digitalen Technik ausgestattet werden. Foto: Markus Gehring

Maiwald betreut bereits das Projekt I-Pad-Klasse, das noch im Frühjahr an den Start gehen soll. Angeregt von der Arbeitsgruppe IT zieht die Digitalisierung des Unterrichts an der Kreuzschule aber weitere Kreise. Bei der jüngsten Schulausschuss-Sitzung stellte Maiwald die Nutzung der Tablets im Unterricht vor. „Das ist einfach zu nutzen und kostet viel weniger als etwa Multimedia-Boards“, erklärte er.

„Die in Heek angestrebte Lösung, alle Klassen mit Beamer, HDMI-Kabel und I-Pad-Halterung auszustatten und den Lehrern ein I-Pad zu überlassen, ist sehr innovativ“, findet Hartmut Hembrock. Hembrock ist Administrator bei der Heeker Gemeindeverwaltung und gleichzeitig Leiter der Sparte Schul-IT beim Zweckverband Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft West, die für zahlreiche Kommunen Datenverarbeitungsdienste ausführt. Außerdem ist er Mitglied der Arbeitsgruppe IT der Gemeinde, die das Konzept für die digitale Schulausstattung erarbeitet hat.

„Ein Tablet hat jeder Zuhause“, sagt auch Jürgen Lammers von der Gemeindeverwaltung. „Das ist genau das Medium der Kinder.“ Im selben Satz zählt er die Vorteile auf: „Einfach, schnell zu handhaben und flexibel.“ An der Heeker Alexander-Hegius-Grundschule Heek wurden bereits testweise alle A-Klassen mit der Technik ausgestattet. Christina Laurenz, die dort als Lehrerin den Bereich IT betreut, unterstützte die Ausführungen ihres Kollegen Maiwald. „Selbst die Kollegen, die zuerst skeptisch waren, sind begeistert“, berichtete sie im Ausschuss.

Neben der I-Pad-Klasse, die als Leader-Projekt in Kooperation mit dem Ahauser Alexander-Hegius-Gymnasium und der Brigidenschule Legden eingerichtet wird, soll als dritte Säule des digitalen Unterrichts das Projekt „I-Serv“ an der Kreuzschule umgesetzt werden – ein schuleigener Server, der ähnlich einer „Cloud“ zum Speichern und Verarbeiten der schuleigenen Materialien dient. „Alles, was in den I-Pad-Projekten gemacht wird, wird dort zur Verfügung gestellt“, erklärte Rafael Maiwald.

Ausgestattet mit entsprechenden Programmen könnten etwa die von der I-Pad-Kamera aufgenommenen Bilder bearbeitet, mit Markierungen versehen oder archiviert werden. Über W-Lan könnten Lehrer und Schüler Netzwerke errichten, über eine Dropbox Daten, Aufgaben und Materialien austauschen. Und: „Ich kann mit dem I-Pad in der Hand durch die Klasse gehen, kann wählen, ob ich frontal unterrichten will oder nicht.“ Dabei soll die digitale Technik längst nicht alles Altbewährte ersetzen. „Jeder Lehrer kann immer noch in guter Alter-Väter-Sitte die Kreidetafel nutzen“, so Jürgen Lammers.

Rund 80 000 Euro will die Gemeinde in die Ausstattung der Lehrer und Klassenräume mit der Präsentationstechnik stecken. Das Budget ist im Haushalt eingeplant. „Wir warten im Grunde nur auf den 14. März“, so Lammers im Gespräch mit der Redaktion. Ein Angebot für das Projekt I-Serv liege ebenfalls bereits vor. „Alle Lehrer sagen: Wir wollen das.“

Für die Ausstattung der I-Pad-Klasse stehen Kosten von 35 000 Euro an. Hier beträgt der Eigenanteil der Gemeinde 35 Prozent. 65 Prozent werden über Leader gefördert. Die Ausschreibung dazu sei gelaufen, so Lammers. „Wir hoffen, dass wir das Material nächste Woche bestellen können.“ Losgehen solle es dann „hoffentlich noch im März.“

Nicht nur in der Kreuzschule in Heek als weiterführende Schule ist die Nutzung digitaler Medien und entsprechender Technik ein Thema. Auch die St.-Vitus-Grundschule in Metelen arbeitet derzeit an einem Konzept für die künftige Ausstattung am neuen Standort Freistein.

Mit eingebunden wird neben der Schule und der Gemeindeverwaltung auch die Kommunale Anwendergemeinschaft West (KAAW), die beratend dem Projekt zur Seite steht. Dieser Zweckverband wurde im Jahre 1991 im nord-westlichen Münsterland zunächst als GbR gegründet und hat heute ihren Sitz in Ibbenbüren. Als Partnerin der eigenen Mitgliedskommunen ist die KAAW bestrebt, die (Weiter-) Entwicklung von Lösungsansätzen aus dem Bereich der Informationstechnologie zu unterstützen, die speziell auf die Anforderungen der Verbandsmitglieder abgestimmt sind.

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