Gemeinde lässt Bäume fällen
Schulstraße verändert ihr Gesicht

Metelen -

Viel Luft gegeben hat es auf der Schulstraße, nachdem dort am Mittwoch gleich eine komplette Baumreihe gefällt wurde. Deren Wurzelwerk hatte Bordsteine und Gehwege beschädigt. Doch auch an anderen Stellen des Ortes kreischten gestern die Motorsägen, etwa an beiden Friedhöfen.

Donnerstag, 01.03.2018, 06:00 Uhr
Die Baumreihe vor den Wohnhäusern an der Schulstraße wurde zwischen der Ochtruper Straße und der Cyprianusstraße komplett gefällt. Das Wurzelwerk hatte Gehwegplatten und Bordsteine hochgedrückt. Auch zwischen dem neuen Friedhof und der Vechte waren die Forstarbeiter tätig.
Die Baumreihe vor den Wohnhäusern an der Schulstraße wurde zwischen der Ochtruper Straße und der Cyprianusstraße komplett gefällt. Das Wurzelwerk hatte Gehwegplatten und Bordsteine hochgedrückt. Auch zwischen dem neuen Friedhof und der Vechte waren die Forstarbeiter tätig. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Große Augen mach­ten alle diejenigen, die noch am frühen Morgen durch die Schulstraße zur Arbeit fuhren. Als sie abends nach Hause kamen, präsentierte sich die Straße mit einem gänzlich veränderten Gesicht. Die Alleebäume auf der bebauten Seite waren gänzlich gefällt worden.

Es war der 28. Februar, den Tag, den der Gesetzgeber praktisch zum „Baumfäller-Silvester“ gemacht hat. Mit dem Beginn des neuen Monats ist nämlich auf die bald brütenden Vögel Rücksicht zu nehmen. Entsprechend war Eile geboten.

Dass das Unternehmen mit Hubsteiger, Motorsägen und schweren Traktoren anrücken würde, war jedoch spätesten seit der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Montag bekannt. In diesem Gremium spielten die diversen Fällaktionen der Gemeinde eine beträchtliche Rolle – und das, obwohl sie nicht auf der Tagesordnung standen.

Dietmar Deitermann brachte nach Informationen der Verwaltung das Fass ins Rollen, indem er durchaus kritische Worte zur Informationspolitik der Gemeinde fand. Diese habe zwar den Bauausschuss in dessen vergangener Sitzung informiert, jedoch sei das Ausmaß der Arbeiten dort nicht umfassend dargestellt worden.

Mit Blick auf die Schulstraße erläuterte Bauamtsleiter Stefan Wessling, dass das Fällen der Bäume notwendig sei, da diese sowohl die Bordsteine als auch Gehwegplatten beschädigt und angehoben hätten. Nur das Wurzelwerk in den betroffenen Bereichen zu kappen, hätte die Standfestigkeit der Eichen gefährdet. Das Vorgehen sei im Übrigen mit der unteren Landschaftsbehörde abgestimmt.

Gleich gegenüber der Einmündung der Schulstraße liegt der Alte Friedhof. An der Ochtruper Straße begrenzt ihn eine Reihe von Linden. Jeder zweite dieser Jahrzehnte alten Bäume wurde ebenfalls am Mittwoch gefällt. „Wir haben die Maßnahme ergriffen, da die Bäume zu dicht stehen und sich so gegenseitig im Wachstum behindern“, erläuterte Wessling dazu.

Daneben wurden gestern auch Weiden im Bereich Nordring/Neuer Friedhof auf den Stock gesetzt.

Verschoben wurden jedoch Arbeiten an Straßenbäumen im Bereich Schöppingener Straße. Dort soll, auch auf den Wunsch von Anliegern hin, ein Fachmann die Bäume, die teils weit auf Nachbargrundstücke ragen, untersuchen. Möglicherweise wird dort nur ein Kronen-Rückschnitt erfolgen – allerdings nicht vor dem Herbst, da am Mittwoch ja die letzte Gelegenheit für derartige Maßnahmen war.

Vollendete Tatsachen schufen Arbeiter bereits an Plagemanns Mühle. Dort hatte Sturmtief „Friederike“ eine mächtige Weide in die Vechte geworfen. Dass für die Arbeiten das Wasser über das Wehr abgelassen wurde, ohne zuvor den Angelverein informiert zu haben, sorgte dabei für Ärger, denn auch die Fische gingen mit dem Wasser ab in den Mühlenkolk. Für die Gemeindeverwaltung versprach Stefan Wessling, den ASV hier künftig besser einzubinden.

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