Gerichtsprozess
Diebes-Trio soll lange in Haft

Metelen/Münster -

Sie haben viel auf dem Kerbholz und im In- und Ausland erhebliche Gerichtserfahrung. Die nächsten Jahre müssen zwei Polen und ein 51-jähriger Telgter mit polnischen Wurzeln wohl hinter Gitter verbringen.

Samstag, 10.03.2018, 16:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2018, 18:19 Uhr
Vor Gericht stand ein Trio, das auch in Metelen Spuren hinterlassen hat.
Vor Gericht stand ein Trio, das auch in Metelen Spuren hinterlassen hat. Foto: dpa

Für eine Serie von Einbruchs- und Autodiebstählen unter anderem in Metelen, Altenberge, Telgte, Münster und Greven beantragte der Staatsanwalt beim Landgericht Münster jetzt sechs Jahre und neun Monate beziehungsweise zwei Jahre und neun Monate Haft.

In Metelen hinterließen die Täter am 5. Januar 2017 und in Altenberge im Dezember 2016 ihre Spuren. In beiden Fällen drangen zwei der Angeklagten in Wohnungen ein. Dort entwendeten sie Autoschlüssel und die vor dem Haus geparkten Pkw im Wert von 75 000 Euro. Drei hochwertige Autos aus der Diebesserie wurden sichergestellt, andere verschwanden in Polen.

Die Angeklagten gingen bei ihren Streifzügen ein erhöhtes Risiko ein, erwischt zu werden. Die Gefahr eines unverhofften Zusammentreffen mit den Geschädigten war hoch. Der Staatsanwalt hob die Qualität der Tatbegehung deutlich von einem normalen Wohnungseinbruchdiebstahl ab. So brachen die Angeklagten auch in Wohnungen ein, während die Hausbewohner schliefen. Unter anderem nahmen sie ganze Tresore und Schmuck mit. Der Anklagevertreter hatte keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen. Schonungslos machte er den Angeklagten auch die Auswirkungen ihrer Taten auf die Geschädigten deutlich. So litten einige an Schlafstörungen, andere versetzten ihr Haus in einen „Hochsicherheitstrakt“.

Der Staatsanwalt wertete die umfangreichen Geständnisse und die gezeigte Einsicht strafmildernd. Dem gegenüber standen aber das Vorstrafenregister des Trios und der hohe Sachschaden. Der Anklagevertreter beantragte zudem für den Telgter wegen schwerem Alkoholmissbrauchs die Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Die Mitangeklagten sollen Wertersatz von 210 000 Euro zahlen.

Die Verteidiger schlossen sich weitgehend den Ausführungen des Staatsanwaltes an, beantragten aber mildere Strafen. Sie verlangten, die umfangreichen Geständnisse stärker zu berücksichtigen. So sei der Telgter von den Mitangeklagten ausgenutzt worden.

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Das Urteil wird am Freitag (16. März) erwartet.

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