KAB-Vortrag zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung
Es kommt auf jedes Wort an

Metelen -

Die meisten Menschen wissen es: Beim letzten Willen kommt es auf den möglichst genauen Wortlaut an. Dass dies auch für die Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung gilt, erläuterte Dieter Lange-Lagemann vom Hospizverein jetzt auf Einladung der KAB. Sein Tipp: Je mehr Details genannt werden, desto besser für den behandelnden Arzt und auch für die Angehörigen.

Donnerstag, 08.03.2018, 06:00 Uhr
Eine Patientenverfügung sollte möglichst eindeutig sein. Denn nur dann können die Wünsche des Patienten auch umgesetzt werden. Was alles zu beachten ist, darüber informierte Dieter Lange-Lagemann vom Hospizverein auf Einladung der KAB.
Eine Patientenverfügung sollte möglichst eindeutig sein. Denn nur dann können die Wünsche des Patienten auch umgesetzt werden. Was alles zu beachten ist, darüber informierte Dieter Lange-Lagemann vom Hospizverein auf Einladung der KAB. Foto: dpa

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung – alle drei Begriffe assoziieren Situationen, die eigentlich niemand erleben will. Thematisiert wurden die drei Möglichkeiten zur rechtzeitigen Festlegung eigener Wünsche am Montagabend von Dieter Lange-Lagemann. Es ging um Vorsorge, falls der Gesundheitszustand Entscheidungen kurzfristig oder auf Dauer nicht mehr zulässt. Der hauptamtliche Koordinator beim Hospizverein Ochtrup/Metelen referierte auf Einladung der KAB in der Oase vor einem Zuhörerkreis, der mit gut 20 Besuchern laut Erich Joost größer ausfiel als gedacht.

Nur ein paar wenige Hände gingen in die Höhe, als Lange-Lagemann fragte: „Wer von Ihnen hat denn eine Patientenverfügung?“ Gleichwohl schien die Bereitschaft, eine solche, die bei „Einwilligungsunfähigkeit“ zum Tragen kommt, aufzusetzen, ziemlich groß.

Viele Nachfragen und angeregte Diskussionen bestimmten den Informationsabend. Wichtig sei, so Lange-Lagemann, eine Patientenverfügung immer schriftlich zu verfassen und zu unterschreiben, man könne sie auch jederzeit wieder verändern. Jeweils ein Exemplar sollte beim Hausarzt, der idealerweise vorab den Prozess begleitet, deponiert werden, ein weiteres Zuhause und ein drittes bei demjenigen, den man als Vorsorgebevollmächtigten einsetzt. Während Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht eine Sache zwischen zwei Personen sei – nämlich dem, der festlegt, was passieren soll und dem, der darauf achtet, dass es auch genauso geschieht –, schalte sich bei einer Betreuungsverfügung immer das Gericht ein.

Diese greift, wenn man als „geschäftsunfähig“ gilt, also nicht mehr in der Lage ist, finanzielle Angelegenheiten und den eigenen Aufenthaltsort selbst zu bestimmen. Die geäußerte Sorge, das Gericht beauftrage in solchen Fällen mit der Betreuung einen anderen als den eigenen Wunschkandidaten, ist laut Lange-Lagemann nicht ganz unrealistisch. „Das kann passieren, in der Regel aber entspricht das Gericht Ihren Wünschen.“

Lange-Lagemann skizzierte so viele Möglichkeiten, die man zu Papier bringen könne, was eine Besucherin zu der Frage veranlasste: „Muss ich das wirklich alles im Einzelnen so konkret festlegen?“ Je mehr Details, desto besser für den behandelnden Arzt und auch für die Angehörigen, die mit der unvorhergesehenen Situation oft überfordert seien, meinte der Referent. Das Ganze sei freiwillig, man könne selbstredend in dieser Sache auch gar nichts tun und die Ansicht vertreten: „Ich gebe alles in Gottes Hand.“

Zum Thema

Der Hospizverein bietet zu diesem Thema Einzelberatungen an, Telefon 0 25 53/91 92 60. Weitere Informationen erhalten Interessierte in einem entsprechenden Workshop am 23. Juni (Samstag) von 9 bis 15 Uhr im Hospizbüro in Ochtrup, Marktstraße 4.

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